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	<title>La Blogille. &#187; Artikel</title>
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	<description>Öffentliches und Veröffentlichtes von Harald Ille, Heidelberg</description>
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		<title>OP-Filme aus der Schuhschachtel</title>
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		<pubDate>Sun, 13 Jan 2013 14:32:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Harald Ille</dc:creator>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheitswesen]]></category>
		<category><![CDATA[Historiographisches]]></category>
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		<category><![CDATA[Oberrhein]]></category>

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		<description><![CDATA[Heidelberger Institut für Geschichte und Ethik der Medizin sucht und erforscht medizinische Gebrauchsfilme von 1900 bis 1970 – im Auftrag der EU / Erste Funde werden am Mittwoch, 16. Januar, im Heidelberger Karlstorkino gezeigt.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Hätte es vor einhundert Jahren schon ein analoges YouTube für schwarzweiß flackernde Kintopp-Streifen gegeben, hätte es Dr. Philipp Stiasny wesentlich einfacher: Der wissenschaftliche Mitarbeiter des Heidelberger Instituts für Geschichte und Ethik der Medizin erforscht historische Filme, die nicht von den großen Hollywood-Studios oder der Ufa produziert worden sind. Er untersucht medizinische „Gebrauchsfilme“ ab dem Jahr 1900, sichtet Werbeclips von Unternehmen  und „Aufklärungsfilme“ zur Hygiene und Gesundheit von Behörden. Einen ersten Zusammenschnitt der bisherigen Funde zeigt das Institut an diesem Mittwoch, 16. Januar, im Heidelberger Karlstorkino (Am Karlstor 1). Ab 20 Uhr erläutert  dort der Leiter des Instituts Professor Dr. Wolfgang Eckart zusammen mit dem Straßburger Medizinhistoriker Professor Dr. Christian Bonah das EU-geförderte Projekt. Der Eintritt ist frei.</p>
<h4>Filme erleichtern die Lehre</h4>
<p>Die kurzen und manchmal längeren Filmschnipsel, die Philipp Stiasny auf altertümlichen Schneidetischen sichtet, sind Amateuraufnahmen. Ärzte links und rechts des Oberrheins haben sie zwischen 1900 und 1970 gedreht: Operationen und Behandlungen zumeist, die zu Lehrzwecken auf Zelluloid gebannt wurden. Der medizinische Nachwuchs in der Pfalz und Baden sowie im Elsass konnte ihnen vor der Leinwand immer und immer wieder beiwohnen – ohne, dass ein leibhaftiger Patient jedes Mal aufs Neue aufgeschnitten werden musste. Ein medizinischer Segen, diese Filmtechnik.<br />
Solcherlei Filmstreifen gibt es zuhauf in der Oberrhein-Region, irgendwo in alten Schuhschachteln verstaut, unbeachtet auf Speichern und in Kellern vergessen oder in alten Arztschränken aufbewahrt, kaum jemals ordentlich katalogisiert. Dr. Philipp Stiasny und sein Kollege Dr. Philipp Osten stöbern diese medizinischen Gebrauchsfilme zusammen mit Wissenschaftlern der Universität Straßburg auf – innerhalb eines Interreg-Projektes der Europäischen Union.</p>
<h4>Filme von Feindschaft und Aussöhnung</h4>
<p>Doch das Projekt umfasst auch Profi-Material: Frühe Werbefilme der Pharmaindustrie oder aufklärerische Streifen zu Hygienefragen – auch diese erforschen die Heidelberger Medizinhistoriker. Besonders interessieren sie sich dabei für Filme, die zu Propagandazwecken produziert wurden und die die so genannte „Erbfeindschaft“ zwischen Frankreich und Deutschland transportieren. Die Überwindung dieser Frontstellung und der Weg hin zur Europäischen Einigung ist ein weiterer großer Komplex der wissenschaftlichen Arbeit. Im Karlstorkino zeigen Philipp Stiasny und Philipp Osten daher Filme, die die Aussöhnung zu beiden Teilen des Rheins zum Thema haben: „Ein Jahr später“ etwa, ein Re-Education-Film, der 1946 in der französischen Besatzungszone gezeigt wurde, sowie „Ein Fenster in die Welt“ von 1951“, der an der deutsch-französischen Grenze die Forderungen junger Studenten nach einem gemeinsamen Europa dokumentiert. Ein Film von 1957 zeigt das „Europäische Straßburg“ und  ein Streifen von 1956 erklärt, was es mit der „Montanunion“ auf sich haben könnte. „Was ist Europa?“ ist die Frage, die diese Filme dokumentarisch zu ergründen suchen. Den Hauptfilmen vorgeschaltet sind Werbefilme aus der Vorkriegs-Zeit. Dabei ist auch frühe Tricktechnik zu sehen – die Zeichentrickfigur Leberecht Klug etwa sensibilisiert in Waschmittel-Werbung für Sauberkeit und Hygiene. Die Filmfunde werden erstmals seit langer Zeit wieder öffentlich gezeigt, die Aufführung im Karlstorkino ist die erste in Heidelberg; im November waren sie bereits im Straßburger Kinopalast „Odyssee“ zu sehen.</p>
<h4>Das Projekt</h4>
<p>„RH(E)INFILM: Der Oberrhein im Gebrauchsfilm. Projektionen von Erinnerung, Geschichte und Identitäten 1900-1970“ heißt das Projekt, das die Europäische Union mit knapp 372.000 Euro kofinanziert. Zusätzlich zu den EU-Mitteln wird es von den Ländern Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg, von der Region Elsass und den beiden Universitäten in Heidelberg und Straßburg gefördert.</p>
<h4>Filmabend mit Diskussion</h4>
<p>Mittwoch, 16. Januar, 20 Uhr, Karlstorkino Heidelberg (Am Karlstor 1): Auftaktveranstaltung zum EU-Projekt „RH(E)INFILM: Der Oberrhein im Gebrauchsfilm“ des Département d&#8217;histoire des sciences de la vie et de la santé der Universität Straßburg und des Instituts für Geschichte und Ethik der Medizin der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Es sprechen die Leiter der beiden Institute Professor Dr. Christian Bonah und Professor Dr. Wolfgang Eckart. Vorprogramm: Historische Werbefilme zum Thema Sauberkeit und Hygiene (Einführung: Dr. Philipp Osten). Hauptprogramm: „Was ist Europa?“ Dokumentarische Filme über die deutsch-französische Annäherung aus den Jahren 1946 bis 1957 (Einführung: Dr. Philipp Stiasny). Eintritt frei.</p>
<h4>Weitere Informationen</h4>
<p>Projektbeschreibungen: <a href="http://www.interreg-oberrhein.eu/schwerpunkt-a,10200,de.html">www.interreg-oberrhein.eu/schwerpunkt-a,10200,de.html</a><br />
Veranstaltungswebsite: <a href="http://www.karlstorkino.de/index.php?RUBRIK=5&amp;amp;Document=21&amp;amp;ID=2929">www.karlstorkino.de/index.php</a><br />
Website Institut für Geschichte und Ethik der Medizin der Uni Heidelberg: <a href="http://www.medizinische-fakultaet-hd.uni-heidelberg.de/index.php?id=102539">www.medizinische-fakultaet-hd.uni-heidelberg.de/index.php</a></p>
<p style="clear: both;"><a href="http://spread.ly/?url=http%3A%2F%2Fwww.blogille.de%2Fop-filme-aus-der-schuhschachtel%2F&title=OP-Filme+aus+der+Schuhschachtel&tags=Baden,Dokumentation,Elsass,Europa,Europ%C3%A4ische+Union,Filme,historische+Filme,Lehrfilm,Oberrhein,Artikel,Gesundheitswesen,Historiographisches" rel="like"><img src="http://spread.ly/img/like-button.jpg" alt="Like" /></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Simpler Sturz – oder prügelnder Gatte?</title>
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		<pubDate>Thu, 20 Dec 2012 19:39:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Harald Ille</dc:creator>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheitswesen]]></category>
		<category><![CDATA[Ambulanz]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalität]]></category>
		<category><![CDATA[Opfer]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtsmedizin]]></category>
		<category><![CDATA[Straftat]]></category>
		<category><![CDATA[Täter]]></category>

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		<description><![CDATA[Kindesmisshandlungen, Vergewaltigungen, blutige Schlägereien – alles Straftaten, bei denen Rechtsmediziner sorgfältig und schnell Spuren sichern, Verletzungen untersuchen und dokumentieren müssen. Und das nicht nur bei Mord und Totschlag! Am 21. November hat das Klinikum daher die erste Anlaufstelle für Opfer von Gewalttaten im Land im Rechtsmedizinischen Institut eröffnet.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h3>Klinikum eröffnet erste Gewaltambulanz in Baden-Württemberg</h3>
<p>Traurig, aber leider wahr: Jedes Jahr werden in Heidelberg zwischen 300 und 400 schwere Gewalttaten angezeigt, im RheinNeckar-Kreis um die 600. Und um die eintausend Mal im Jahr – so die Zahlen der Polizei – wird in Heidelberg ein Mensch geohrfeigt, geschlagen, verprügelt. Kindesmisshandlungen, Vergewaltigungen, blutige Schlägereien – alles Straftaten, bei denen Rechtsmediziner sorgfältig und schnell Spuren sichern, Verletzungen untersuchen und dokumentieren müssen. Und das nicht nur bei Mord und Totschlag! Am 21. November hat das Klinikum daher die erste Anlaufstelle für Opfer von Gewalttaten im Land im Rechtsmedizinischen Institut eröffnet.</p>
