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	<title>La Blogille.</title>
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	<description>Öffentliches und Veröffentlichtes von Harald Ille, Heidelberg</description>
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		<title>Fünfzig DVDs jede Sekunde</title>
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		<pubDate>Wed, 25 Apr 2012 09:54:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Harald Ille</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<div><img width="600" height="300" src="http://www.blogille.de/wp-content/uploads/2012/04/DECIXSwitch.jpg" class="attachment-post-thumbnail wp-post-image" alt="DECIXSwitch" title="DECIXSwitch" /></div>Unscheinbar im Kontorhaus im Frankfurter Osthafen sitzt die DE-CIX Management GmbH. Ihr Internetknoten ist der gefragteste des Planeten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div><img width="600" height="300" src="http://www.blogille.de/wp-content/uploads/2012/04/DECIXSwitch.jpg" class="attachment-post-thumbnail wp-post-image" alt="DECIXSwitch" title="DECIXSwitch" /></div><h3>Datendurchsatz im größten Internetknoten der Welt steht vor neuer Rekordmarke</h3>
<p><strong>Im Kontorhaus im Frankfurter Osthafen haben Werbeagenturen und Trickfilmproduktionsgesellschaften ihren Sitz. In den Büros zwischendrin sitzt unscheinbar die Firma, die ihnen den Zugang zum Internet ermöglicht – und den Zugang Deutschlands und Osteuropas gleich mit: die DE-CIX Management GmbH.</strong></p>
<p>Frankfurt am Main (pia) Fünfzig DVDs rauschen derzeit durch den Frankfurter Internetknoten DE-CIX, Sekunde für Sekunde. Eine unvorstellbare Menge an Daten. Jeden Tag kommt derzeit Inhalt für 2,2 Millionen DVDs zusammen. Würden sie alle aneinandergelegt, reichte die Strecke von Frankfurt bis Bayreuth: 264 Kilometer an pickepackevollen Datenträgern. Kein Wunder, dass der Frankfurter Internetknoten der dickste und verkehrsreichste der Welt ist. Knapp zwei Terabit an Einsen und Nullen schießen pro Sekunde auf der einen Seite des Knotens rein und auf der anderen Seite mit einem neuen Ziel wieder raus – der DE-CIX ist eine riesige Vermittlungsstelle, die den Datenpaketen den richtigen Weg ins gewünschte E-Mail-Postfach zeigt, das neueste Amazon-Produkt aufs Handy oder das meist geklickte YouTube-Video auf den heimischen Bildschirm holt.</p>
<h4>Hier steigen die Daten um</h4>
<p>„Wir sind der ‚Flughafen-Betreiber‘“, vergleicht Frank Orlowski das Geschehen im Knoten mit dem Gewusel im Luftverkehr. „Die Internet-Daten können dort umsteigen.&#8221; Je besser, zuverlässiger und schneller die Verbindung, desto mehr „Traffic“ – auch wenn der Weg manchmal etwas länger ist. „Eine E-Mail, die von St. Petersburg nach Moskau geschickt wird, wird über Frankfurt geleitet“, so Orlowski von „Digital Hub FrankfurtRheinMain“. Der Verein will „FrankfurtRheinMain zum bedeutendsten digitalen Knotenpunkt in Europa“ machen. Denn auf der weltweiten Spitzenposition darf sich Frankfurt angesichts der digitalen Konkurrenz aus Amsterdam und London, vor allem aber der asiatischen Boomtowns, keinesfalls ausruhen. Die städtische Wirtschaftsförderung und die Goethe-Uni, die Volks- und die Commerzbank haben den Verein zusammen mit der DE-CIX und vielen anderen Frankfurter Organisationen aus der Kreativ- und der Internetwirtschaft gegründet. Er will die Internet-Infrastruktur in der Region weiter ausbauen und setzt auf den verstärkten Ausbau der Glasfaserkapazitäten.</p>
<h4>Schneller an den Kunden</h4>
<p>Und das scheint auch nötig zu sein, denn: Jedes Jahr verdoppelt sich der Datendurchsatz. Internet-Fernsehen und Videokonferenzen machen den Löwenanteil des Datenverkehrs aus – Dienste, die vor fünfzehn Jahren noch völlig exotisch anmuteten. Jetzt wandert selbst das gute alte Telefonat ins Internet. Seit Jahresbeginn kann der Frankfurter Internet-Knoten deshalb auch Sprachkommunikation weitaus einfacher vermitteln als bisher. 450 internationale und deutsche Internet-provider und Telekommunikationsfirmen sind bereits direkt an den Knoten angeschlossen „Es wird dem weltweiten Trend gerecht, Telefonservices grundsätzlich über das Internet bereit zu stellen“, sagt Harald Summa, Geschäftsführer des DE-CIX. Multimedia natürlich auch: Manche Fernsehsender streamen ihr Programm direkt an den Knoten. Und große Suchmaschinen wie Google und Yahoo begnügen sich nicht mit einem Rechenzentrum in Amerika. Sie haben ebenfalls einige Slots des Knotens direkt belegt, weil sie so näher an den europäischen Kunden „dran“ sind, die Suchergebnisse schneller bereitstellen können.</p>
<h4>Künftig zwanzig Gigabit pro Sekunde</h4>
<p>Vor 15 Jahren war bei privaten Internetanschlüssen ISDN-Geschwindigkeit das Maß aller Dinge. Heute ist es VDSL mit 32 MBit, eine Steigerung um den Faktor 500. „Rechnet man den Bedarf hoch, sind in zehn bis 15 Jahren Bandbreiten von zehn oder gar zwanzig Gigabit pro Sekunde für jeden Haushalt realistisch“, rechnet Frank Orlowski vor. Immer mehr Anwendungen wandern vom heimischen PC ins Internet. Wenn zukünftig jede Wohnung automatisiert ist und sowohl Lichtschalter wie Heizungsthermostate ans Netz angeschlossen sind, jedes Kleidungsstück und jeder Sensor im Auto auch &#8211; das sogenannte „Internet der Dinge“ also Realität ist -, wird der Datenverkehr selbstverständlich um viele weitere Zehnerpotenzen zulegen. Kupferkabel sind mit solchen Datenmengen längst überfordert, 50 Megabit pro Sekunde auf der sogenannten „letzten Meile“ bis zur Wohnung sind das höchste der DSL-Gefühle. Eine einzige Glasfaser hingegen überträgt heute schon die doppelte Datenmenge im „Normalbetrieb“ pro Kanal – 512 Gigabit sind bereits möglich, und statt eines Kanals kann eine einzelne Faser 48 davon übertragen. Macht den Inhalt von 3.700 CDs – pro Sekunde.</p>
<h4>Frankfurter Kongress über IPv6</h4>
<p>Das „Internet der Dinge“ wird mit einem neuen Protokoll möglich, das zwar schon seit 15 Jahren existiert und von fast allen Computern, Geräten und Internetbrowsern verstanden wird, das aber trotzdem noch einen Dornröschenschlaf schläft. „IPv6“ heißt das Zauberwort, mit dem alles und jedes ins Netz eingebunden werden kann und das den derzeitigen Standard IPv4 ersetzen soll. Ein Problem der bisherigen Internet-Adressen ist, dass es viel zu wenige von ihnen gibt – nicht mal für jeden Menschen eine. In ganz Asien gibt es mittlerweile keine freien Adressen mehr und in Europa gehen sie noch in diesem Jahr zur Neige. IPv6 mit seinen unfassbaren 340 Sextillionen Adressen löst dieses Problem auf einen Schlag und bietet noch viele weitere Vorteile. Allerdings tun sich manche Provider – darunter auch Behörden – noch schwer, auf das neue Protokoll umzustellen. Aber auch hier hilft DE-CIX in Frankfurt mit seinem Knowhow der Internet-Wirtschaft weiter: Am 10. und 11. Mai organisiert der Knotenbetreiber zusammen mit dem Fachverlag Heise den führenden Kongress dazu. Passenderweise in einem Multiplexkino, das schon häufiger durch Veranstaltungen der Kreativwirtschaft von sich reden machte und das eine Zukunftsvision im Namen trägt: das „Metropolis“ am Eschenheimer Turm.</p>
