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	<title>La Blogille.</title>
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	<description>Öffentliches und Veröffentlichtes von Harald Ille, Heidelberg</description>
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		<title>OP-Filme aus der Schuhschachtel</title>
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		<pubDate>Sun, 13 Jan 2013 14:32:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Harald Ille</dc:creator>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheitswesen]]></category>
		<category><![CDATA[Historiographisches]]></category>
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		<category><![CDATA[Oberrhein]]></category>

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		<description><![CDATA[Heidelberger Institut für Geschichte und Ethik der Medizin sucht und erforscht medizinische Gebrauchsfilme von 1900 bis 1970 – im Auftrag der EU / Erste Funde werden am Mittwoch, 16. Januar, im Heidelberger Karlstorkino gezeigt.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Hätte es vor einhundert Jahren schon ein analoges YouTube für schwarzweiß flackernde Kintopp-Streifen gegeben, hätte es Dr. Philipp Stiasny wesentlich einfacher: Der wissenschaftliche Mitarbeiter des Heidelberger Instituts für Geschichte und Ethik der Medizin erforscht historische Filme, die nicht von den großen Hollywood-Studios oder der Ufa produziert worden sind. Er untersucht medizinische „Gebrauchsfilme“ ab dem Jahr 1900, sichtet Werbeclips von Unternehmen  und „Aufklärungsfilme“ zur Hygiene und Gesundheit von Behörden. Einen ersten Zusammenschnitt der bisherigen Funde zeigt das Institut an diesem Mittwoch, 16. Januar, im Heidelberger Karlstorkino (Am Karlstor 1). Ab 20 Uhr erläutert  dort der Leiter des Instituts Professor Dr. Wolfgang Eckart zusammen mit dem Straßburger Medizinhistoriker Professor Dr. Christian Bonah das EU-geförderte Projekt. Der Eintritt ist frei.</p>
<h4>Filme erleichtern die Lehre</h4>
<p>Die kurzen und manchmal längeren Filmschnipsel, die Philipp Stiasny auf altertümlichen Schneidetischen sichtet, sind Amateuraufnahmen. Ärzte links und rechts des Oberrheins haben sie zwischen 1900 und 1970 gedreht: Operationen und Behandlungen zumeist, die zu Lehrzwecken auf Zelluloid gebannt wurden. Der medizinische Nachwuchs in der Pfalz und Baden sowie im Elsass konnte ihnen vor der Leinwand immer und immer wieder beiwohnen – ohne, dass ein leibhaftiger Patient jedes Mal aufs Neue aufgeschnitten werden musste. Ein medizinischer Segen, diese Filmtechnik.<br />
Solcherlei Filmstreifen gibt es zuhauf in der Oberrhein-Region, irgendwo in alten Schuhschachteln verstaut, unbeachtet auf Speichern und in Kellern vergessen oder in alten Arztschränken aufbewahrt, kaum jemals ordentlich katalogisiert. Dr. Philipp Stiasny und sein Kollege Dr. Philipp Osten stöbern diese medizinischen Gebrauchsfilme zusammen mit Wissenschaftlern der Universität Straßburg auf – innerhalb eines Interreg-Projektes der Europäischen Union.</p>
<h4>Filme von Feindschaft und Aussöhnung</h4>
<p>Doch das Projekt umfasst auch Profi-Material: Frühe Werbefilme der Pharmaindustrie oder aufklärerische Streifen zu Hygienefragen – auch diese erforschen die Heidelberger Medizinhistoriker. Besonders interessieren sie sich dabei für Filme, die zu Propagandazwecken produziert wurden und die die so genannte „Erbfeindschaft“ zwischen Frankreich und Deutschland transportieren. Die Überwindung dieser Frontstellung und der Weg hin zur Europäischen Einigung ist ein weiterer großer Komplex der wissenschaftlichen Arbeit. Im Karlstorkino zeigen Philipp Stiasny und Philipp Osten daher Filme, die die Aussöhnung zu beiden Teilen des Rheins zum Thema haben: „Ein Jahr später“ etwa, ein Re-Education-Film, der 1946 in der französischen Besatzungszone gezeigt wurde, sowie „Ein Fenster in die Welt“ von 1951“, der an der deutsch-französischen Grenze die Forderungen junger Studenten nach einem gemeinsamen Europa dokumentiert. Ein Film von 1957 zeigt das „Europäische Straßburg“ und  ein Streifen von 1956 erklärt, was es mit der „Montanunion“ auf sich haben könnte. „Was ist Europa?