<p>„Klinisch-forensische Ambulanz“ heißt der kleine Raum im Souterrain der Rechtsmedizin in offizieller akademischer Sprache; weil das ein wenig nach Pathologie klingt, spricht die Institutsleiterin Kathrin Yen lieber von einer „Gewaltambulanz“. Sie grenzt den Begriff aber eng ein: „Bei Ambulanz denkt man immer an eine Klinik mit grün gekleideten Medizinern und langen Wartezeiten.“ Die Heidelberger Gewaltambulanz funktioniert ein wenig anders: In vier von fünf Fällen packen die Rechtsmediziner ihre Untersuchungskoffer und fahren direkt in die Wohnungen, in der sich eine familiäre Tragödie ereignet hat; sie untersuchen mutmaßliche Täter in der Arrestzelle oder werden vom Jugendamt oder der Polizei angefordert. Nur das restliche Fünftel der Untersuchungen findet in dem kleinen Raum des alten Klinkerbaus im Altklinikum statt. „Prinzipiell richtet sich die Gewaltambulanz an alle Menschen, die von Gewalt betroffen sind“, erläutert Prof. Kathrin Yen, „aber auch an Menschen, die einer Tat bezichtigt werden, also Tatverdächtige.“ Denn so wichtig es ist, dass die Rechtsmediziner belastendes Material bei Tätern und Opfern finden: Auch entlastendes Material wird hier gesucht. „Im Prinzip geht es uns immer darum, herauszufinden, was sich tatsächlich zugetragen hat in einem Fall“.</p>
<h4>Schnell muss es gehen</h4>
<p>Schnell muss es vor allem gehen, damit die Beweise noch frisch sind – oder Substanzen überhaupt noch nachgewiesen werden können. K.O.-Tropfen etwa können nur für kurze Zeit, etwa zehn Stunden nach Verabreichung, zweifelsfrei im Organismus aufgespürt werden. Aber nicht nur schnell, vor allem auch schonend für die Opfer: Bei Sexualdelikten etwa untersuchen Arzt und Rechtsmediziner gemeinsam die missbrauchte Person oder das misshandelte Kind. Zehn Rechtsmediziner sind daher rund um die Uhr in Rufbereitschaft, die Notfallnummer 0152/54648393 ist immer erreichbar.</p>
<p>Vor ihrer Berufung nach Heidelberg hat Institutsleiterin Kathrin Yen eine Gewaltambulanz im österreichischen Graz eingerichtet und dort Jugendämter, Kliniken, Polizei und Hilfeeinrichtungen vernetzt. In Heidelberg hat sie diese Struktur bereits vorgefunden: Schon im Jahr 2008 hat Bürgermeister Wolfgang Erichson alle wichtigen Partnerinnen und Partner an einem Runden Tisch zusammengebracht, um häusliche Gewalt gemeinsam zu bekämpfen. Auch das Klinikum hat sich dabei verpflichtet, einen strukturierten Ablauf zu gewährleisten: Wenn Ärzte Verdacht schöpfen, dass die blauen Flecken eines Patienten nicht von einem angeblichen Sturz, sondern einer gewalttätigen Auseinandersetzung herrühren, rufen sie automatisiert die Rechtsmediziner herbei. Diese dokumentieren dann die Verletzungen, damit sie in einem späteren Gerichtsprozess genutzt werden können.</p>
<h4>Runder Tisch in Heidelberg</h4>
<p>Wichtig ist Prof. Kathrin Yen, dass möglichst viele Menschen, aber vor allem Kinder- und Hausärzte, Polizisten und Sozialarbeiter die Nummer der Gewaltambulanz kennen und anrufen, wenn sie bei Patienten und Klienten Misshandlungen entdecken. Der Heidelberger „Runde Tisch“ ist dafür eine wichtige Basis; die Gewaltambulanz ist aber für ganz Nordbaden zuständig. In der Region muss sich die Telefonnummer jetzt herumsprechen. Daher steht sie hier nochmals: 0152/54648393, immer erreichbar, tagsüber und nachts, unter der Woche und am Wochenende. </p>
<p>Harald Ille </p>
<p><a href="http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/fileadmin/pageflip/Klinikticker_november_dezember/index.html#/6/">(Der Artikel ist im KlinikTicker November/Dezember 2012 erschienen).</a></p>
<p style="clear: both;"><a href="http://spread.ly/?url=http%3A%2F%2Fwww.blogille.de%2Fsimpler-sturz-oder-prugelnder-gatte%2F&title=Simpler+Sturz+%E2%80%93+oder+pr%C3%BCgelnder+Gatte%3F&tags=Ambulanz,Gewalt,Kriminalit%C3%A4t,Opfer,Rechtsmedizin,Straftat,T%C3%A4ter,Artikel,Gesundheitswesen" rel="like"><img src="http://spread.ly/img/like-button.jpg" alt="Like" /></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Vom Web Two-O zur City 2.0</title>
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		<pubDate>Fri, 30 Nov 2012 08:52:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Harald Ille</dc:creator>
				<category><![CDATA[Digitaler Lebensstil]]></category>
		<category><![CDATA[e-Government]]></category>
		<category><![CDATA[City 2.0]]></category>
		<category><![CDATA[Eigeninitiative]]></category>
		<category><![CDATA[Mitmachen]]></category>
		<category><![CDATA[Soziologie]]></category>
		<category><![CDATA[Verwaltung]]></category>
		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Social Web ist nichts anderes als eine Kulturrevolution hin zu mehr Mitsprache und dezentraler, verteilter, "gesharedter" Verantwortungsübernahme der Stakeholder selbst. Der Einzelne wird zum aktiven Player, das bürokratische "Verwalten" von gesichtslosen Groß-Bürger-Einheiten hat dort nichts mehr zu suchen, weil es dort nichts mehr finden wird.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe ja schon vor längerer Zeit den <a href="http://www.blogille.de/2010/09/die-stadt-dein-freund-und-helfer/" title="Die Stadt, Dein Freund und Helfer">Zusammenhang von Mitmach-Web und Mitmach-Stadt</a> behauptet, und ich werde überhaupt nicht müde, das wieder und wieder zu postulieren. Am Montag, 3. Dezember, bei denen, die sich mit Stadtsoziologie und politischem Kulturwandel so gut auskennen, dass sie beides erforschen: beim <a href="http://www.difu.de/veranstaltungen/2012-12-03/facebook-twitter-blogs-und-co-umgang-von-kommunen-mit.html" title="Seminar beim DIFU zu Social Media in Kommunen">DIFU</a> in Berlin.</p>
<p>Der Zusammenhang ist einfach: Menschen möchten selbst gestalten &#8211; im Netz und in der Stadt. Sie möchten selbst Verantwortung übernehmen und Entscheidungen nicht mehr nur an &#8220;die Politik&#8221; oder &#8220;die Internetredaktion&#8221; delegieren. Nein, sie wollen und sollen sich einmischen und selbst Content beitragen, selbst Hand anlegen in ihrer &#8220;Gebietskörperschaft&#8221;.</p>
<p>Wie in Frankfurt politisch intendierte Bürgerbeteiligungsprozesse und aktive Forderungen zu mehr bürgerschaftlichem Engagement zusammenfallen und das Social Web dabei ein Abbild dieser partizipativen Idee im Netz ist, fasse ich unter den Begriff &#8220;City 2.0&#8243;. Okay, dieser Begriff wird gerne von Vielen gehijackt, um irgendetwas Innovatives im urbanen Zusammenleben zu labeln, etwa: Vernetzung, Verkabelung, WLANisierung&#8230; Aber ich denke, dass die Analogie zu &#8220;Web 2.0&#8243; den Begriff gut begründet und ihn vor allem kulturell verstanden wissen will, nicht &#8211; überhaupt nicht! &#8211; technisch.</p>
<p>Das Social Web ist nichts anderes als eine Kulturrevolution hin zu mehr Mitsprache und dezentraler, verteilter, &#8220;gesharedter&#8221; Verantwortungsübernahme der Stakeholder selbst. Also das Gegenteil der Null-Bock-Haltung, die meiner Generation der 89er (ich bin kein Soziologe und hoffe, mich richtig einzuschubladen) so gerne unterstellt wurde. Mitmachen und Ärmel hochkrempeln &#8211; und nicht auf die Behörden warten: Das ist City 2.0. Der Einzelne wird zum aktiven Player, das bürokratische &#8220;Verwalten&#8221; von gesichtslosen Groß-Bürger-Einheiten hat dort nichts mehr zu suchen, weil es dort nichts mehr finden wird.</p>
<p>&#8220;City 2.0&#8243; ist eine Reform der Gemeindeverwaltung hin zu mehr &#8220;Geselligkeit&#8221; &#8211; und die Verwaltung im Rathaus hat wieder mehr Zeit und Kraft für ihre Kernaufgaben. Eigentlich ein zutiefst helvetisches Modell, diese &#8220;City 2.0&#8243;, oddr? </p>
<p>Ich glaube, ich muss mich mal wieder von der <a href="http://www.ezuerich.ch/ezh/de/index.html" title="eZurich - eine Stadt der Zukunft">Stadt Zürich</a> dazu einladen lassen&#8230; <img src='http://www.blogille.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> )</p>
<p style="clear: both;"><a href="http://spread.ly/?url=http%3A%2F%2Fwww.blogille.de%2Fvom-web-two-o-zur-city-2-0%2F&title=Vom+Web+Two-O+zur+City+2.0&tags=City+2.0,Eigeninitiative,Mitmachen,Soziologie,Verwaltung,Web+2.0,Digitaler+Lebensstil,e-Government" rel="like"><img src="http://spread.ly/img/like-button.jpg" alt="Like" /></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>2200 Tonnen rechtwinklig gedreht</title>
		<link>http://www.blogille.de/2200-tonnen-rechtwinklig-gedreht/</link>
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		<pubDate>Wed, 15 Aug 2012 15:20:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Harald Ille</dc:creator>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Feature]]></category>
		<category><![CDATA[Frankfurt ist Spitze]]></category>