<p>Harald Ille</p>
<p>(Update: In der ersten Version hatten wir die Peak-Leistung von 2 Terabit/s auf den ganzen Tag hochgerechnet. Der tatsächliche Tagesdurchschnitt liegt bei 0,938 Tbit/s. Das entspricht einem durchschnittlichen Datendurchsatz von 10,13 Petabyte/Tag oder 2,2 Millionen DVDs. Die Strecke reicht also nicht bis Hamburg, sondern stattdessen bis Bayreuth.)</p>
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		<title>Frühjahrskurs &#8220;ABC des Journalismus&#8221;</title>
		<link>http://www.blogille.de/2012/01/neuer-kurs-abc-des-journalismus/</link>
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		<pubDate>Fri, 27 Jan 2012 13:00:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Harald Ille</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Journalismus]]></category>
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		<description><![CDATA[<div><img width="640" height="250" src="http://www.blogille.de/wp-content/uploads/2010/12/abcjournalismus.jpg" class="attachment-post-thumbnail wp-post-image" alt="abcjournalismus" title="abcjournalismus" /></div>Mein nächster VHS-Kurs im Presseamt beginnt am 16. Februar. Und natürlich mache ich gerne Werbung für den tollen Kurs. Also, der Dozent ist wirklich... so ... da.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div><img width="640" height="250" src="http://www.blogille.de/wp-content/uploads/2010/12/abcjournalismus.jpg" class="attachment-post-thumbnail wp-post-image" alt="abcjournalismus" title="abcjournalismus" /></div><p>Mein nächster VHS-Kurs im Presse- und Informationsamt steht an. Leider schreibt die VHS immer &#8220;Schreibwerkstatt&#8221; drüber, obwohl es gar keine Schreibwerkstatt im klassischen Sinne ist. Anyway.</p>
<p>Das &#8220;ABC des Journalismus&#8221; richtet sich an all diejenigen, die für ihren Verein oder für ihr Unternehmen Pressearbeit machen sollen oder wollen und dazu ein Rüstzeug brauchen. Wie schreibe ich eine Pressemitteilung? Was soll in die Pressemappe? Ich gebe einen kurzen Einblick in die Art und Weise, wie Redaktionen ticken, und helfe, Fettnäpfchen zu erkennen und zu vermeiden. Also ein Kurs für alle, die schon immer mal wissen wollten, wie dieses mythische Ding namens &#8220;Journalismus&#8221; eigentlich funktioniert.</p>
<p>Der Kurs findet an sechs Donnerstagabenden ab 16. Februar im Presseamt der Stadt Frankfurt statt und kostet 59 Euro.<br />
Hier könnt Ihr Euch anmelden: <a title="Website der Volkshochschule Frankfurt" href="http://www.vhs-frankfurt.de">http://www.vhs-frankfurt.de</a> -&gt; Suchwort &#8220;ABC&#8221;.</p>
<p><a href='http://www.blogille.de/wp-content/uploads/2012/01/VHSKurs.pdf'>Die Ausschreibung findet Ihr auch hier als PDF-Datei.</a></p>
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		<title>„Die Zukunft hängt am Smartphone“</title>
		<link>http://www.blogille.de/2012/01/%e2%80%9edie-zukunft-hangt-am-smartphone/</link>
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		<pubDate>Wed, 18 Jan 2012 11:38:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Harald Ille</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<div><img width="600" height="300" src="http://www.blogille.de/wp-content/uploads/2012/01/mdays_6x3.jpg" class="attachment-post-thumbnail wp-post-image" alt="mdays_6x3" title="mdays_6x3" /></div>Anfang Februar widmet sich eine Frankfurter Messe der Zukunft des Geldverdienens, Einkaufens und Bezahlens über Smartphone-Apps: die M-Days 2012.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div><img width="600" height="300" src="http://www.blogille.de/wp-content/uploads/2012/01/mdays_6x3.jpg" class="attachment-post-thumbnail wp-post-image" alt="mdays_6x3" title="mdays_6x3" /></div><h3>Die Messe „M-Days“ beschäftigt sich mit intelligenten Telefonen</h3>
<p><strong>Die Zukunft ist nicht nur digital, sie ist vor allem auch mobil – und das Handy wird zusehends der wichtigste Begleiter des modernen Menschen. Anfang Februar widmet sich eine Frankfurter Messe der Zukunft des Geldverdienens, Einkaufens und Bezahlens über Smartphone-Apps: die <a href="http://www.m-days.de">M-Days 2012</a>.</strong></p>
<p>Frankfurt am Main (pia) <a href="http://www.dict.cc/?s=Handy">„Handy“</a> ist ein toller englischer Begriff: Er bedeutet „nützlich“, „bequem“ oder auch „griffbereit“. Alles das also, was ein Mobiltelefon beschreibt. Die stromsparenden Hochleistungscomputer für die Hosentasche, mit denen man früher nichts außer leidlich telefonieren konnte, sind mittlerweile zu unersetzlichen digitalen Assistenten gereift: Sie helfen Diabetikern bei der Produktsuche im Supermarkt und Schnäppchenjägern auch. Sie wissen mitten in der Ödnis, wo der nächste Bus fährt – das Ticket kann man auch gleich mit ihnen bezahlen. Und sie ersetzen immer mehr Gerätschaften wie TV-Fernbedienung und Barcode-Scanner, Wasserwaage und Teleskop und brauchen dazu nichts weiter als ein kleines kostengünstiges Programm, die „App“.</p>
<h4>Zwei Tage Zukunft</h4>
<p>Moderne „Smartphones“ verändern die Art, wie wir zukünftig leben, rapide, grundlegend und unumkehrbar. Daher schaut sich die Frankfurter Messe „M-Days“ am 1. und 2. Februar genauer an, was man mit diesen „intelligenten Telefonen“ und ihrer größeren Ausfertigung für das Fingerspitzensurfen, den Tablets, so alles anstellen kann. Vor allem ist die Frage: Wie können Unternehmen in der schönen neuen Welt des Überallinternets Geld verdienen, und die Arbeitnehmer in einem veränderten Arbeitsumfeld auch? „Das mobile Internet ist der Schlüssel“, sagt <a href="http://www.yasni.de/person//carsten+szameitat+/carsten+szameitat+-.htm">Carsten Szameitat </a>von der Erdinger Agentur <a href="http://www.11prozent.de/">„11 Prozent Communication“</a>, die die M-Days vor acht Jahren gegründet hat.</p>
<h4>Das Handy informiert</h4>
<p>Ein Schlüssel, der uns eine Welt aufschließt, die bis vor wenigen Jahren noch pure Science Fiction war: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Erweiterte_Realit%C3%A4t">„Erweiterte Realität“</a> etwa. Man sieht im Wald einen unbekannten Pilz, richtet die Handykamera auf das potentiell giftige Gewächs – und erhält sofort ein Kochrezept, wenn der Röhrling wider Erwarten doch essbar ist. <a href="http://www.marketing-boerse.de/News/details/Extended-Packaging-als-Alltagshelfer/33205">„Extended Packaging“</a> nennt sich ein Aspekt dieser Technik, der auf den M-Days präsentiert wird und der die „Verpackung erweitert“ mit zusätzlichen wichtigen Produkt-Informationen. Über den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Strichcode">Barcode</a> werden Allergiker damit vor Laktose oder <a href="http://www.blogallergie.de/2008/10/18/nussallergie-eine-lebensbedrohende-gefahr/">Spuren von Nüssen</a> im Produkt gewarnt – was im Zweifel ihr Leben retten kann.</p>