“ ist die Frage, die diese Filme dokumentarisch zu ergründen suchen. Den Hauptfilmen vorgeschaltet sind Werbefilme aus der Vorkriegs-Zeit. Dabei ist auch frühe Tricktechnik zu sehen – die Zeichentrickfigur Leberecht Klug etwa sensibilisiert in Waschmittel-Werbung für Sauberkeit und Hygiene. Die Filmfunde werden erstmals seit langer Zeit wieder öffentlich gezeigt, die Aufführung im Karlstorkino ist die erste in Heidelberg; im November waren sie bereits im Straßburger Kinopalast „Odyssee“ zu sehen.</p>
<h4>Das Projekt</h4>
<p>„RH(E)INFILM: Der Oberrhein im Gebrauchsfilm. Projektionen von Erinnerung, Geschichte und Identitäten 1900-1970“ heißt das Projekt, das die Europäische Union mit knapp 372.000 Euro kofinanziert. Zusätzlich zu den EU-Mitteln wird es von den Ländern Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg, von der Region Elsass und den beiden Universitäten in Heidelberg und Straßburg gefördert.</p>
<h4>Filmabend mit Diskussion</h4>
<p>Mittwoch, 16. Januar, 20 Uhr, Karlstorkino Heidelberg (Am Karlstor 1): Auftaktveranstaltung zum EU-Projekt „RH(E)INFILM: Der Oberrhein im Gebrauchsfilm“ des Département d&#8217;histoire des sciences de la vie et de la santé der Universität Straßburg und des Instituts für Geschichte und Ethik der Medizin der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Es sprechen die Leiter der beiden Institute Professor Dr. Christian Bonah und Professor Dr. Wolfgang Eckart. Vorprogramm: Historische Werbefilme zum Thema Sauberkeit und Hygiene (Einführung: Dr. Philipp Osten). Hauptprogramm: „Was ist Europa?“ Dokumentarische Filme über die deutsch-französische Annäherung aus den Jahren 1946 bis 1957 (Einführung: Dr. Philipp Stiasny). Eintritt frei.</p>
<h4>Weitere Informationen</h4>
<p>Projektbeschreibungen: <a href="http://www.interreg-oberrhein.eu/schwerpunkt-a,10200,de.html">www.interreg-oberrhein.eu/schwerpunkt-a,10200,de.html</a><br />
Veranstaltungswebsite: <a href="http://www.karlstorkino.de/index.php?RUBRIK=5&amp;amp;Document=21&amp;amp;ID=2929">www.karlstorkino.de/index.php</a><br />
Website Institut für Geschichte und Ethik der Medizin der Uni Heidelberg: <a href="http://www.medizinische-fakultaet-hd.uni-heidelberg.de/index.php?id=102539">www.medizinische-fakultaet-hd.uni-heidelberg.de/index.php</a></p>
<p style="clear: both;"><a href="http://spread.ly/?url=http%3A%2F%2Fwww.blogille.de%2Fop-filme-aus-der-schuhschachtel%2F&title=OP-Filme+aus+der+Schuhschachtel&tags=Baden,Dokumentation,Elsass,Europa,Europ%C3%A4ische+Union,Filme,historische+Filme,Lehrfilm,Oberrhein,Artikel,Gesundheitswesen,Historiographisches" rel="like"><img src="http://spread.ly/img/like-button.jpg" alt="Like" /></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Simpler Sturz – oder prügelnder Gatte?</title>
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		<pubDate>Thu, 20 Dec 2012 19:39:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Harald Ille</dc:creator>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheitswesen]]></category>
		<category><![CDATA[Ambulanz]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalität]]></category>
		<category><![CDATA[Opfer]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtsmedizin]]></category>
		<category><![CDATA[Straftat]]></category>
		<category><![CDATA[Täter]]></category>