		<category><![CDATA[Frankfurtensia]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist Frankfurts derzeit größtes Verkehrsprojekt, wofür mehrere Tage lang sogar die Schifffahrtsverbindung von Rotterdam ins Schwarze Meer unterbrochen werden muss: Die neue Mainbrücke im Osten der Stadt, unmittelbar neben dem Neubau der EZB, wird Ende August „eingeschwommen“. Die „Osthafenbrücke“ ist der „missing link“ der Verkehrsplanung dort.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h4>Frankfurt erhält nach über 100 Jahren eine neue Mainquerung im Ostend</h4>
<p>Frankfurt am Main (pia) Genau <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Mainquerungen_in_Frankfurt_am_Main">27 Brücken</a> verbinden das Südufer des Mains mit dem Norden, vom <a href="http://www.honsellbruecke-frankfurt.de/frankfurter-mainbruecken/arthur-von-weinberg-steg/">Arthur-von-Weinberg-Steg</a> ganz im Osten der Stadt bis zur <a href="http://www.honsellbruecke-frankfurt.de/frankfurter-mainbruecken/mainbruecke-sindlingen/">Sindlinger Mainbrücke</a> weit im Westen. <a href="http://offenbach.wikia.com/wiki/Staustufe_Offenbach">Zwei</a> <a href="http://offenbach.wikia.com/wiki/Staustufe_Offenbach">Staustufen</a> und eine <a href="http://frankfurt.de/sixcms/detail.php?id=4628&amp;_ffmpar[_id_inhalt]=42049">Fähre</a> kommen hinzu, zwei Tunnel für <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/U-Bahn-Strecke_A_(Frankfurt)#Tunnelbau">U-</a> und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/City-Tunnel_Frankfurt#Mainunterquerung">S-Bahn</a> graben sich unter dem Fluss hindurch. Dieser Tage bekommt Frankfurt eine weitere wichtige „Mainquerung“ hinzu, wie es korrekt im Planerdeutsch heißt: die Mainbrücke Ost, informell bereits „<a href="http://www.frankfurt.de/sixcms/detail.php?id=2855&amp;_ffmpar[_id_inhalt]=10297154">Osthafenbrücke</a>“ getauft. Sie löst ein hundert Jahre altes Verstopfungsproblem im Osten Frankfurts und beweist Ende August, welch grandiose Ingenieursleistungen nötig sind, um einen 175 Meter langen Stahlkoloss an seinen künftigen Platz zu hieven. Einen Koloss, der die Kleinigkeit von 2.200 Tonnen auf die Waage bringt, 24 Meter breit ist und 21 Meter hoch über dem Fluss thronen wird. Zusammengeschweißt wurde das Stahlskelett am nördlichen Mainufer, am Morgen des 20. August wird die Brücke dann zu Wasser gelassen: Voraussichtlich zweieinhalb Tage wird das „Einschwimmen“ dauern.</p>
<h4>2.200 Tonnen einschwimmen</h4>
<p>Der Vorgang ist selbstverständlich komplex. Zuerst wird die Brücke auf einer Seite angehoben und auf zwei Lastwagen gesetzt, die jeweils 1.400 Tonnen tragen können. Diese drehen das 175 Meter lange Ungetüm um 90 Grad und schieben es auf den Main hinaus, wo es auf schwimmenden Plattformen in seine Position zwischen den Widerlagern links und rechts des Mains gezogen wird. Bis zu neun Seilwinden halten die Brücke auf Kurs, die, wenn sie exakt am richtigen Platz zu stehen kommt, dann langsam auf die Widerlager absinkt. Dazu werden die schwimmenden Pontons geflutet.</p>
<h4>Hingucker im Ostend</h4>
<p>Die neue Osthafenbrücke wird in unmittelbarer Nachbarschaft zum <a href="http://www.ecb.int/ecb/premises/html/index.de.html">Neubau der Europäischen Zentralbank</a> am <a href="http://www.hfm-frankfurt.de/osthafen1.html">Osthafen</a> den Fluss überspannen: Eine besonders filigran gestaltete Bogenkonstruktion, die zur Skyline passt, so ihr Architekt <a href="http://www.ferdinand-heide.de/FHA/FerdinandHeide.html">Ferdinand Heide</a>. „Eine speziell abgestimmte Illumination wird bei Dunkelheit die filigrane Optik des Brückenbauwerks und seine Besonderheit, die Vielzahl von dünnen Hängeseilen, unterstreichen.“ Für Frankfurts <a href="http://feldmann-frankfurt.de/html/-1/welcome/index.html">Oberbürgermeister Peter Feldmann</a> ein Hingucker wie in Lyon und anderen bedeutenden Großstädten: „Der Frankfurter Osten entwickelt sich prächtig. Er öffnet sich wieder zum Main hin, und die Stadtplanung sorgt für die richtige Mischung aus Arbeiten, Wohnen und Wohlfühlen.“</p>
<h4>Hundert Jahre alte Idee</h4>
<p>Der Frankfurter Osthafen wird in diesem Sommer <a href="http://www.100jahreosthafen.de/event/home.html">einhundert Jahre</a> alt, und seit dieser Zeit liegt die Brückenidee in den städtischen Schubladen: „Schon in den ersten Ausbauplänen des Osthafens Anfang des 20. Jahrhunderts war eine Brücke über den Main geplant, die aber nie errichtet wurde“, so <a href="http://www.frankfurt.de/sixcms/detail.php?id=2779&amp;_ffmpar[_id_inhalt]=9078609">Planungsdezernent Olaf Cunitz</a>. In einer Denkschrift zum neuen Handels- und Industriehafen haben sich Stadtpolitiker schon 1907 Gedanken über die Verkehrsanbindung des Hafens gemacht; „bemerkenswerterweise behalten einige Aussagen auch in Bezug auf die heutigen Planungen noch ihre Gültigkeit und sind auf den aktuellen Entwurf der neuen Mainbrücke übertragbar“, konnte sich das <a href="http://www.stadtplanungsamt-frankfurt.de/">Stadtplanungsamt </a>freuen. „Osthafenbrücke“ soll die neue Querung daher heißen, allerdings hat selbstverständlich die <a href="http://www.frankfurt.de/sixcms/detail.php?id=3509">Stadtverordnetenversammlung</a> hierbei das letzte Wort.</p>
<h4>„Missing Link“ im Osten</h4>
<p>Und in der Tat ist die Brücke der „missing link“ im Frankfurter Osten, der seit einem Jahrzehnt gehörig umgestaltet wird. Die beiden leicht ineinander verdrehten Türme der Europäischen Zentralbank schrauben sich hier in den Himmel, was unmittelbaren Einfluss auf die Nachbarschaft hat, die zu einem urbanen Bildungsstandort für Banker, Bürger und Beethoven-Jünger geworden ist: Die <a href="http://www.frankfurt-school.de/content/de">Bankakademie</a> und das <a href="http://www.dr-hochs.de/">Frankfurter Konservatorium</a> haben sich hier niedergelassen, die <a href="https://www.vhs.frankfurt.de/">Volkshochschule</a> zieht wissbegierige Frankfurterinnen und Frankfurter in die <a href="http://www.fr-online.de/rhein-main/die-ewig-baustelle-sonnemannstrasse,1472796,3269016.html">frisch sanierte Sonnemannstraße</a>. Der Weg dorthin wird jetzt einfacher, die ebenfalls attraktiver gestaltete Hauptverkehrsachse <a href="http://www.hanauerlandstrasse.com/">Hanauer Landstraße </a>wird entlastet. Auch großräumig steht der Frankfurter Osten dem überregionalen Verkehr ein wenig im Weg: Die hessische Ost-West-Verbindung <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesautobahn_66">A 66 von Fulda nach Wiesbaden</a> endet heute noch abrupt an einer roten Ampel am Riederwald – ein <a href="http://www.riederwaldtunnel.de/riederwaldtunnel_data/riederwaldtunnel.pdf">Tunnel</a> wird die Lücke zur A661 schließen, der Verkehr muss sich dann nicht mehr durch die überlastete <a href="https://maps.google.de/maps?q=Borsigallee+Frankfurt&amp;ie=UTF-8&amp;hq=&amp;hnear=0x47bd0e4ea64caa9b:0x9b3844a0d0863c2d,Borsigallee,+D-60388+Frankfurt+am+Main&amp;gl=de&amp;ei=3rgrUNihAsbMswbLx4DwDg&amp;ved=0CB4Q8gEwAQ">Borsigallee</a> quälen.</p>
<h4>Der GrünGürtel schließt sich</h4>
<p>Die Brücke führt auch zwei Teile des Frankfurter Grüngürtels zusammen, die derzeit noch getrennt waren: Unmittelbar an der neuen EZB ist in den vergangenen Monaten der neue „Hafenpark“ entstanden – ein Erholungsraum mitten im Ostend, dessen Uferpromenade den großen Ostpark mit der City verbindet. „Der Hafenpark krönt die Entwicklung von 25 Jahren – Frankfurts Rückbesinnung auf den Fluss“, sagt Frankfurts Umweltdezernentin Rosemarie Heilig. „Wir können nun nicht nur die Mainuferpromenade nach Osten verlängern, sondern auch die letzte Lücke im GrünGürtel schließen – Mainufer und GrünGürtel wachsen zusammen. Das ist ein echter Durchbruch in der Stadtentwicklung.“ Das Ostend, das ursprünglich von Industrie und Gewerbe geprägt war, wird neu strukturiert – nicht alleine durch, sondern zusammen mit der neuen Brücke. Vom 20. bis 22. August wird sie „eingeschwommen“.</p>
<p>Harald Ille</p>
<p>Mehr zur neuen Mainbrücke unter <a href="http://www.neue-mainbruecke-frankfurt.de">http://www.neue-mainbruecke-frankfurt.de</a></p>
<p style="clear: both;"><a href="http://spread.ly/?url=http%3A%2F%2Fwww.blogille.de%2F2200-tonnen-rechtwinklig-gedreht%2F&title=2200+Tonnen+rechtwinklig+gedreht&tags=Artikel,Feature,Frankfurt+ist+Spitze,Frankfurtensia" rel="like"><img src="http://spread.ly/img/like-button.jpg" alt="Like" /></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>&#8220;Roll doch das Ding, Blödmann!&#8221;</title>
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		<pubDate>Tue, 31 Jul 2012 10:00:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Harald Ille</dc:creator>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Feature]]></category>
		<category><![CDATA[Komische Kunst]]></category>
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		<category><![CDATA[Heidelberg]]></category>
		<category><![CDATA[Künstlerin]]></category>