<h4>Das Handy steuert</h4>
<p>„Die Zukunft hängt am Smartphone“, postuliert denn auch <a href="http://www.yasni.de/person/nazeman/hamid-reza/hamid-reza-nazeman.htm">Hamid-Reza Nazeman</a> von der kalifornischen Mobilfunk-Forschungsfirma <a href="http://www.qualcomm.de/">Qualcomm</a>: „Ich bin sicher, dass auch das kommende Jahr ganz im Zeichen der drahtlosen Technologien und des mobilen Internets stehen wird und in unserem Alltag in den verschiedenen Bereichen – ob zu Hause, unterwegs oder im Auto – zum Einsatz kommt.“ Das Smartphone übernimmt dabei immer mehr die Aufgaben, die noch vor wenigen Jahren spezielle und damit teure Steuerungselektronik in grauen Schaltschränken übernommen hat; es verbindet Stereoanlage mit Zentralheizung und Flachbild-TV mit Waschmaschine und hilft so, die eigene Wohnung buchstäblich <a href="http://www.smarthomes.de/">fernzusteuern</a>. <a href="http://www.handelsblatt.com/auto/nachrichten/der-erste-beifahrer-der-niemals-noergelt/6054686.html?p6054686=all">Autos</a> vernetzen sich per Mobilfunk untereinander und verhindern damit Unfälle, <a href="http://www.teltarif.de/arch/2009/kw04/s32689.html">Staus </a>werden vermieden. Wenn’s doch mal kracht, ruft das „smarte Auto“ automatisch die „112“ an, was laut einer <a href="http://ec.europa.eu/information_society/doc/factsheets/049-ecall-de.pdf">Studie der EU-Kommission</a> die Zahl der Verkehrstoten signifikant senken könnte.</p>
<h4>Das Handy kauft ein</h4>
<p>Dass man mit dem mobilen Internet richtig Geld verdienen kann, ist schnell einsichtig: M-Commerce heißt eines der Schlagwörter der Messe, M-Couponing und M-Payment sind andere – digitale Rabattaktionen sollen die Smartphone-Nutzer in den eigenen Laden lenken, wo sie mit dem Handy bezahlen. Der gesamte Geschäftsablauf kann im „Mobile Commerce“ mit und über das Mobiltelefon abgewickelt werden. Besonders Tablet-Computer erweitern das Einkaufserlebnis mit einem Fingerwisch. „Durch anwenderfreundliche Bedienung steigt der Spaßfaktor – und mit ihm der Umsatz“, schreibt <a href="http://www.yasni.de/person/szameitat/angelique/angelique-szameitat.htm">Angelique Szameitat</a> im Branchenmagazin <a href="http://www.wai.de/wai-pages/11prozent/">„GFM Nachrichten“</a>.</p>
<h4>Das Handy wird zum Büro</h4>
<p>Dass das mobile Netz auch den Berufsalltag vieler Menschen umkrempelt, ist weniger offensichtlich. „Mobile Working“ heißt die „Fachkonferenz für mobile Arbeitswelten“, die an den beiden Messetagen dem Arbeitsplatz der Zukunft nachspürt. Dieser wird – folgt man dem Vortragsprogramm – von Social Media inspiriert sein, mit so genannten Cloud-Services und mobilen Apps operieren und neue Anforderungen an das eigene Zeitmanagement und die IT-Sicherheit stellen. Erstmalig auf den M-Days werden Experten die organisationspsychologischen und kulturellen Veränderungen erläutern, die auf die Unternehmen und ihre „Mobile Worker“ zukommen.</p>
<h4>Show Your App Award 2012</h4>
<p>Im Mittelpunkt der Messe steht auch ein kleiner Schnipsel Software: die beste App des Jahres. Diese wird – wie sonst? – durch ein Online-Voting auf <a href="http://showyourapp.com">http://showyourapp.com</a> ermittelt. Die <a href="http://www.bundestag.de/presse/pressemitteilungen/2010/pm_1009072.html">Abgeordneten-App des Bundestags</a>, eine <a href="http://itunes.apple.com/de/app/pocket-fahrschule/id436764243?mt=8">„Pocket-Fahrschule“</a> oder die eine <a href="http://showyourapp.com/de/ios/app/sc-paderborn-07">App des SC Paderborn</a> – es gibt natürlich nichts, was es nicht gibt in den ins Kraut schießenden App-Stores dieser Welt. Apps sind die treibende Kraft des mobilen Internets: Über 38 Milliarden Dollar Volumen soll der App-Markt 2015 weltweit verfügen, eine Verzehnfachung gegenüber 2011. Die „M-Days“ sehen sich mit 120 Ausstellern und über 200 Referenten denn auch als „Leitveranstaltung für das mobile Internet“, die auch Frankfurts Web-Gemeinde außerhalb der Messehalle 1.2 einbezieht: mit den Sonderveranstaltungen <a href="http://www.mobile-monday.de/events/mobile-innovation-night-m-days-2012">MobileMonday</a>, <a href="http://www.medienmittwoch.de/veranstaltungen/">MedienMittwoch</a> und <a href="http://www.twittwoch.de/4-twittwoch-rhein-main-am-01-02-2012-in-frankfurt/">Twittwoch</a> sowie einer exklusiveren <a href="http://m-days.messefrankfurt.com/frankfurt/de/besucher/eventhighlights/mobile_media_night.html">„Mobile Media Night“</a> im SKYclub Frankfurt.</p>
<p>Harald Ille</p>
<p>[Der Text erscheint am 19. Februar 2012 als Feature des Presse- und Informationsamtes.]</p>
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		<title>600 Millionen Volt bei klirrender Kälte</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Jan 2012 12:40:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Harald Ille</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<div><img width="600" height="300" src="http://www.blogille.de/wp-content/uploads/2012/01/podlech_prototyp_6x3.jpg" class="attachment-post-thumbnail wp-post-image" alt="podlech_prototyp_6x3" title="podlech_prototyp_6x3" /></div>Das Institut für Angewandte Physik (IAP) der Frankfurter Universität räumt das wieder weg, was mit Otto Hahns Entdeckung über die Welt gekommen ist: extrem langlebiger radioaktiver Müll]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div><img width="600" height="300" src="http://www.blogille.de/wp-content/uploads/2012/01/podlech_prototyp_6x3.jpg" class="attachment-post-thumbnail wp-post-image" alt="podlech_prototyp_6x3" title="podlech_prototyp_6x3" /></div><h3>Frankfurter Physiker nehmen sich des Atommülls an – indem sie ihn beschießen</h3>
<p><strong>Frankfurt ist – wenn man so will – der Nukleus der Kernspaltung. Schließlich ist ihr Entdecker Otto Hahn hier geboren. Das Institut für Angewandte Physik (IAP) der Frankfurter Universität räumt nun das wieder weg, was mit Otto Hahns Entdeckung über die Welt gekommen ist: extrem langlebiger radioaktiver Müll.</strong></p>