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		<description><![CDATA[Kindesmisshandlungen, Vergewaltigungen, blutige Schlägereien – alles Straftaten, bei denen Rechtsmediziner sorgfältig und schnell Spuren sichern, Verletzungen untersuchen und dokumentieren müssen. Und das nicht nur bei Mord und Totschlag! Am 21. November hat das Klinikum daher die erste Anlaufstelle für Opfer von Gewalttaten im Land im Rechtsmedizinischen Institut eröffnet.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h3>Klinikum eröffnet erste Gewaltambulanz in Baden-Württemberg</h3>
<p>Traurig, aber leider wahr: Jedes Jahr werden in Heidelberg zwischen 300 und 400 schwere Gewalttaten angezeigt, im RheinNeckar-Kreis um die 600. Und um die eintausend Mal im Jahr – so die Zahlen der Polizei – wird in Heidelberg ein Mensch geohrfeigt, geschlagen, verprügelt. Kindesmisshandlungen, Vergewaltigungen, blutige Schlägereien – alles Straftaten, bei denen Rechtsmediziner sorgfältig und schnell Spuren sichern, Verletzungen untersuchen und dokumentieren müssen. Und das nicht nur bei Mord und Totschlag! Am 21. November hat das Klinikum daher die erste Anlaufstelle für Opfer von Gewalttaten im Land im Rechtsmedizinischen Institut eröffnet.</p>
<p>„Klinisch-forensische Ambulanz“ heißt der kleine Raum im Souterrain der Rechtsmedizin in offizieller akademischer Sprache; weil das ein wenig nach Pathologie klingt, spricht die Institutsleiterin Kathrin Yen lieber von einer „Gewaltambulanz“. Sie grenzt den Begriff aber eng ein: „Bei Ambulanz denkt man immer an eine Klinik mit grün gekleideten Medizinern und langen Wartezeiten.“ Die Heidelberger Gewaltambulanz funktioniert ein wenig anders: In vier von fünf Fällen packen die Rechtsmediziner ihre Untersuchungskoffer und fahren direkt in die Wohnungen, in der sich eine familiäre Tragödie ereignet hat; sie untersuchen mutmaßliche Täter in der Arrestzelle oder werden vom Jugendamt oder der Polizei angefordert. Nur das restliche Fünftel der Untersuchungen findet in dem kleinen Raum des alten Klinkerbaus im Altklinikum statt. „Prinzipiell richtet sich die Gewaltambulanz an alle Menschen, die von Gewalt betroffen sind“, erläutert Prof. Kathrin Yen, „aber auch an Menschen, die einer Tat bezichtigt werden, also Tatverdächtige.“ Denn so wichtig es ist, dass die Rechtsmediziner belastendes Material bei Tätern und Opfern finden: Auch entlastendes Material wird hier gesucht. „Im Prinzip geht es uns immer darum, herauszufinden, was sich tatsächlich zugetragen hat in einem Fall“.</p>
<h4>Schnell muss es gehen</h4>
<p>Schnell muss es vor allem gehen, damit die Beweise noch frisch sind – oder Substanzen überhaupt noch nachgewiesen werden können. K.O.-Tropfen etwa können nur für kurze Zeit, etwa zehn Stunden nach Verabreichung, zweifelsfrei im Organismus aufgespürt werden. Aber nicht nur schnell, vor allem auch schonend für die Opfer: Bei Sexualdelikten etwa untersuchen Arzt und Rechtsmediziner gemeinsam die missbrauchte Person oder das misshandelte Kind. Zehn Rechtsmediziner sind daher rund um die Uhr in Rufbereitschaft, die Notfallnummer 0152/54648393 ist immer erreichbar.</p>
<p>Vor ihrer Berufung nach Heidelberg hat Institutsleiterin Kathrin Yen eine Gewaltambulanz im österreichischen Graz eingerichtet und dort Jugendämter, Kliniken, Polizei und Hilfeeinrichtungen vernetzt. In Heidelberg hat sie diese Struktur bereits vorgefunden: Schon im Jahr 2008 hat Bürgermeister Wolfgang Erichson alle wichtigen Partnerinnen und Partner an einem Runden Tisch zusammengebracht, um häusliche Gewalt gemeinsam zu bekämpfen. Auch das Klinikum hat sich dabei verpflichtet, einen strukturierten Ablauf zu gewährleisten: Wenn Ärzte Verdacht schöpfen, dass die blauen Flecken eines Patienten nicht von einem angeblichen Sturz, sondern einer gewalttätigen Auseinandersetzung herrühren, rufen sie automatisiert die Rechtsmediziner herbei. Diese dokumentieren dann die Verletzungen, damit sie in einem späteren Gerichtsprozess genutzt werden können.</p>