		<category><![CDATA[Porträt]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor rund fünfzig Jahren hat Marie Marcks angefangen, Karikaturen zu zeichnen. Brigitte, Titanic, Zeit, Stern haben unzählige ihrer Zeichnungen gedruckt, über dreißig Bücher hat sie selbst gestaltet, in drei Dutzend Ausstellungen weltweit sind ihre Werke gezeigt worden. Anlässlich ihres neunzigsten Geburtstags widmet ihr das Frankfurter Museum für Komische Kunst eine Ausstellung.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h3>Das Caricatura Museum zeigt das zeichnerische Lebenswerk von Marie Marcks</h3>
<p>Frankfurt am Main (pia) Die Einfälle kamen beim Spazierengehen im Wald. Immer einen Zettel in der Tasche, um den Geistesblitz festhalten zu können – auch heute, mit fast neunzig Jahren, hat sie den Zettel dabei. „Aber jetzt schreibe ich natürlich andere Dinge auf“, kokettiert Marie Marcks mit ihrem angeblich nachlassenden Gedächtnis, das gleichwohl präziser arbeitet als bei manchem Enddreißiger. Den runden Geburtstag feiert sie am 25. August, und weil ihr ihre Heimatstadt Heidelberg dazu nur eine Mini-Ausstellung mit neun Werken ausrichtet, rächt sie sich auf ihre typische Weise: Sie hat die Stadtspitze kurzerhand ins Caricatura nach Frankfurt eingeladen, „damit die mal sehen, wie man eine Ausstellung macht“. Auch mit Neunzig hat sich Marie Marcks ihre rechtschaffene Empörung bewahrt – diese treibt sie an, und sie macht ihr ohne falsche Scheu Luft.</p>
<h4>Karikaturistin aus Atomangst</h4>
<p>Der Ärger über die politischen Um- und Zustände war es auch, der sie Anfang der Sechziger Jahre zur Karikaturistin werden ließ. „Mein erstes Interesse war die atomare Hochrüstung: Die Amis wären bereit gewesen, den Erstschlag zu machen – das hat man heute längst vergessen.“ Die Grafikerin und Illustratorin, bereits Anfang Vierzig, greift zum Stift und zeichnet gegen die atomare Bedrohung an – zur Kubakrise 1962 etwa einen Adam, der sich inmitten von Trümmern in einem Bunker zu verschanzen sucht, während Eva an einem zerborstenen Stamm nach dem letzten verbliebenen Apfel angelt. Mann und Frau, Natur und Atom werden zu Hauptmotiven der Satirikerin, wobei sie die Frauen als außergewöhnlich stark und das Atom als außerordentlich perfide darstellt, weil es sich zu verstecken weiß: in harmlos weggeblasenen Pusteblumen oder – nach Tschernobyl ganz konkret – im alltäglichen Gemüse auf dem Wochenmarkt.</p>
<h4>Politisch und parteilos</h4>
<p>Aber natürlich wehrt sich Marie Marcks sogleich, wenn man solche „Hauptmotive“ zu entdecken glaubt: „Die Schwerpunkte meines Werkes wurden alle von anderen erfunden!“. Selbstverständlich ist sie eine Ikone der Frauenbewegung, aber: „Ich habe der Frauenbewegung nie angehört und keiner Partei. Das kann ich mir als Karikaturistin nicht leisten.“ Um die Sache geht es, etwa eine Frauenquote für Vorstände: „Ohne Quote funktioniert es nicht. Die Frauen haben so zum ersten Mal die Gelegenheit, sich zu bewähren.“ In der Komischen Kunst hat es auch lange gedauert, bis Frauen akzeptiert wurden – sie signiert bis heute mit einem geschlechtsneutralen „M. Marcks“. „Es is&#8217; ja nüscht, was &#8216;ne Frau macht“, sagt sie provokativ-nachdenklich und im Berliner Idiom ihrer Kindheit, „weil es auf jeden Fall in Frage gestellt wird“.</p>
<h4>Rollenbilder vom Kopf auf die Füße gestellt</h4>
<p>Was Männer machen, scheint indes kaum profunder zu sein. Der alte Atlas etwa schleppt sich seit Jahrtausenden sinnlos mit der schweren Erdkugel ab. Marie Marcks mütterlicher Rat an den Titanen: „Roll doch das Ding, Blödmann!“ Fünf Kinder hat sie großgezogen, weitgehend als Alleinerziehende, und ihr Familienleben schrieb die besten Geschichten – kein Wunder, dass „Frauen“ und „Jugend“ ihre wohl wichtigsten Themen wurden. Die Verlegerin Antje Kunstmann hat daran großen Anteil; noch keine zwanzig Jahre war sie alt, als sie Marie Marcks auf der Buchmesse ansprach. „Weißt Du, dass Du schön bist?“ hieß 1974 beider erstes Buch mit Marckschen Frauen-Bildern, das das traditionelle Rollenverständnis auf den Kopf stellte. Es war eine Frau, die den schüchternen Jüngling verführte mit dem, „was sonst eine Frau dauernd zu hören bekommt“.</p>
<h4>Zeichnungen zum Übers-Bett-hängen</h4>
<p>Was Marie Marcks selbst auf der Straße zu hören bekommt, wird oftmals prompt ein Buchtitel. „Niemand welkt so schön wie Du!“ (2005) war ein etwas verunglücktes Kompliment, das der Verehrer ihrer gleichaltrigen Nachbarin dieser zugedacht hat. Oder die lächerliche pädagogisch-verkopfte Ersetzung von „Mutter“ und „Vater“ in „Ich habe meine Bezugsperson verloren!“ (1974). Ihre Themen weisen meist über den Tag hinaus. Die Heidelbergerin musste ihre Zeichnungen für die „Süddeutsche“, die „Zeit“ und die „Brigitte“ ja mit der Post nach Hamburg oder München schicken, ein geografischer Nachteil gegenüber ihren dort wohnenden Kollegen: „Ich war immer einen Tag in Verzug, da habe ich mir längerfristige Sachen rausgepickt.“ Dadurch sind die Werke aber auch gefälliger als manch garstige tagespolitische. Ihre Szenen aus dem Familienleben, vor allem aus der Pubertät der Sprösslinge, bleiben zeitlos aktuell, „alle finden sich wieder“.</p>
<h4>Mit Lobhudelei nichts am Hut</h4>
<p>Zum neunzigsten Geburtstag ehrt sie nun das Caricatura – Museum für Komische Kunst im Frankfurter Leinwandhaus mit einer Ausstellung von rund 300 Werken. Und natürlich hat Marie Marcks an dieser überbordenden Lobhudelei etliches auszusetzen – zu viele Werke, zu falsches Logo, zu kühles Wetter bei der Eröffnung. Aber ein bisschen stolz ist sie schon, dass das Museum sie nicht nur ehrt, sondern auch seit längerem schon Werke von ihr aufkauft. Ein Museum, in dem sie mit anderen Heroen ausgestellt ist: der viel jüngeren Franziska Becker, von der sie immens viel hält, und dem leicht jüngeren Hans Traxler: „Den finde ich in Deutschland den King schlechthin.“ Antje Kunstmann und F.W. Bernstein, ein weiterer Heroe der Komischen Kunst, werden bei der Vernissage am 8. August eine Lobrede auf sie halten, Emil Mangelsdorff und Thilo Wagner umrahmen die Eröffnung musikalisch. Bis 21. Oktober ist die Werkschau dann zu sehen.</p>
<p>Harald Ille</p>
<p>Weitere Informationen auf http://www.marie-marcks.de und http://www.caricatura-museum.de</p>
<p>[erschienen am 31. Juli 2012 als <a href="http://www.frankfurt.de/sixcms/detail.php?id=8656&#038;_ffmpar[_id_inhalt]=10192148&#8243;>Feature des Presse- und Informationsamts</a>.]</p>
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		<title>Fünfzig DVDs jede Sekunde</title>
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		<pubDate>Wed, 25 Apr 2012 09:54:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Harald Ille</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Digitaler Lebensstil]]></category>
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		<description><![CDATA[Im Kontorhaus im Frankfurter Osthafen haben Werbeagenturen und Trickfilmproduktionsgesellschaften ihren Sitz. In den Büros zwischendrin sitzt unscheinbar die Firma, die ihnen den Zugang zum Internet ermöglicht – und den Zugang Deutschlands und Osteuropas gleich mit: die DE-CIX Management GmbH.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h4>Datendurchsatz im größten Internetknoten der Welt steht vor neuer Rekordmarke</h4>
<p>Frankfurt am Main (pia) Fünfzig DVDs rauschen derzeit durch den Frankfurter Internetknoten DE-CIX, Sekunde für Sekunde. Eine unvorstellbare Menge an Daten. Jeden Tag kommt derzeit Inhalt für 2,2 Millionen DVDs zusammen. Würden sie alle aneinandergelegt, reichte die Strecke von Frankfurt bis Bayreuth: 264 Kilometer an pickepackevollen Datenträgern. Kein Wunder, dass der Frankfurter Internetknoten der dickste und verkehrsreichste der Welt ist. Knapp zwei Terabit an Einsen und Nullen schießen pro Sekunde auf der einen Seite des Knotens rein und auf der anderen Seite mit einem neuen Ziel wieder raus – der DE-CIX ist eine riesige Vermittlungsstelle, die den Datenpaketen den richtigen Weg ins gewünschte E-Mail-Postfach zeigt, das neueste Amazon-Produkt aufs Handy oder das meist geklickte YouTube-Video auf den heimischen Bildschirm holt.</p>
<h4>Hier steigen die Daten um</h4>
<p>„Wir sind der ‚Flughafen-Betreiber‘“, vergleicht Frank Orlowski das Geschehen im Knoten mit dem Gewusel im Luftverkehr. „Die Internet-Daten können dort umsteigen.&#8221; Je besser, zuverlässiger und schneller die Verbindung, desto mehr „Traffic“ – auch wenn der Weg manchmal etwas länger ist. „Eine E-Mail, die von St. Petersburg nach Moskau geschickt wird, wird über Frankfurt geleitet“, so Orlowski von „Digital Hub FrankfurtRheinMain“. Der Verein will „FrankfurtRheinMain zum bedeutendsten digitalen Knotenpunkt in Europa“ machen. Denn auf der weltweiten Spitzenposition darf sich Frankfurt angesichts der digitalen Konkurrenz aus Amsterdam und London, vor allem aber der asiatischen Boomtowns, keinesfalls ausruhen. Die städtische Wirtschaftsförderung und die Goethe-Uni, die Volks- und die Commerzbank haben den Verein zusammen mit der DE-CIX und vielen anderen Frankfurter Organisationen aus der Kreativ- und der Internetwirtschaft gegründet. Er will die Internet-Infrastruktur in der Region weiter ausbauen und setzt auf den verstärkten Ausbau der Glasfaserkapazitäten.</p>