<p>Frankfurt am Main (pia) Wenn man sich diese Begriffe einfach auf der Zunge zergehen lassen könnte, wäre ja alles nicht so schlimm: Pluto- und Neptunium, Americium und Curium. Diese Stoffe sind jedoch höchst giftig, hoch radioaktiv und haben zudem die übermenschliche Eigenschaft, beinahe ewig zu existieren. Der Physiker <a href="http://www.yasni.de/person//holger+podlech+/holger+podlech+-.htm">Holger Podlech </a>von der Goethe-Universität möchte den strahlenden AKW-Hinterlassenschaften nun den Garaus machen: durch einen indirekten Beschuss des Mülls mit Wasserstoffkernen, also Protonen aus einem Teilchenbeschleuniger.</p>
<h4>Geologische Zeitskalen</h4>
<p>Die Zeiträume, in denen manche radioaktive Substanzen vor sich hinstrahlen, sind unvorstellbar: Thorium etwa hat eine Halbwertszeit von 14 Milliarden Jahren – genauso alt soll unser Universum sein. Das häufigste Isotop von Plutonium (Pu-244) muss immerhin 80 Millionen Jahre lang Strahlung aussenden, bis sich die Hälfte des hochgiftigen Stoffes in Uran-240 umgewandelt hat – und das dann seinerseits ungerührt weiter strahlt. Holger Podlech verspricht, diese gigantischen Zahlen drastisch zu verkürzen – auf geradezu mickrig erscheinende zweihundert, höchstens dreihundert Jahre: „Wir reduzieren die Zeitskala von geologischen auf nur noch historische Dimensionen.“</p>
<h4>Das Gegenteil eines Kernkraftwerks</h4>
<p>Die Methode dazu ist schon vor etwa 30 Jahren theoretisch ersonnen worden – aber die Technik wurde erst in den letzten Jahren entwickelt. Das IAP Frankfurt, das bei Beschleunigern niedriger und mittlerer Energien weltweit die Nummer 1 ist, hat dabei maßgeblichen Anteil. „Transmutation“ nennt sich das Verfahren, das mit den Naturgesetzen der Kernspaltung quasi „Billard spielt“. Die bunten Kugeln sind Blei- und Wismut-Atome, die kontinuierlich mit Protonen beschossen werden; der physikalisch nötige Umweg, um freie Neutronen zu erhalten. Der Beschuss löst eine Kettenreaktion aus, die ähnlich wie in einem Kernreaktor abläuft: Die freien Neutronen suchen sich die Atomkerne in den „Brennstäben“ und spalten sie. Der Unterschied zur Stromerzeugung in einem Kernkraftwerk ist, dass in den Brennstäben der Brennstoff steckt, im Transmutations-Reaktor jedoch ihr Gegenteil: der hunderttausende von Jahren strahlende Müll.</p>
<h4>Beschleunigter Zerfall</h4>
<p>Die Kernreaktionen zerlegen den zähen Abfall in diverse kurzlebige Isotope, die nur noch Tage und Wochen, allerhöchstens jedoch ein paar Dutzend Jahrzehnte strahlen. Der „Queue“, der die Karambolage anstößt, ist ein 250 Meter langer Teilchenbeschleuniger. Er besteht grob aus zwei Abschnitten: Zwei parallel arbeitenden Injektoren, die den Protonenstrahl erzeugen und die Teilchen auf zwanzig Prozent Lichtgeschwindigkeit katapultieren, und einem 235 Meter langen Haupt-beschleuniger, der dem Strahl dann richtig Feuer gibt – und selbst mächtig unter Strom steht: die Beschleunigungsspannung beträgt unfassbare 600 Millionen Volt!</p>
<h4>Feinstmechanik made in Frankfurt</h4>
<p>Diese Injektoren sind die Frankfurter Spezialität im weltweiten Beschleuniger-Business – selbst das CERN in Genf benutzt Frankfurter Protonenkanonen, die den Teilchenstrahl erzeugen, bevor er im unterirdischen Riesenring immer schneller Richtung Lichtgeschwindigkeit gesaugt wird. „Einen Beschleuniger zu bauen, ist nicht trivial“, sagt der Wissenschaftler, der erst am neuen Frankfurter Uni-Campus Riedberg den Platz und die technischen Möglichkeiten hat, seine hochkomplexen Apparaturen für das Allerkleinste zusammenzuschrauben und zu testen. Denn: Alles muss bis ins kleinste Detail hinein passen. Würde sich ein unsichtbares Staubkorn im Beschleuniger verirren, könnte dies zu einem Ausfall führen. Dies darf nur wenige Mal im Jahr passieren, um den Reaktor langfristig nicht zu beschädigen. Die Physik auf atomarer Ebene ist ohnehin eine Wissenschaft für sich.</p>
<h4>Hochtechnologie am Nullpunkt</h4>
<p>Um den Beschleuniger zu betreiben, muss er ständig mit Hochfrequenzleistung gefüttert werden. Um die dabei auftretenden Verluste und damit die Betriebskosten möglichst niedrig zu halten, setzt Holger Podlech daher auf supraleitende Materialien, bei denen der elektrische Widerstand wundersam verschwindet und die daher extrem effizient sind. Nachteil: Sie müssen auf eine Temperatur nahe dem absoluten Nullpunkt heruntergekühlt werden – und sie kosten entsprechend: 100.000 Euro alleine das Metall für eine 60 Zentimeter kurze Beschleunigereinheit, Niob. Flüssiges Helium kühlt das Protonenkatapult, das zudem von einem Vakuum umhüllt sowie mit flüssigem Stickstoff und Spezialfolien aus der Raumfahrt geschützt ist.</p>
<h4>Müll entsorgen und Strom erzeugen</h4>
<p>Noch arbeitet Holger Podlech an Prototypen für die erste Atommüll-Entsorgungs-Versuchsanlage MYRRHA, mit deren Bau in den nächsten drei Jahren in Belgien begonnen werden soll und die rund eine Milliarde Euro kosten wird. Klappt dort alles, wäre der Weg frei für eine ordentliche Transmutationsanlage, die den Atommüll von zehn AKW „verdauen“ und dabei – das ist die Besonderheit – sogar selbst noch Strom produzieren könnte. Denn in den „abgebrannten Elementen“ steckt noch ungeheuer viel Energie: Der Beschuss der Transurane setzt zehnmal mehr frei als der Teilchenbeschleuniger seinerseits benötigt.</p>
<h4>Abgeklungen zurück ins Bergwerk</h4>
<p>Etwa 440 Atomkraftwerke gibt es derzeit weltweit, die rund 8.000 Tonnen strahlenden Müll im Jahr hinterlassen – und weltweit ist kein Endlager in Sicht. Vielleicht ist auch keins mehr nötig, denn der Atommüll der Welt würde nach dem Beschuss aus Podlechs Protonenkanone in eine Halle passen, die kaum größer ist als der Neubau auf dem Riedberg, in dem sein Prototyp derzeit steht. Dort würde er ein paar Jahrzehnte abklingen und könnte dann unschädlich wieder dahin gebracht werden, wo er einstmals herkam: ins Bergwerk.</p>
<p>Harald Ille</p>
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		<title>Social Media Newsroom bei &#8220;Kommune 21&#8243;</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Jan 2012 08:57:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Harald Ille</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<div><img width="600" height="300" src="http://www.blogille.de/wp-content/uploads/2012/01/SMNR-Kommune21.jpg" class="attachment-post-thumbnail wp-post-image" alt="SMNR-Kommune21" title="SMNR-Kommune21" /></div>Die Fachzeitschrift "Kommune 21" widmet sich in in ihrer ersten Ausgabe des Jahres 2012 dem "Siegeszug sozialer Medien" in den Kommunalverwaltungen. Wir durften unseren "Social Media Newsroom" vorstellen. Die Redaktion hat mir den Druckspiegel freundlicherweise als PDF-Datei zukommen lassen]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div><img width="600" height="300" src="http://www.blogille.de/wp-content/uploads/2012/01/SMNR-Kommune21.jpg" class="attachment-post-thumbnail wp-post-image" alt="SMNR-Kommune21" title="SMNR-Kommune21" /></div><p>Die Fachzeitschrift <a href="http://www.kommune21.de/web/de/kommune21-online,85_0_0_82.5,0">&#8220;Kommune 21&#8243;</a> widmet sich in in ihrer ersten Ausgabe des Jahres 2012 dem &#8220;Siegeszug sozialer Medien&#8221; in den Kommunalverwaltungen. Wir durften unseren <a title="Social Media Newsroom Frankfurt" href="http://www.smnr-frankfurt.de">&#8220;Social Media Newsroom&#8221; </a>vorstellen. Die Redaktion hat mir den Druckspiegel freundlicherweise als PDF-Datei zukommen lassen.</p>