<h4>Schneller an den Kunden</h4>
<p>Und das scheint auch nötig zu sein, denn: Jedes Jahr verdoppelt sich der Datendurchsatz. Internet-Fernsehen und Videokonferenzen machen den Löwenanteil des Datenverkehrs aus – Dienste, die vor fünfzehn Jahren noch völlig exotisch anmuteten. Jetzt wandert selbst das gute alte Telefonat ins Internet. Seit Jahresbeginn kann der Frankfurter Internet-Knoten deshalb auch Sprachkommunikation weitaus einfacher vermitteln als bisher. 450 internationale und deutsche Internet-provider und Telekommunikationsfirmen sind bereits direkt an den Knoten angeschlossen „Es wird dem weltweiten Trend gerecht, Telefonservices grundsätzlich über das Internet bereit zu stellen“, sagt Harald Summa, Geschäftsführer des DE-CIX. Multimedia natürlich auch: Manche Fernsehsender streamen ihr Programm direkt an den Knoten. Und große Suchmaschinen wie Google und Yahoo begnügen sich nicht mit einem Rechenzentrum in Amerika. Sie haben ebenfalls einige Slots des Knotens direkt belegt, weil sie so näher an den europäischen Kunden „dran“ sind, die Suchergebnisse schneller bereitstellen können.</p>
<h4>Künftig zwanzig Gigabit pro Sekunde</h4>
<p>Vor 15 Jahren war bei privaten Internetanschlüssen ISDN-Geschwindigkeit das Maß aller Dinge. Heute ist es VDSL mit 32 MBit, eine Steigerung um den Faktor 500. „Rechnet man den Bedarf hoch, sind in zehn bis 15 Jahren Bandbreiten von zehn oder gar zwanzig Gigabit pro Sekunde für jeden Haushalt realistisch“, rechnet Frank Orlowski vor. Immer mehr Anwendungen wandern vom heimischen PC ins Internet. Wenn zukünftig jede Wohnung automatisiert ist und sowohl Lichtschalter wie Heizungsthermostate ans Netz angeschlossen sind, jedes Kleidungsstück und jeder Sensor im Auto auch &#8211; das sogenannte „Internet der Dinge“ also Realität ist -, wird der Datenverkehr selbstverständlich um viele weitere Zehnerpotenzen zulegen. Kupferkabel sind mit solchen Datenmengen längst überfordert, 50 Megabit pro Sekunde auf der sogenannten „letzten Meile“ bis zur Wohnung sind das höchste der DSL-Gefühle. Eine einzige Glasfaser hingegen überträgt heute schon die doppelte Datenmenge im „Normalbetrieb“ pro Kanal – 512 Gigabit sind bereits möglich, und statt eines Kanals kann eine einzelne Faser 48 davon übertragen. Macht den Inhalt von 3.700 CDs – pro Sekunde.</p>
<h4>Frankfurter Kongress über IPv6</h4>
<p>Das „Internet der Dinge“ wird mit einem neuen Protokoll möglich, das zwar schon seit 15 Jahren existiert und von fast allen Computern, Geräten und Internetbrowsern verstanden wird, das aber trotzdem noch einen Dornröschenschlaf schläft. „IPv6“ heißt das Zauberwort, mit dem alles und jedes ins Netz eingebunden werden kann und das den derzeitigen Standard IPv4 ersetzen soll. Ein Problem der bisherigen Internet-Adressen ist, dass es viel zu wenige von ihnen gibt – nicht mal für jeden Menschen eine. In ganz Asien gibt es mittlerweile keine freien Adressen mehr und in Europa gehen sie noch in diesem Jahr zur Neige. IPv6 mit seinen unfassbaren 340 Sextillionen Adressen löst dieses Problem auf einen Schlag und bietet noch viele weitere Vorteile. Allerdings tun sich manche Provider – darunter auch Behörden – noch schwer, auf das neue Protokoll umzustellen. Aber auch hier hilft DE-CIX in Frankfurt mit seinem Knowhow der Internet-Wirtschaft weiter: Am 10. und 11. Mai organisiert der Knotenbetreiber zusammen mit dem Fachverlag Heise den führenden Kongress dazu. Passenderweise in einem Multiplexkino, das schon häufiger durch Veranstaltungen der Kreativwirtschaft von sich reden machte und das eine Zukunftsvision im Namen trägt: das „Metropolis“ am Eschenheimer Turm.</p>
<p>Harald Ille</p>
<p>(Update: In der ersten Version hatten wir die Peak-Leistung von 2 Terabit/s auf den ganzen Tag hochgerechnet. Der tatsächliche Tagesdurchschnitt liegt bei 0,938 Tbit/s. Das entspricht einem durchschnittlichen Datendurchsatz von 10,13 Petabyte/Tag oder 2,2 Millionen DVDs. Die Strecke reicht also nicht bis Hamburg, sondern stattdessen bis Bayreuth.)</p>
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		<title>„Die Zukunft hängt am Smartphone“</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Jan 2012 11:38:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Harald Ille</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Zukunft ist nicht nur digital, sie ist vor allem auch mobil – und das Handy wird zusehends der wichtigste Begleiter des modernen Menschen. Anfang Februar widmet sich eine Frankfurter Messe der Zukunft des Geldverdienens, Einkaufens und Bezahlens über Smartphone-Apps: die M-Days 2012.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h4>Die Messe „M-Days“ beschäftigt sich mit intelligenten Telefonen</h4>
<p>Frankfurt am Main (pia) <a href="http://www.dict.cc/?s=Handy">„Handy“</a> ist ein toller englischer Begriff: Er bedeutet „nützlich“, „bequem“ oder auch „griffbereit“. Alles das also, was ein Mobiltelefon beschreibt. Die stromsparenden Hochleistungscomputer für die Hosentasche, mit denen man früher nichts außer leidlich telefonieren konnte, sind mittlerweile zu unersetzlichen digitalen Assistenten gereift: Sie helfen Diabetikern bei der Produktsuche im Supermarkt und Schnäppchenjägern auch. Sie wissen mitten in der Ödnis, wo der nächste Bus fährt – das Ticket kann man auch gleich mit ihnen bezahlen. Und sie ersetzen immer mehr Gerätschaften wie TV-Fernbedienung und Barcode-Scanner, Wasserwaage und Teleskop und brauchen dazu nichts weiter als ein kleines kostengünstiges Programm, die „App“.</p>
<h4>Zwei Tage Zukunft</h4>
<p>Moderne „Smartphones“ verändern die Art, wie wir zukünftig leben, rapide, grundlegend und unumkehrbar. Daher schaut sich die Frankfurter Messe „M-Days“ am 1. und 2. Februar genauer an, was man mit diesen „intelligenten Telefonen“ und ihrer größeren Ausfertigung für das Fingerspitzensurfen, den Tablets, so alles anstellen kann. Vor allem ist die Frage: Wie können Unternehmen in der schönen neuen Welt des Überallinternets Geld verdienen, und die Arbeitnehmer in einem veränderten Arbeitsumfeld auch? „Das mobile Internet ist der Schlüssel“, sagt <a href="http://www.yasni.de/person//carsten+szameitat+/carsten+szameitat+-.htm">Carsten Szameitat </a>von der Erdinger Agentur <a href="http://www.11prozent.de/">„11 Prozent Communication“</a>, die die M-Days vor acht Jahren gegründet hat.</p>
<h4>Das Handy informiert</h4>
<p>Ein Schlüssel, der uns eine Welt aufschließt, die bis vor wenigen Jahren noch pure Science Fiction war: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Erweiterte_Realit%C3%A4t">„Erweiterte Realität“</a> etwa. Man sieht im Wald einen unbekannten Pilz, richtet die Handykamera auf das potentiell giftige Gewächs – und erhält sofort ein Kochrezept, wenn der Röhrling wider Erwarten doch essbar ist. <a href="http://www.marketing-boerse.de/News/details/Extended-Packaging-als-Alltagshelfer/33205">„Extended Packaging“</a> nennt sich ein Aspekt dieser Technik, der auf den M-Days präsentiert wird und der die „Verpackung erweitert“ mit zusätzlichen wichtigen Produkt-Informationen. Über den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Strichcode">Barcode</a> werden Allergiker damit vor Laktose oder <a href="http://www.blogallergie.de/2008/10/18/nussallergie-eine-lebensbedrohende-gefahr/">Spuren von Nüssen</a> im Produkt gewarnt – was im Zweifel ihr Leben retten kann.</p>
<h4>Das Handy steuert</h4>
<p>„Die Zukunft hängt am Smartphone“, postuliert denn auch <a href="http://www.yasni.de/person/nazeman/hamid-reza/hamid-reza-nazeman.htm">Hamid-Reza Nazeman</a> von der kalifornischen Mobilfunk-Forschungsfirma <a href="http://www.qualcomm.de/">Qualcomm</a>: „Ich bin sicher, dass auch das kommende Jahr ganz im Zeichen der drahtlosen Technologien und des mobilen Internets stehen wird und in unserem Alltag in den verschiedenen Bereichen – ob zu Hause, unterwegs oder im Auto – zum Einsatz kommt.“ Das Smartphone übernimmt dabei immer mehr die Aufgaben, die noch vor wenigen Jahren spezielle und damit teure Steuerungselektronik in grauen Schaltschränken übernommen hat; es verbindet Stereoanlage mit Zentralheizung und Flachbild-TV mit Waschmaschine und hilft so, die eigene Wohnung buchstäblich <a href="http://www.smarthomes.de/">fernzusteuern</a>. <a href="http://www.handelsblatt.com/auto/nachrichten/der-erste-beifahrer-der-niemals-noergelt/6054686.html?p6054686=all">Autos</a> vernetzen sich per Mobilfunk untereinander und verhindern damit Unfälle, <a href="http://www.teltarif.de/arch/2009/kw04/s32689.html">Staus </a>werden vermieden. Wenn’s doch mal kracht, ruft das „smarte Auto“ automatisch die „112“ an, was laut einer <a href="http://ec.europa.eu/information_society/doc/factsheets/049-ecall-de.pdf">Studie der EU-Kommission</a> die Zahl der Verkehrstoten signifikant senken könnte.</p>
<h4>Das Handy kauft ein</h4>
<p>Dass man mit dem mobilen Internet richtig Geld verdienen kann, ist schnell einsichtig: M-Commerce heißt eines der Schlagwörter der Messe, M-Couponing und M-Payment sind andere – digitale Rabattaktionen sollen die Smartphone-Nutzer in den eigenen Laden lenken, wo sie mit dem Handy bezahlen. Der gesamte Geschäftsablauf kann im „Mobile Commerce“ mit und über das Mobiltelefon abgewickelt werden. Besonders Tablet-Computer erweitern das Einkaufserlebnis mit einem Fingerwisch. „Durch anwenderfreundliche Bedienung steigt der Spaßfaktor – und mit ihm der Umsatz“, schreibt <a href="http://www.yasni.de/person/szameitat/angelique/angelique-szameitat.htm">Angelique Szameitat</a> im Branchenmagazin <a href="http://www.wai.de/wai-pages/11prozent/">„GFM Nachrichten“</a>.</p>
<h4>Das Handy wird zum Büro</h4>
<p>Dass das mobile Netz auch den Berufsalltag vieler Menschen umkrempelt, ist weniger offensichtlich. „Mobile Working“ heißt die „Fachkonferenz für mobile Arbeitswelten“, die an den beiden Messetagen dem Arbeitsplatz der Zukunft nachspürt. Dieser wird – folgt man dem Vortragsprogramm – von Social Media inspiriert sein, mit so genannten Cloud-Services und mobilen Apps operieren und neue Anforderungen an das eigene Zeitmanagement und die IT-Sicherheit stellen. Erstmalig auf den M-Days werden Experten die organisationspsychologischen und kulturellen Veränderungen erläutern, die auf die Unternehmen und ihre „Mobile Worker“ zukommen.</p>
<h4>Show Your App Award 2012</h4>
<p>Im Mittelpunkt der Messe steht auch ein kleiner Schnipsel Software: die beste App des Jahres. Diese wird – wie sonst? – durch ein Online-Voting auf <a href="http://showyourapp.com">http://showyourapp.com</a> ermittelt. Die <a href="http://www.bundestag.de/presse/pressemitteilungen/2010/pm_1009072.html">Abgeordneten-App des Bundestags</a>, eine <a href="http://itunes.apple.com/de/app/pocket-fahrschule/id436764243?mt=8">„Pocket-Fahrschule“</a> oder die eine <a href="http://showyourapp.com/de/ios/app/sc-paderborn-07">App des SC Paderborn</a> – es gibt natürlich nichts, was es nicht gibt in den ins Kraut schießenden App-Stores dieser Welt. Apps sind die treibende Kraft des mobilen Internets: Über 38 Milliarden Dollar Volumen soll der App-Markt 2015 weltweit verfügen, eine Verzehnfachung gegenüber 2011. Die „M-Days“ sehen sich mit 120 Ausstellern und über 200 Referenten denn auch als „Leitveranstaltung für das mobile Internet“, die auch Frankfurts Web-Gemeinde außerhalb der Messehalle 1.2 einbezieht: mit den Sonderveranstaltungen <a href="http://www.mobile-monday.de/events/mobile-innovation-night-m-days-2012">MobileMonday</a>, <a href="http://www.medienmittwoch.de/veranstaltungen/">MedienMittwoch</a> und <a href="http://www.twittwoch.de/4-twittwoch-rhein-main-am-01-02-2012-in-frankfurt/">Twittwoch</a> sowie einer exklusiveren <a href="http://m-days.messefrankfurt.com/frankfurt/de/besucher/eventhighlights/mobile_media_night.html">„Mobile Media Night“</a> im SKYclub Frankfurt.</p>
<p>Harald Ille</p>
<p>[Der Text erscheint am 19. Februar 2012 als Feature des Presse- und Informationsamtes.]</p>
<p style="clear: both;"><a href="http://spread.ly/?url=http%3A%2F%2Fwww.blogille.de%2F%25e2%2580%259edie-zukunft-hangt-am-smartphone%2F&title=%E2%80%9EDie+Zukunft+h%C3%A4ngt+am+Smartphone%E2%80%9C&tags=Digital+Lifestyle,Messe,Smartphone,Wirtschaft,Zukunft,Artikel,Digitaler+Lebensstil,Feature,Frankfurt+ist+Spitze" rel="like"><img src="http://spread.ly/img/like-button.jpg" alt="Like" /></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>600 Millionen Volt bei klirrender Kälte</title>
		<link>http://www.blogille.de/600-millionen-volt-bei-klirrender-kalte/</link>
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		<pubDate>Wed, 11 Jan 2012 12:40:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Harald Ille</dc:creator>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
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		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Campus Riedberg]]></category>
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		<category><![CDATA[Kernkraft]]></category>

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		<description><![CDATA[Frankfurt ist – wenn man so will – der Nukleus der Kernspaltung. Schließlich ist ihr Entdecker Otto Hahn hier geboren. Das Institut für Angewandte Physik (IAP) der Frankfurter Universität räumt nun das wieder weg, was mit Otto Hahns Entdeckung über die Welt gekommen ist: extrem langlebiger radioaktiver Müll.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h4>Frankfurter Physiker nehmen sich des Atommülls an – indem sie ihn beschießen</h4>
<p>Frankfurt am Main (pia) Wenn man sich diese Begriffe einfach auf der Zunge zergehen lassen könnte, wäre ja alles nicht so schlimm: Pluto- und Neptunium, Americium und Curium. Diese Stoffe sind jedoch höchst giftig, hoch radioaktiv und haben zudem die übermenschliche Eigenschaft, beinahe ewig zu existieren. Der Physiker <a href="http://www.yasni.de/person//holger+podlech+/holger+podlech+-.htm">Holger Podlech </a>von der Goethe-Universität möchte den strahlenden AKW-Hinterlassenschaften nun den Garaus machen: durch einen indirekten Beschuss des Mülls mit Wasserstoffkernen, also Protonen aus einem Teilchenbeschleuniger.</p>
<h4>Geologische Zeitskalen</h4>
<p>Die Zeiträume, in denen manche radioaktive Substanzen vor sich hinstrahlen, sind unvorstellbar: Thorium etwa hat eine Halbwertszeit von 14 Milliarden Jahren – genauso alt soll unser Universum sein. Das häufigste Isotop von Plutonium (Pu-244) muss immerhin 80 Millionen Jahre lang Strahlung aussenden, bis sich die Hälfte des hochgiftigen Stoffes in Uran-240 umgewandelt hat – und das dann seinerseits ungerührt weiter strahlt. Holger Podlech verspricht, diese gigantischen Zahlen drastisch zu verkürzen – auf geradezu mickrig erscheinende zweihundert, höchstens dreihundert Jahre: „Wir reduzieren die Zeitskala von geologischen auf nur noch historische Dimensionen.“</p>
<h4>Das Gegenteil eines Kernkraftwerks</h4>
<p>Die Methode dazu ist schon vor etwa 30 Jahren theoretisch ersonnen worden – aber die Technik wurde erst in den letzten Jahren entwickelt. Das IAP Frankfurt, das bei Beschleunigern niedriger und mittlerer Energien weltweit die Nummer 1 ist, hat dabei maßgeblichen Anteil. „Transmutation“ nennt sich das Verfahren, das mit den Naturgesetzen der Kernspaltung quasi „Billard spielt“. Die bunten Kugeln sind Blei- und Wismut-Atome, die kontinuierlich mit Protonen beschossen werden; der physikalisch nötige Umweg, um freie Neutronen zu erhalten. Der Beschuss löst eine Kettenreaktion aus, die ähnlich wie in einem Kernreaktor abläuft: Die freien Neutronen suchen sich die Atomkerne in den „Brennstäben“ und spalten sie. Der Unterschied zur Stromerzeugung in einem Kernkraftwerk ist, dass in den Brennstäben der Brennstoff steckt, im Transmutations-Reaktor jedoch ihr Gegenteil: der hunderttausende von Jahren strahlende Müll.</p>
<h4>Beschleunigter Zerfall</h4>
<p>Die Kernreaktionen zerlegen den zähen Abfall in diverse kurzlebige Isotope, die nur noch Tage und Wochen, allerhöchstens jedoch ein paar Dutzend Jahrzehnte strahlen. Der „Queue“, der die Karambolage anstößt, ist ein 250 Meter langer Teilchenbeschleuniger. Er besteht grob aus zwei Abschnitten: Zwei parallel arbeitenden Injektoren, die den Protonenstrahl erzeugen und die Teilchen auf zwanzig Prozent Lichtgeschwindigkeit katapultieren, und einem 235 Meter langen Haupt-beschleuniger, der dem Strahl dann richtig Feuer gibt – und selbst mächtig unter Strom steht: die Beschleunigungsspannung beträgt unfassbare 600 Millionen Volt!</p>
<h4>Feinstmechanik made in Frankfurt</h4>
<p>Diese Injektoren sind die Frankfurter Spezialität im weltweiten Beschleuniger-Business – selbst das CERN in Genf benutzt Frankfurter Protonenkanonen, die den Teilchenstrahl erzeugen, bevor er im unterirdischen Riesenring immer schneller Richtung Lichtgeschwindigkeit gesaugt wird. „Einen Beschleuniger zu bauen, ist nicht trivial“, sagt der Wissenschaftler, der erst am neuen Frankfurter Uni-Campus Riedberg den Platz und die technischen Möglichkeiten hat, seine hochkomplexen Apparaturen für das Allerkleinste zusammenzuschrauben und zu testen. Denn: Alles muss bis ins kleinste Detail hinein passen. Würde sich ein unsichtbares Staubkorn im Beschleuniger verirren, könnte dies zu einem Ausfall führen. Dies darf nur wenige Mal im Jahr passieren, um den Reaktor langfristig nicht zu beschädigen. Die Physik auf atomarer Ebene ist ohnehin eine Wissenschaft für sich.</p>