<p>Hier zur PDF-Datei: <a href="http://www.blogille.de/wp-content/uploads/2012/01/Kommune21_01_2012_S22_Illa.pdf">Kommune21_01_2012_S22_Illa</a></p>
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		<title>Erwartet das Unerwartete</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Dec 2011 10:02:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Harald Ille</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<div><img width="600" height="300" src="http://www.blogille.de/wp-content/uploads/2011/12/tomi_ungerer_frosch.jpg" class="attachment-post-thumbnail wp-post-image" alt="tomi_ungerer_frosch" title="tomi_ungerer_frosch" /></div>Tomi Ungerer hat auch in der Welt der Satire deutliche Spuren hinterlassen. Zu seinem 80. Geburtstag zeigt das „Caricatura Museum Frankfurt“ seine komischen und satirischen Zeichnungen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div><img width="600" height="300" src="http://www.blogille.de/wp-content/uploads/2011/12/tomi_ungerer_frosch.jpg" class="attachment-post-thumbnail wp-post-image" alt="tomi_ungerer_frosch" title="tomi_ungerer_frosch" /></div><h3>Karikaturenmuseum zeigt zum 80. das satirisch-komische Werk Tomi Ungerers</h3>
<p><strong>Der bekannteste lllustrator der Welt, berühmt für seine Kinderbücher und Collagen, hat auch in der Welt der Satire deutliche Spuren hinterlassen. Zu seinem 80. Geburtstag zeigt das „Caricatura Museum Frankfurt“ Tomi Ungerers komische und satirische Zeichnungen. Der Künstler selbst wird die Schau am 7. Dezember eröffnen.</strong></p>
<p>Frankfurt am Main (pia) Man kann, man muss das Unerwartbare erwarten bei diesem Zeichner: Frösche, die einem experimentellen Liebesleben mit einem Nikolaus fröhnen, Katzen, die sich sardinengleiche Mäusekonserven munden lassen, oder ein amerikanisch-imperialistischer Don Quijote, der nicht gegen sowjetische Ölförder-Windmühlen anzureiten wagt. <a href="http://www.yasni.de/person/ungerer/tomi/tomi-ungerer.htm">Tomi Ungerer</a>, eben 80 Jahre alt geworden, ist ein großer Satiriker, in Teilen gar Zyniker, ein „Großphantast des Fetischismus“ (FAZ) – und das ist unerwartet bei einem Mann, der vor allem unschuldige Kinderbücher illustriert hat.</p>
<h4>Ein über vielen thronender Zeichner</h4>
<p>„Ich bin mein eigenes ewiges Kind“, sagte der Achtzigjährige mit dem schelmischen Grinsen jüngst in der Kultursendung „ttt“: „Was ist ein blauer Himmel ohne Wolken? Langweilig. Gib mir einen Sturm: Dann ist was los!“ Kein Wässerchen also kann er trüben, der Weltstar aus dem Elsass. „Tomi Ungerer ist ein über Vielen thronender Zeichner“, sagt der Kurator der Ausstellung Bernd Fritz voll ehrlicher Anerkennung. „Man staunt und freut sich. Was er alles aus einem Schuh gemacht hat: eine Pastete, er lässt einen Zug hindurchfahren&#8230;“ Man schmunzelt, schüttelt den Kopf über den Einfall und fühlt sich wohl. „Einer der brillantesten Illustratoren der Gegenwart“, fand einst die New York Times. „Ungerer macht gute Laune“, findet <a href="http://www.yasni.de/person/fritz/bernd/bernd-fritz.htm">Bernd Fritz</a>.</p>
<h4>Mehr Verstand als ein Psychologenkongress</h4>
<p>Aber: Trägt „gute Laune“ allein für eine satirische Ausstellung mit über 170 Zeichnungen, dazu fünfzig bislang unveröffentlichten? Natürlich nicht, das erwartbar Unerwartete wird in das kleine Karikaturenmuseum am Frankfurter Weckmarkt einbrechen. „Wir haben versucht, die Spannbreite seines Werkes zu zeigen“, so Fritz. „Wir zeigen Zeichnungen, über die kann nur noch ein fern der Menschheit existierender Gott lachen.“ Das „Kamasutra der Frösche“ etwa – ein Werk, mit dem Ungerer die Sexwelle der 60-er und 70-er Jahre parodiert. Oder ein Objekt, das Frauenbeine als scharfe, schneidende Scheren zeigt. „Tomi Ungerer hat im kleinen Finger mehr Verstand als ein analysierender Psychologenkongress“, analysiert der Züricher Tages-Anzeiger.</p>
<h4>Stilistisch universelles Universalgenie</h4>
<p>Über 40.000 Zeichnungen hat Tomi Ungerer bisher fabriziert, in Straßburg hat er ein eigenes Museum, und sein OEuvre wird sehr häufig gezeigt – was in gewisser Weise Pech ist für die Frankfurter Ausstellung. „Wir haben nicht alle Werke bekommen, die wir wollten“, bedauert der Kurator. „Viele der satirischen Anti-Vietnam- und Anti-Rassismus-Poster waren eben erst ausgestellt.“ Das Caricatura zeigt statt dieser Originale die Poster zur Ausstellung – ein Beleg auch des stilistischen Variantenreichtums Ungerers. „Hier oben im Kopf werde ich jünger und jünger. Für mich wäre es langweilig, mein ganzes Leben bei einem Stil zu bleiben“, sagte er in „ttt“. „Freiheit“, schreibt FAZ-Redakteur <a href="http://www.yasni.de/person/platthaus/andreas/andreas-platthaus.htm">Andreas Platthaus</a> daher über das „Universalgenie“, „ist das wichtigste Element seines Schaffens“.</p>
<h4>Meister der Andeutung</h4>
<p>Als Cartoonist freilich sieht sich das Universalgenie erwartbar nicht. „Er ist ein Zeichner, der nie in der ‚Titanic’ vertreten war – und bei ‚Pardon’ nur zu Anfang“, so Titanic-Mitherausgeber Bernd Fritz. Sprechblasen gibt es nicht, Bildergeschichten mit einer Pointe am Ende selten. Tomi Ungerer ist ein Meister der Andeutung, manchmal allerdings der sehr direkten – vor allem die Kritik an den USA, wo er über ein Jahrzehnt lebte und zum Weltstar aufstieg, war sehr drastisch. Logisch, dass er zur Ikone der 68er-Bewegung wurde, die ihn bis heute für seine Haltung bewundert. „Mit Humor kann man alles erledigen. Das ist mein Luxus. Meine beste Waffe. Genau wie Bleistift, Feder und Papier.“</p>
<h4>Das Thema fürs Leben gefunden</h4>
<p>Eine Waffe, die eine wichtige pädagogische Botschaft in die Welt bringen kann: „Ohne Angst gäbe es keinen Mut. Der Mut ist die Überwindung der Angst.“ <a href="http://www.yasni.de/person//franz+josef+g%f6rtz+/franz+josef+g%f6rtz+-.htm">Franz Josef Görtz </a>von der Sonntagszeitung der FAZ hält den Zeichner aus dem Elsass für einen „Philosophen, der seine durchaus unsystematischen Lehren in Geschichten kleidet und seine Geschichten am liebsten in Bilder – damit Moral und Unmoral, Leben und Tod eine anschauliche Seite bekommen.“ Ein Philosoph, der für die New York Times den tiefschürfenden Weltslogan „Expect the Unexpected“ (Erwarte das Unerwartete) erfunden hat – obwohl er für viele wohl unerwartet nur das Thema seines eigenen Lebens verbalisierte&#8230;</p>