<h4>Hochtechnologie am Nullpunkt</h4>
<p>Um den Beschleuniger zu betreiben, muss er ständig mit Hochfrequenzleistung gefüttert werden. Um die dabei auftretenden Verluste und damit die Betriebskosten möglichst niedrig zu halten, setzt Holger Podlech daher auf supraleitende Materialien, bei denen der elektrische Widerstand wundersam verschwindet und die daher extrem effizient sind. Nachteil: Sie müssen auf eine Temperatur nahe dem absoluten Nullpunkt heruntergekühlt werden – und sie kosten entsprechend: 100.000 Euro alleine das Metall für eine 60 Zentimeter kurze Beschleunigereinheit, Niob. Flüssiges Helium kühlt das Protonenkatapult, das zudem von einem Vakuum umhüllt sowie mit flüssigem Stickstoff und Spezialfolien aus der Raumfahrt geschützt ist.</p>
<h4>Müll entsorgen und Strom erzeugen</h4>
<p>Noch arbeitet Holger Podlech an Prototypen für die erste Atommüll-Entsorgungs-Versuchsanlage MYRRHA, mit deren Bau in den nächsten drei Jahren in Belgien begonnen werden soll und die rund eine Milliarde Euro kosten wird. Klappt dort alles, wäre der Weg frei für eine ordentliche Transmutationsanlage, die den Atommüll von zehn AKW „verdauen“ und dabei – das ist die Besonderheit – sogar selbst noch Strom produzieren könnte. Denn in den „abgebrannten Elementen“ steckt noch ungeheuer viel Energie: Der Beschuss der Transurane setzt zehnmal mehr frei als der Teilchenbeschleuniger seinerseits benötigt.</p>
<h4>Abgeklungen zurück ins Bergwerk</h4>
<p>Etwa 440 Atomkraftwerke gibt es derzeit weltweit, die rund 8.000 Tonnen strahlenden Müll im Jahr hinterlassen – und weltweit ist kein Endlager in Sicht. Vielleicht ist auch keins mehr nötig, denn der Atommüll der Welt würde nach dem Beschuss aus Podlechs Protonenkanone in eine Halle passen, die kaum größer ist als der Neubau auf dem Riedberg, in dem sein Prototyp derzeit steht. Dort würde er ein paar Jahrzehnte abklingen und könnte dann unschädlich wieder dahin gebracht werden, wo er einstmals herkam: ins Bergwerk.</p>
<p>Harald Ille</p>
<p style="clear: both;"><a href="http://spread.ly/?url=http%3A%2F%2Fwww.blogille.de%2F600-millionen-volt-bei-klirrender-kalte%2F&title=600+Millionen+Volt+bei+klirrender+K%C3%A4lte&tags=Atomphysik,Campus+Riedberg,Forschung,Kernkraft,Artikel,Feature,Frankfurt+ist+Spitze,Frankfurtensia,Wissenschaft" rel="like"><img src="http://spread.ly/img/like-button.jpg" alt="Like" /></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Erwartet das Unerwartete</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Dec 2011 10:02:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Harald Ille</dc:creator>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Feature]]></category>
		<category><![CDATA[Frankfurtensia]]></category>
		<category><![CDATA[Komische Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Ausstellung]]></category>
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		<category><![CDATA[Illustration]]></category>
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		<description><![CDATA[Der bekannteste lllustrator der Welt, berühmt für seine Kinderbücher und Collagen, hat auch in der Welt der Satire deutliche Spuren hinterlassen. Zu seinem 80. Geburtstag zeigt das „Caricatura Museum Frankfurt“ Tomi Ungerers komische und satirische Zeichnungen. Der Künstler selbst wird die Schau am 7. Dezember eröffnen.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h4>Karikaturenmuseum zeigt zum 80. das satirisch-komische Werk Tomi Ungerers</h4>
<p>Frankfurt am Main (pia) Man kann, man muss das Unerwartbare erwarten bei diesem Zeichner: Frösche, die einem experimentellen Liebesleben mit einem Nikolaus fröhnen, Katzen, die sich sardinengleiche Mäusekonserven munden lassen, oder ein amerikanisch-imperialistischer Don Quijote, der nicht gegen sowjetische Ölförder-Windmühlen anzureiten wagt. <a href="http://www.yasni.de/person/ungerer/tomi/tomi-ungerer.htm">Tomi Ungerer</a>, eben 80 Jahre alt geworden, ist ein großer Satiriker, in Teilen gar Zyniker, ein „Großphantast des Fetischismus“ (FAZ) – und das ist unerwartet bei einem Mann, der vor allem unschuldige Kinderbücher illustriert hat.</p>
<h4>Ein über vielen thronender Zeichner</h4>
<p>„Ich bin mein eigenes ewiges Kind“, sagte der Achtzigjährige mit dem schelmischen Grinsen jüngst in der Kultursendung „ttt“: „Was ist ein blauer Himmel ohne Wolken? Langweilig. Gib mir einen Sturm: Dann ist was los!“ Kein Wässerchen also kann er trüben, der Weltstar aus dem Elsass. „Tomi Ungerer ist ein über Vielen thronender Zeichner“, sagt der Kurator der Ausstellung Bernd Fritz voll ehrlicher Anerkennung. „Man staunt und freut sich. Was er alles aus einem Schuh gemacht hat: eine Pastete, er lässt einen Zug hindurchfahren&#8230;“ Man schmunzelt, schüttelt den Kopf über den Einfall und fühlt sich wohl. „Einer der brillantesten Illustratoren der Gegenwart“, fand einst die New York Times. „Ungerer macht gute Laune“, findet <a href="http://www.yasni.de/person/fritz/bernd/bernd-fritz.htm">Bernd Fritz</a>.</p>
<h4>Mehr Verstand als ein Psychologenkongress</h4>
<p>Aber: Trägt „gute Laune“ allein für eine satirische Ausstellung mit über 170 Zeichnungen, dazu fünfzig bislang unveröffentlichten? Natürlich nicht, das erwartbar Unerwartete wird in das kleine Karikaturenmuseum am Frankfurter Weckmarkt einbrechen. „Wir haben versucht, die Spannbreite seines Werkes zu zeigen“, so Fritz. „Wir zeigen Zeichnungen, über die kann nur noch ein fern der Menschheit existierender Gott lachen.“ Das „Kamasutra der Frösche“ etwa – ein Werk, mit dem Ungerer die Sexwelle der 60-er und 70-er Jahre parodiert. Oder ein Objekt, das Frauenbeine als scharfe, schneidende Scheren zeigt. „Tomi Ungerer hat im kleinen Finger mehr Verstand als ein analysierender Psychologenkongress“, analysiert der Züricher Tages-Anzeiger.</p>
<h4>Stilistisch universelles Universalgenie</h4>
<p>Über 40.000 Zeichnungen hat Tomi Ungerer bisher fabriziert, in Straßburg hat er ein eigenes Museum, und sein OEuvre wird sehr häufig gezeigt – was in gewisser Weise Pech ist für die Frankfurter Ausstellung. „Wir haben nicht alle Werke bekommen, die wir wollten“, bedauert der Kurator. „Viele der satirischen Anti-Vietnam- und Anti-Rassismus-Poster waren eben erst ausgestellt.“ Das Caricatura zeigt statt dieser Originale die Poster zur Ausstellung – ein Beleg auch des stilistischen Variantenreichtums Ungerers. „Hier oben im Kopf werde ich jünger und jünger. Für mich wäre es langweilig, mein ganzes Leben bei einem Stil zu bleiben“, sagte er in „ttt“. „Freiheit“, schreibt FAZ-Redakteur <a href="http://www.yasni.de/person/platthaus/andreas/andreas-platthaus.htm">Andreas Platthaus</a> daher über das „Universalgenie“, „ist das wichtigste Element seines Schaffens“.</p>
<h4>Meister der Andeutung</h4>
<p>Als Cartoonist freilich sieht sich das Universalgenie erwartbar nicht. „Er ist ein Zeichner, der nie in der ‚Titanic’ vertreten war – und bei ‚Pardon’ nur zu Anfang“, so Titanic-Mitherausgeber Bernd Fritz. Sprechblasen gibt es nicht, Bildergeschichten mit einer Pointe am Ende selten. Tomi Ungerer ist ein Meister der Andeutung, manchmal allerdings der sehr direkten – vor allem die Kritik an den USA, wo er über ein Jahrzehnt lebte und zum Weltstar aufstieg, war sehr drastisch. Logisch, dass er zur Ikone der 68er-Bewegung wurde, die ihn bis heute für seine Haltung bewundert. „Mit Humor kann man alles erledigen. Das ist mein Luxus. Meine beste Waffe. Genau wie Bleistift, Feder und Papier.“</p>
<h4>Das Thema fürs Leben gefunden</h4>
<p>Eine Waffe, die eine wichtige pädagogische Botschaft in die Welt bringen kann: „Ohne Angst gäbe es keinen Mut. Der Mut ist die Überwindung der Angst.“ <a href="http://www.yasni.de/person//franz+josef+g%f6rtz+/franz+josef+g%f6rtz+-.htm">Franz Josef Görtz </a>von der Sonntagszeitung der FAZ hält den Zeichner aus dem Elsass für einen „Philosophen, der seine durchaus unsystematischen Lehren in Geschichten kleidet und seine Geschichten am liebsten in Bilder – damit Moral und Unmoral, Leben und Tod eine anschauliche Seite bekommen.“ Ein Philosoph, der für die New York Times den tiefschürfenden Weltslogan „Expect the Unexpected“ (Erwarte das Unerwartete) erfunden hat – obwohl er für viele wohl unerwartet nur das Thema seines eigenen Lebens verbalisierte&#8230;</p>
<h4>Repräsentative Auswahl am Weckmarkt</h4>