<h4>Repräsentative Auswahl am Weckmarkt</h4>
<p>Einige Tage nach seinem 80. Geburtstag feiert das „caricatura museum frankfurt“ zusammen mit dem „Musée Tomi Ungerer Straßburg“ den Zeichner, Illustrator, Grafiker und Schriftsteller. Am 7. Dezember eröffnet der Künstler zusammen mit dem ehemaligen französischen Kulturminister <a href="http://www.yasni.de/person/lang/jack/jack-lang.htm">Jack Lang</a> die Ausstellung „SATIRICON. Das satirisch-komische Werk“. „Bei seinen Scherzen dominiert ein milder Blick auf uns Sterbliche; nach Art eines gütigen Königs, der sich den Humor des lustigen Kindes bewahrt hat“, so die Einladung. Ungerer selbst würde es sicher unprätentiös-drastischer sagen: „Der Tod ist nur ein Zollbeamter für die Passage auf die andere Seite.“</p>
<p><a href="http://www.yasni.de/person/ille/harald/harald-ille.htm">Harald Ille</a></p>
<p><em>erschienen am 6. Dezember 2011 als <a title="Feature Erwartet des Unerwartete auf frankfurt.de" href="http://www.frankfurt.de/sixcms/detail.php?id=8656&amp;_ffmpar[_id_inhalt]=8733682">Feature</a> des Presse- und Informationsamtes.</em></p>
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		<title>Wer Widerspruch will, muss zu den anderen</title>
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		<pubDate>Fri, 28 Oct 2011 19:40:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Harald Ille</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<div><img width="640" height="250" src="http://www.blogille.de/wp-content/uploads/2010/12/abcjournalismus.jpg" class="attachment-post-thumbnail wp-post-image" alt="abcjournalismus" title="abcjournalismus" /></div><p>Ich bin in keiner Partei. Auch, weil ich mit einer Merkwürdigkeit nicht umgehen kann, die offenbar Grundvoraussetzung für eine zufriedene Parteimitgliedschaft sein muss: Das erfolgreiche Verdrängen der argumentativen Widersprüche in der eigenen Partei bei gleichzeitig genüsslichem Sezieren der Widersprüchlichkeiten des &#8230;</p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div><img width="640" height="250" src="http://www.blogille.de/wp-content/uploads/2010/12/abcjournalismus.jpg" class="attachment-post-thumbnail wp-post-image" alt="abcjournalismus" title="abcjournalismus" /></div><p>Ich bin in keiner Partei. Auch, weil ich mit einer Merkwürdigkeit nicht umgehen kann, die offenbar Grundvoraussetzung für eine zufriedene Parteimitgliedschaft sein muss: Das erfolgreiche Verdrängen der argumentativen Widersprüche in der eigenen Partei bei gleichzeitig genüsslichem Sezieren der Widersprüchlichkeiten des politischen Gegners. Widersprüche sind notwendigerweise Teil des Lebens. Man tut Dinge, obwohl sie nicht vernünftig sind, oder man hält an Gewohnheiten fest, die schaden. So weit, so normal. Außerdem lernt man hoffentlich ständig dazu und revidiert je nach Situation ehemals für unabänderlich gehaltene Gewissheiten. Das ist das Leben.</p>
<p>Aus Sicht eines Parteimitglieds scheint das anders zu sein. Die eigene Partei wird wider alle Wirklichkeit als gefestigt und daher definitionsgemäß als widerspruchsfrei wahrgenommen, während die reichlichen Widersprüche beim politischen Gegner natürlich dessen Charakterschwäche und Boshaftigkeit zu belegen scheinen.</p>
<p>Wie zum Beweis hat Dr. Matthias Zimmer, ein außerhalb des parteipolitischen Bereichs sehr kluger, gewerkschafts- und arbeitnehmernaher Bundestagsabgeordneter der CDU, nun ein <a href="http://www.matthias-zimmer.de/index.php?ka=6&#038;ska=27&#038;idn=44" title="Positionspapier Zimmer" target="_blank">Positionspapier</a> verfasst, das exakt in einem solchen Zustand von Wirklichkeitsblindheit entstanden sein muss. Matthias Zimmer schreibt über den derzeitigen Lieblingsfeind der CDU, die Grünen. Diese hätten kein konsistentes Menschenbild, mithin keine Werte, und würden wegen dieser fehlenden Wertorientierung ihre ohnehin nicht vorhandenen Grundsätze aus machtpolitischen Erwägungen heraus opfern. So wie ihren Pazifismus im Bosnienkrieg etwa. Unausgesprochen streichelt Zimmer mit diesem etwas schrägen Angriff die Seele seiner eigenen Partei: Wir sind die Guten, die selbstverständlich niemals aus irgendwelchen niederen Machtinstinkten heraus ihre Grundsätze aufgeben würden. Schon allein deshalb, weil diese Grundsätze seit Jahrhunderten gefestigt seien. Die Grünen in ihrer Homogenität aber seien gewissen- und geschichtslose Parvenüs, die ihr Fähnchen in den Wind halten. </p>
<p>Diese Einschätzung sichert Zimmer das Gejohle seiner Parteigenossen, das durch einen unnötig miesepetrigen Verweis auf die sicher auch wahltaktisch motivierte Zickzack-Politik der CDU-Parteichefin nicht gestört werden sollte. &#8220;Die&#8221; Grünen stimmen nach sehr harten Diskussionen über die moralische Verpflichtung, Milosevic nach dem Massaker von Srebenica militärisch in den Arm zu fallen, gegen ihre bisherige pazifistische Überzeugung. Für Zimmer ein untrüglicher Beweis ihrer Werte- und Gewissenlosigkeit. Hä? Der Mann lehrt Politikwissenschaft. Er muss also mehr über die &#8220;wahre&#8221; machtpolitische Motivation der Grünen in dieser Frage wissen als ich. Oder er unterstellt eine solche, weil sie gut in das Weltbild seiner Partei passt, die &#8211; wohlgemerkt &#8211; sich eines christlichen bezichtigt? </p>
<p>Ich verzichte hier auf eine maliziöse Aufzeichnung des, nennen wir es: Lernprozesses, der die CDU unter Angela Merkel in den letzten Jahren <del datetime="2011-10-28T19:09:46+00:00">durchmachen musste</del> reifen ließ. Den Atomwiederein- und dann Dochwiederausstieg nur als ein klitzekleines, sicherlich zu vernachlässigendes politisches Randthema, das &#8211; so würde Zimmer sicherlich argumentieren &#8211; ja nur die Festigkeit der Grundwerte belegt. Der wertelose politische Gegner wackelt wie ein Eselschweif im Wind, die CDU hingegen steht fest wie Granit und passt ihre Überzeugungen geänderten Rahmenbedingungen an&#8230; Über soviel Pragmatismus muss der &#8220;Gutmensch&#8221; wirklich mal kurz den Kopf schütteln.</p>
<p>Apropos: Diesen albernen konservativen Kampfbegriff benutzt Dr. Zimmer gerne, weil ihm der Beifall seiner Parteigenossen erneut sicher ist. Ehrlich: Ich bin zehnmal lieber ein Gut- als ein Bösmensch, auch wenn der CDU-Stammtisch dazu bierselig gröhlt. Das sagt mir schon mein christliches Menschenbild &#8211; das der CDU sieht vermutlich anders aus. </p>
<blockquote><p>Matthäus 7: Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge, und wirst nicht gewahr des Balkens in deinem Auge? Oder wie darfst du sagen zu deinem Bruder: Halt, ich will dir den Splitter aus deinem Auge ziehen, und siehe, ein Balken ist in deinem Auge?