<p>Einige Tage nach seinem 80. Geburtstag feiert das „caricatura museum frankfurt“ zusammen mit dem „Musée Tomi Ungerer Straßburg“ den Zeichner, Illustrator, Grafiker und Schriftsteller. Am 7. Dezember eröffnet der Künstler zusammen mit dem ehemaligen französischen Kulturminister <a href="http://www.yasni.de/person/lang/jack/jack-lang.htm">Jack Lang</a> die Ausstellung „SATIRICON. Das satirisch-komische Werk“. „Bei seinen Scherzen dominiert ein milder Blick auf uns Sterbliche; nach Art eines gütigen Königs, der sich den Humor des lustigen Kindes bewahrt hat“, so die Einladung. Ungerer selbst würde es sicher unprätentiös-drastischer sagen: „Der Tod ist nur ein Zollbeamter für die Passage auf die andere Seite.“</p>
<p><a href="http://www.yasni.de/person/ille/harald/harald-ille.htm">Harald Ille</a></p>
<p><em>erschienen am 6. Dezember 2011 als <a title="Feature Erwartet des Unerwartete auf frankfurt.de" href="http://www.frankfurt.de/sixcms/detail.php?id=8656&amp;_ffmpar[_id_inhalt]=8733682">Feature</a> des Presse- und Informationsamtes.</em></p>
<p style="clear: both;"><a href="http://spread.ly/?url=http%3A%2F%2Fwww.blogille.de%2Ferwartet-das-unerwartete%2F&title=Erwartet+das+Unerwartete&tags=Ausstellung,Caricatura,Illustration,Komische+Kunst,Weltstar,Artikel,Feature,Frankfurtensia,Komische+Kunst" rel="like"><img src="http://spread.ly/img/like-button.jpg" alt="Like" /></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Hiroyuki Okamoto wirbt für seine Stadt</title>
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		<pubDate>Fri, 21 Oct 2011 07:14:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Harald Ille</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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		<description><![CDATA[Seit diesem Herbst sind Frankfurt und Yokohama Partnerstädte. Die Stadt an der Bucht von Tokio, von der aus die Öffnung Japans zur Welt begann, ist schon lange mit einer Repräsentanz in Frankfurt vertreten – um Wirtschaftsbeziehungen zu knüpfen und auch, um für die Stadt und die japanische Kultur zu werben.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h4>Das japanische Yokohama betreibt ein Europabüro im Frankfurter Bankenviertel</h4>
<p>Frankfurt am Main (pia) Hiroyuki Okamoto schaut auf die Welt von einem erhöhten Standpunkt aus. Frankfurt, Deutschland und Europa hat der Repräsentant der japanischen Millionenstadt Yokohama von seinem geräumigen Büro im 18. Stock des FBC-Towers im noblen Westend im Blick. Bankentürme stehen zum Greifen nahe vor ihm, die größte Anwaltskanzlei der Welt – Clifford Chance aus London – hat die Stockwerke darüber gemietet, und wenn er unten aus der Drehtür geht, steht er unmittelbar vor dem François-Mitterrandplatz. Europäischer geht es kaum, und urbaner auch nicht.</p>
<h4>Standortfaktoren Flughafen und Biotech</h4>
<p><a href="http://www.yasni.de/person/okamoto/hiroyuki/hiroyuki-okamoto.htm">Hiroyuki Okamoto</a> und seine Mitarbeiterin <a href="http://www.yasni.de/person/deutsch/maria/maria-deutsch.htm">Maria Deutsch</a> werben für die Stadt an der Bucht von Tokio. „Wir möchten, dass sich mehr Unternehmen aus Frankfurt und Deutschland in Yokohama niederlassen – und umgekehrt auch japanische Firmen nach Frankfurt kommen.“ Seit 1997 unterhält die zweitgrößte Stadt Japans ein Büro in Frankfurt; der Flughafen, die Internationalität, vor allem aber die Entscheidung der Europäischen Zentralbank Ende der Neunziger Jahre, ihren Sitz am Main zu nehmen, hat die Japaner aus der Hafenstadt dazu bewogen, Quartier in der Bankenmetropole zu beziehen. Zuvor war Yokohama jahrzehntelang in Hamburg vertreten, doch Seehandel war Ende der Neunziger nicht mehr en vogue – Aktienhandel, Investments und ein leistungsfähiger Flughafen dagegen umso mehr. Heute sind es die Zukunftsthemen Biotechnologie und Klimaschutz, die Hiroyuki Okamoto an Frankfurt besonders schätzt.</p>
<h4>Made in Germany ist beliebt</h4>
<p>Der fernöstliche Inselstaat ist ein sehr guter Ort für Hightec &#8211; und deutsche Unternehmen sind dort bekannt für die hohe Qualität ihrer Produkte. Der Qualität wegen hat etwa ein führender deutscher Hersteller von Platin-Elementen für die chemische und Glasindustrie jüngst eine Niederlassung in der Nachbarstadt To-kios gegründet. „Das Unternehmen produziert explizit in Japan – und nicht in China, obwohl es dort auch Niederlassungen hat“, sagt Okamoto nicht ohne Stolz über seine jüngste Vermittlung. Ein führendes deutsches Unternehmen im Bereich Lasertechnologie hat sich ebenfalls frisch in Yokohama angesiedelt. „China ist natürlich ein viel größerer Markt, aber unter Qualitätsgesichtspunkten ist Japan ein ganz anderes Pflaster: Hier kann man weitaus besser forschen und entwickeln.“ Deutsche Unternehmen machen – nach amerikanischen – den Löwenanteil ausländischer Investoren in Yokohama aus. Die meisten Firmen betreuen von dort aus ihre Kunden in Japan. Sie produzieren dort oder nutzen das Verkaufsnetz für den Handel mit Ostasien. „Wir sind aber schon zufrieden, wenn Geschäftsbeziehungen entstehen zwischen Deutschland und Yokohama.“ Diese bahnen Maria Deutsch und ihr japanischer Chef auf Kongressen an wie etwa der Biotechnologie-Messe „BioEurope 2011“ Ende Oktober in Düsseldorf.</p>
<h4>Werbung im Kimono</h4>
<p>Auch auf Kulturveranstaltungen wirbt das Yokohama-Büro für Japan und die 3,7-Millionen-Einwohner-Stadt – am Japan-Tag und beim japanischen Filmfestival „Nippon Connection“ sowie in der „Cosplay Corner“ auf der diesjährigen Buchmesse. Cosplayer kostümieren sich wie eine Figur aus einem Manga-Comic oder Computerspiel: „Wir versuchen, Jugendliche vor allem über Popkultur für Japan zu interessieren. Es ist sehr wichtig, dass die jüngere Generation einen Austausch pflegt und später dann miteinander arbeitet.“ Auf der Frankfurter Japan-Week im November wird das Yokohama-Büro ebenfalls für Land, Leute und Wirtschaftsstandort werben. Maria Deutsch, die an der renommierten Tokioter Sophia-Universität studiert hat und schon als Teenagerin Japanisch gelernt hat, wird dabei ihrer Leidenschaft frönen – und sich in einen ihrer zwei Dutzend Kimonos einwickeln. Hiroyuki Okamoto sagt über seine Mitarbeiterin: „Sie ist der personifizierte Brückenschlag zwischen Deutschland und Japan, was gerade im Jahr des 150-jährigen Jubiläums der deutsch-japanischen Beziehungen sehr schön ist“.</p>
<h4>Mit Kreativität in die Zukunft</h4>
<p>Maria Deutsch stammt aus Ostdeutschland und hat sich bereits für Japan und seine Kultur interessiert, als es noch „klassenfeindliches kapitalistisches Ausland“ war. Umgekehrt hatte Hiroyuki Okamoto schon Anfang der Siebziger Jahre einen ganz speziellen Zugang zu Westdeutschland: über die Fußball-Heroen Franz Beckenbauer und Gerd Müller sowie über die Deutsche Bank. Zudem hat der Jurist im vergangenen Jahrzehnt an dem Zukunftsprojekt „Creative City Yokohama“ mitgearbeitet, das Bürgermeister Nakada Hiroshi zu Beginn des Jahrtausends initiiert hatte. Nachhaltigkeit, mehr Bürgerpartizipation und die Nutzung des kreativen Potentials der Bevölkerung waren wichtige Aspekte des Programms. Seitdem, so Okamoto, wandelt sich die Gesellschaft, wird moderner. Spätestens seit dem Erdbeben im März dieses Jahres ist sie im Umbruch: „Statt auf die Politik und die Verwaltung zu warten, packen die Japaner selbst an, bilden Netzwerke aus und investieren, ohne einen materiellen Gewinn zu erwarten.“</p>
<h4>Die wohl wichtigste Verbindung</h4>
<p>Seit diesem Herbst sind Frankfurt und Yokohama Partnerstädte, die zwar viele Gemeinsamkeiten haben – die wichtigste aber ist rund und grün und so ganz nach dem Herzen des Fußballfans im 18. Stock: In beiden Städten fanden die Endspiele von Fußball-Weltmeisterschaften statt (2002 und 2011). „Deutschland ist in Yokohama zwar nur Zweiter geworden, Japan in Frankfurt aber Weltmeister!“ Lieblingsverein des Fußballfans Okamoto ist „natürlich die Eintracht! Hoffentlich kommen sie schnell wieder in die erste Liga!“ Ein wichtiger Programmpunkt des Besuchs einer Delkegation von Stadtverordneten aus Yokohama zeitgleich mit der Japan-Week im November wird daher auch ein Fußballspiel sein, bei dem Politiker beider Städte gegeneinander antreten werden. Die Oberbürgermeisterin von Yokohama wird ebenfalls Anfang November Frankfurt besuchen und sich mit ihrer Amtskollegin treffen.</p>
<p>Harald Ille</p>
<p style="clear: both;"><a href="http://spread.ly/?url=http%3A%2F%2Fwww.blogille.de%2Fhiroyuki-okamoto-wirbt-fur-seine-stadt%2F&title=Hiroyuki+Okamoto+wirbt+f%C3%BCr+seine+Stadt&tags=Asien,Europazentrale,Internationale+Beziehungen,Japan,Kulturaustausch,Wirtschaft,Yokohama,Allgemein,Artikel,Feature,Frankfurt+ist+Spitze" rel="like"><img src="http://spread.ly/img/like-button.jpg" alt="Like" /></a></p>]]></content:encoded>
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