</p></blockquote>
<p>Okay, CDU und Grüne sind keine Brüder, vor allem nicht im Geiste. Dann gilt Matthäus Sieben auch nicht, gell, Matthias Zimmer?</p>
<p>Wie gesagt, ich verstehe nicht, wie Akademiker mit mehrfach nachgewiesenen intellektuellen Fähigkeiten derart unaufrichtig argumentieren können. Aber vielleicht ist das der Widerspruch, der zum Leben gehört. Wobei, nein, widersprüchlich ist ja nur der politische Gegner&#8230;</p>
<p>Ich werde nie in eine Partei eintreten können. Ich kann das einfach nicht. </p>
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		<title>Hiroyuki Okamoto wirbt für seine Stadt</title>
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		<pubDate>Fri, 21 Oct 2011 07:14:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Harald Ille</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<div><img width="600" height="300" src="http://www.blogille.de/wp-content/uploads/2011/10/japan.jpg" class="attachment-post-thumbnail wp-post-image" alt="japan" title="japan" /></div>Yokohama, die Stadt an der Bucht von Tokio, ist schon lange mit einer Repräsentanz in Frankfurt vertreten – um Wirtschaftsbeziehungen zu knüpfen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div><img width="600" height="300" src="http://www.blogille.de/wp-content/uploads/2011/10/japan.jpg" class="attachment-post-thumbnail wp-post-image" alt="japan" title="japan" /></div><h3>Das japanische Yokohama betreibt ein Europabüro im Frankfurter Bankenviertel</h3>
<p><strong>Seit diesem Herbst sind Frankfurt und Yokohama Partnerstädte. Die Stadt an der Bucht von Tokio, von der aus die Öffnung Japans zur Welt begann, ist schon lange mit einer Repräsentanz in Frankfurt vertreten – um Wirtschaftsbeziehungen zu knüpfen und auch, um für die Stadt und die japanische Kultur zu werben.</strong></p>
<p>Frankfurt am Main (pia) Hiroyuki Okamoto schaut auf die Welt von einem erhöhten Standpunkt aus. Frankfurt, Deutschland und Europa hat der Repräsentant der japanischen Millionenstadt Yokohama von seinem geräumigen Büro im 18. Stock des FBC-Towers im noblen Westend im Blick. Bankentürme stehen zum Greifen nahe vor ihm, die größte Anwaltskanzlei der Welt – Clifford Chance aus London – hat die Stockwerke darüber gemietet, und wenn er unten aus der Drehtür geht, steht er unmittelbar vor dem François-Mitterrandplatz. Europäischer geht es kaum, und urbaner auch nicht.</p>
<h4>Standortfaktoren Flughafen und Biotech</h4>
<p><a href="http://www.yasni.de/person/okamoto/hiroyuki/hiroyuki-okamoto.htm">Hiroyuki Okamoto</a> und seine Mitarbeiterin <a href="http://www.yasni.de/person/deutsch/maria/maria-deutsch.htm">Maria Deutsch</a> werben für die Stadt an der Bucht von Tokio. „Wir möchten, dass sich mehr Unternehmen aus Frankfurt und Deutschland in Yokohama niederlassen – und umgekehrt auch japanische Firmen nach Frankfurt kommen.“ Seit 1997 unterhält die zweitgrößte Stadt Japans ein Büro in Frankfurt; der Flughafen, die Internationalität, vor allem aber die Entscheidung der Europäischen Zentralbank Ende der Neunziger Jahre, ihren Sitz am Main zu nehmen, hat die Japaner aus der Hafenstadt dazu bewogen, Quartier in der Bankenmetropole zu beziehen. Zuvor war Yokohama jahrzehntelang in Hamburg vertreten, doch Seehandel war Ende der Neunziger nicht mehr en vogue – Aktienhandel, Investments und ein leistungsfähiger Flughafen dagegen umso mehr. Heute sind es die Zukunftsthemen Biotechnologie und Klimaschutz, die Hiroyuki Okamoto an Frankfurt besonders schätzt.</p>
<h4>Made in Germany ist beliebt</h4>
<p>Der fernöstliche Inselstaat ist ein sehr guter Ort für Hightec &#8211; und deutsche Unternehmen sind dort bekannt für die hohe Qualität ihrer Produkte. Der Qualität wegen hat etwa ein führender deutscher Hersteller von Platin-Elementen für die chemische und Glasindustrie jüngst eine Niederlassung in der Nachbarstadt To-kios gegründet. „Das Unternehmen produziert explizit in Japan – und nicht in China, obwohl es dort auch Niederlassungen hat“, sagt Okamoto nicht ohne Stolz über seine jüngste Vermittlung. Ein führendes deutsches Unternehmen im Bereich Lasertechnologie hat sich ebenfalls frisch in Yokohama angesiedelt. „China ist natürlich ein viel größerer Markt, aber unter Qualitätsgesichtspunkten ist Japan ein ganz anderes Pflaster: Hier kann man weitaus besser forschen und entwickeln.“ Deutsche Unternehmen machen – nach amerikanischen – den Löwenanteil ausländischer Investoren in Yokohama aus. Die meisten Firmen betreuen von dort aus ihre Kunden in Japan. Sie produzieren dort oder nutzen das Verkaufsnetz für den Handel mit Ostasien. „Wir sind aber schon zufrieden, wenn Geschäftsbeziehungen entstehen zwischen Deutschland und Yokohama.“ Diese bahnen Maria Deutsch und ihr japanischer Chef auf Kongressen an wie etwa der Biotechnologie-Messe „BioEurope 2011“ Ende Oktober in Düsseldorf.</p>
<h4>Werbung im Kimono</h4>
<p>Auch auf Kulturveranstaltungen wirbt das Yokohama-Büro für Japan und die 3,7-Millionen-Einwohner-Stadt – am Japan-Tag und beim japanischen Filmfestival „Nippon Connection“ sowie in der „Cosplay Corner“ auf der diesjährigen Buchmesse. Cosplayer kostümieren sich wie eine Figur aus einem Manga-Comic oder Computerspiel: „Wir versuchen, Jugendliche vor allem über Popkultur für Japan zu interessieren. Es ist sehr wichtig, dass die jüngere Generation einen Austausch pflegt und später dann miteinander arbeitet.“ Auf der Frankfurter Japan-Week im November wird das Yokohama-Büro ebenfalls für Land, Leute und Wirtschaftsstandort werben. Maria Deutsch, die an der renommierten Tokioter Sophia-Universität studiert hat und schon als Teenagerin Japanisch gelernt hat, wird dabei ihrer Leidenschaft frönen – und sich in einen ihrer zwei Dutzend Kimonos einwickeln. Hiroyuki Okamoto sagt über seine Mitarbeiterin: „Sie ist der personifizierte Brückenschlag zwischen Deutschland und Japan, was gerade im Jahr des 150-jährigen Jubiläums der deutsch-japanischen Beziehungen sehr schön ist“.</p>
<h4>Mit Kreativität in die Zukunft</h4>
<p>Maria Deutsch stammt aus Ostdeutschland und hat sich bereits für Japan und seine Kultur interessiert, als es noch „klassenfeindliches kapitalistisches Ausland“ war. Umgekehrt hatte Hiroyuki Okamoto schon Anfang der Siebziger Jahre einen ganz speziellen Zugang zu Westdeutschland: über die Fußball-Heroen Franz Beckenbauer und Gerd Müller sowie über die Deutsche Bank. Zudem hat der Jurist im vergangenen Jahrzehnt an dem Zukunftsprojekt „Creative City Yokohama“ mitgearbeitet, das Bürgermeister Nakada Hiroshi zu Beginn des Jahrtausends initiiert hatte. Nachhaltigkeit, mehr Bürgerpartizipation und die Nutzung des kreativen Potentials der Bevölkerung waren wichtige Aspekte des Programms. Seitdem, so Okamoto, wandelt sich die Gesellschaft, wird moderner. Spätestens seit dem Erdbeben im März dieses Jahres ist sie im Umbruch: „Statt auf die Politik und die Verwaltung zu warten, packen die Japaner selbst an, bilden Netzwerke aus und investieren, ohne einen materiellen Gewinn zu erwarten.“</p>
<h4>Die wohl wichtigste Verbindung</h4>
<p>Seit diesem Herbst sind Frankfurt und Yokohama Partnerstädte, die zwar viele Gemeinsamkeiten haben – die wichtigste aber ist rund und grün und so ganz nach dem Herzen des Fußballfans im 18. Stock: In beiden Städten fanden die Endspiele von Fußball-Weltmeisterschaften statt (2002 und 2011). „Deutschland ist in Yokohama zwar nur Zweiter geworden, Japan in Frankfurt aber Weltmeister!“ Lieblingsverein des Fußballfans Okamoto ist „natürlich die Eintracht! Hoffentlich kommen sie schnell wieder in die erste Liga!“ Ein wichtiger Programmpunkt des Besuchs einer Delkegation von Stadtverordneten aus Yokohama zeitgleich mit der Japan-Week im November wird daher auch ein Fußballspiel sein, bei dem Politiker beider Städte gegeneinander antreten werden. Die Oberbürgermeisterin von Yokohama wird ebenfalls Anfang November Frankfurt besuchen und sich mit ihrer Amtskollegin treffen.</p>
<p>Harald Ille</p>
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		<title>Ich bin keine Zielgruppe!</title>
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		<pubDate>Wed, 05 Oct 2011 18:25:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Harald Ille</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<div><img width="640" height="250" src="http://www.blogille.de/wp-content/uploads/2010/12/abcjournalismus.jpg" class="attachment-post-thumbnail wp-post-image" alt="abcjournalismus" title="abcjournalismus" /></div>Es ist zwar schon alles gesagt worden, aber noch nicht von jedem. Deswegen sage ich es auch nochmal: Ich bin keine Zielgruppe. Und ich bin auch nicht Teil irgendeiner dieser Cluster. Punkt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div><img width="640" height="250" src="http://www.blogille.de/wp-content/uploads/2010/12/abcjournalismus.jpg" class="attachment-post-thumbnail wp-post-image" alt="abcjournalismus" title="abcjournalismus" /></div><p>Es ist zwar schon alles gesagt worden, aber noch nicht von jedem. Deswegen sage ich es auch nochmal: Ich bin keine Zielgruppe. Und ich bin auch nicht Teil irgendeiner dieser Cluster. Punkt. Lasst mich in Ruhe, Ihr  Werber, Ihr PR-Heinis, Ihr Sozialwissenschaftler. Ich gruppe nicht und ich ziele nicht, nehmt mich aus Euren Kriterien-Schubladen wieder raus, brecht mich aus Euren Kristall-Clustern.</p>
<p>Klar, Ihr wollt systematisieren und kategorisieren und mir Kriterien anheften, bis ich in eine Eurer Zielgruppen-Boxen passe. Ich lasse mich aber nicht einfach so zuordnen, einteilen, einsperren. Fragt mich vorher bitte, ob ich mitmachen möchte in Eurer Zielgruppentherapie.</p>
<p>Sprecht mit mir wie mit einem Menschen. Einzeln. Mit mir. Nicht zu einer Masse, die zufällig das gleiche Alter oder die gleiche Vorliebe für cremigen halbfetten Yoghurt hat. Nehmt mich als Individuum wahr, wenn Ihr mit mir ins Geschäft kommen wollt. Ich gehe schon häufig genug in der Menge unter, holt wenigstens Ihr mich wieder hervor aus dieser grauen Masse. Und sperrt mich  nicht wieder ein in eine solche, und sei sie noch so lustig angestrichen.</p>
<p>&#8220;Zielgruppe&#8221; ist ein schrecklich entindividualisierender Begriff. Wollt Ihr, dass ich da mitmache? Pech für Euch, ich bleib hübsch außen vor. Ich hab beim Radio gelernt: Auch wenn draußen eine Million Hörer sitzen, man redet jeweils nur zu einem Einzelnen. Eine Million Mal individuelle Ansprache. So will ich angesprochen werden, Ihr PRler.</p>
<p>Und löscht mich aus Eurer, für Euch so komfortablen homogenen Zielgruppe. Jetzt. Macht Euch Gedanken, wir Ihr mich für Eure Produkte gewinnen könnt. Aber hört auf, mich in Kategorien zu packen!</p>
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		<title>Der böse Vergleich</title>
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		<pubDate>Fri, 30 Sep 2011 13:20:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Harald Ille</dc:creator>
				<category><![CDATA[Journalistisches]]></category>
		<category><![CDATA[Sprachkritik]]></category>

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		<description><![CDATA[<div><img width="640" height="250" src="http://www.blogille.de/wp-content/uploads/2010/12/abcjournalismus.jpg" class="attachment-post-thumbnail wp-post-image" alt="abcjournalismus" title="abcjournalismus" /></div>Heute hat er sich wieder in die Öffentlichkeit geschlichen. Der böse Vergleich. Heute geht es nicht um Nazi-Vergleiche, heute geht es um einen Ulbricht-Vergleich. Die SPD hat ein Plakat gestalten lassen, auf dem Angela Merkel sagt, niemand habe die Absicht…</a> Natürlich: Empörung! Angela Merkel werde mit Walter Ulbricht verglichen! Skandal! Ein Schlag ins Gesicht all derjenigen, die unter der DDR-Diktatur gelitten haben. Wirklich?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div><img width="640" height="250" src="http://www.blogille.de/wp-content/uploads/2010/12/abcjournalismus.jpg" class="attachment-post-thumbnail wp-post-image" alt="abcjournalismus" title="abcjournalismus" /></div><p>Heute hat er sich wieder in die Öffentlichkeit geschlichen. Der böse Vergleich. Heute geht es nicht um Nazi-Vergleiche, <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,789194,00.html" title="Spiegel-Artikel über Merkel-Ulbricht-Vergleich">heute geht es um einen Ulbricht-Vergleich. Die SPD hat ein Plakat gestalten lassen, auf dem Angela Merkel sagt, niemand habe die Absicht…</a> Natürlich: Empörung! Angela Merkel werde mit Walter Ulbricht verglichen! Skandal! Ein Schlag ins Gesicht all derjenigen, die unter der DDR-Diktatur gelitten haben. Eine Ungeheuerlichkeit, der Vergleich! </p>
<p>So weit, so nachvollziehbar. Oder?</p>
<p>Natürlich kann man Angela Merkel mit Walter Ulbricht vergleichen. Es wird bei einem solchen Vergleich herauskommen, dass beide überhaupt nichts miteinander gemein haben. Man kann, ja man muss, Äpfel mit Birnen vergleichen. Was soll man denn sonst vergleichen? Ein Vergleich sucht nach den Unterschieden. Ein Vergleich ist keine Gleichsetzung! Man kann mich gerne mit Hannibal Lecter vergleichen. Oder mit dem Dalai Lama und Albert Einstein. Ich hoffe im ersten Fall und befürchte im zweiten und dritten, dass es sehr wenige Übereinstimmungen zwischen mir und den drei anderen Personen gibt.</p>
<p>Ein Vergleich ist keine Gleichsetzung, wie gesagt. Aber oft ein Hilferuf, eine „Wehret den Anfängen!“-Parole. Das muss dringend erlaubt sein – und darf nicht durch die angebliche Unmöglichkeit des Vergleiches von vornherein ausgeschlossen werden. Sonst macht sich eine Warnung unmöglich.</p>
<p>Darf man etwa die „Linke“ mit der SED vergleichen? Oder die NPD mit der NSDAP? Nein, weil weder die Linke noch die NPD (hoffentlich) die gleichen Machtmittel haben, wie die SED oder die NSDAP sie hatten und weil sie (hoffentlich) nicht ebenfalls auf politische Morde setzen? Relativiert ein solcher Vergleich etwa die Nazi-Gräuel oder das DDR-Unrecht? Oder darf man rufen: „Wehret den Anfängen!“, und darf man die Übereinstimmungen herausarbeiten, ohne die Unterschiede zu verschweigen? Wie gesagt, ich setze nichts gleich, und ich relativiere durch die Vergleiche auch nichts. Ich vergleiche nur und sehe hin und wieder eine Gefahr.</p>
<p>Und darf man überhaupt problematische, historisch belastete  Sätze zitieren, wie es die SPD auf ihrem Plakat tut &#8211; und damit eine semantische Verbindung zwischen Merkel und Ulbricht herstellen? Ja, auch hier ist ein Vergleich keine Gleichsetzung, sondern eher eine Warnung. „Wehret den Anfängen“, auch wenn sie etwas krude sind, denn der Mauerbau hat mit der Griechenland-Rettung nun wirklich gar nichts gemein. Aber die Aussage des Satzes, dass am Anfang einer Politik manchmal eine Lüge steht – das muss man sagen dürfen. </p>
<p>Man nimmt so oft historisch belastete Begriffe oder Redewendungen in den Mund, oft in völlig harmlosen Situationen und meist, ohne deswegen eine Reaktion beim Gegenüber zu erzeugen. Auf hr-info sprach ein wenig kreativer Reporter heute von „verhärteten Fronten in der Koalition“. Relativiert dieser Satz die Gräuel der echten, wirklichen, unerbittlich tödlichen Front? Sicher nicht. Er ist nur dämlich. Internet-Geeks sprechen gerade vom „Browser-Krieg“. Wird dabei irgendjemand erschossen? Relativiert ein solcher Begriff  den echten Krieg? Natürlich nicht. Er ist nur ein Vergleich, eine Überspitzung. Und eben keine Gleichsetzung, das wäre ja vollkommen absurd.</p>
<p>Ein wenig Abkühlung täte also in der erhitzten politischen Debatte wirklich Not. (Und das relativiert Not nicht, sondern vergleicht nur… Ach, kommt, Schluss jetzt: Ein schönes, entspanntes Wochenende!) </p>
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