<h4>Runder Tisch in Heidelberg</h4>
<p>Wichtig ist Prof. Kathrin Yen, dass möglichst viele Menschen, aber vor allem Kinder- und Hausärzte, Polizisten und Sozialarbeiter die Nummer der Gewaltambulanz kennen und anrufen, wenn sie bei Patienten und Klienten Misshandlungen entdecken. Der Heidelberger „Runde Tisch“ ist dafür eine wichtige Basis; die Gewaltambulanz ist aber für ganz Nordbaden zuständig. In der Region muss sich die Telefonnummer jetzt herumsprechen. Daher steht sie hier nochmals: 0152/54648393, immer erreichbar, tagsüber und nachts, unter der Woche und am Wochenende. </p>
<p>Harald Ille </p>
<p><a href="http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/fileadmin/pageflip/Klinikticker_november_dezember/index.html#/6/">(Der Artikel ist im KlinikTicker November/Dezember 2012 erschienen).</a></p>
<p style="clear: both;"><a href="http://spread.ly/?url=http%3A%2F%2Fwww.blogille.de%2Fsimpler-sturz-oder-prugelnder-gatte%2F&title=Simpler+Sturz+%E2%80%93+oder+pr%C3%BCgelnder+Gatte%3F&tags=Ambulanz,Gewalt,Kriminalit%C3%A4t,Opfer,Rechtsmedizin,Straftat,T%C3%A4ter,Artikel,Gesundheitswesen" rel="like"><img src="http://spread.ly/img/like-button.jpg" alt="Like" /></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Vom Web Two-O zur City 2.0</title>
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		<pubDate>Fri, 30 Nov 2012 08:52:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Harald Ille</dc:creator>
				<category><![CDATA[Digitaler Lebensstil]]></category>
		<category><![CDATA[e-Government]]></category>
		<category><![CDATA[City 2.0]]></category>
		<category><![CDATA[Eigeninitiative]]></category>
		<category><![CDATA[Mitmachen]]></category>
		<category><![CDATA[Soziologie]]></category>
		<category><![CDATA[Verwaltung]]></category>
		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Social Web ist nichts anderes als eine Kulturrevolution hin zu mehr Mitsprache und dezentraler, verteilter, "gesharedter" Verantwortungsübernahme der Stakeholder selbst. Der Einzelne wird zum aktiven Player, das bürokratische "Verwalten" von gesichtslosen Groß-Bürger-Einheiten hat dort nichts mehr zu suchen, weil es dort nichts mehr finden wird.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe ja schon vor längerer Zeit den <a href="http://www.blogille.de/2010/09/die-stadt-dein-freund-und-helfer/" title="Die Stadt, Dein Freund und Helfer">Zusammenhang von Mitmach-Web und Mitmach-Stadt</a> behauptet, und ich werde überhaupt nicht müde, das wieder und wieder zu postulieren. Am Montag, 3. Dezember, bei denen, die sich mit Stadtsoziologie und politischem Kulturwandel so gut auskennen, dass sie beides erforschen: beim <a href="http://www.difu.de/veranstaltungen/2012-12-03/facebook-twitter-blogs-und-co-umgang-von-kommunen-mit.html" title="Seminar beim DIFU zu Social Media in Kommunen">DIFU</a> in Berlin.</p>
<p>Der Zusammenhang ist einfach: Menschen möchten selbst gestalten &#8211; im Netz und in der Stadt. Sie möchten selbst Verantwortung übernehmen und Entscheidungen nicht mehr nur an &#8220;die Politik&#8221; oder &#8220;die Internetredaktion&#8221; delegieren. Nein, sie wollen und sollen sich einmischen und selbst Content beitragen, selbst Hand anlegen in ihrer &#8220;Gebietskörperschaft&#8221;.</p>
<p>Wie in Frankfurt politisch intendierte Bürgerbeteiligungsprozesse und aktive Forderungen zu mehr bürgerschaftlichem Engagement zusammenfallen und das Social Web dabei ein Abbild dieser partizipativen Idee im Netz ist, fasse ich unter den Begriff &#8220;City 2.0&#8243;. Okay, dieser Begriff wird gerne von Vielen gehijackt, um irgendetwas Innovatives im urbanen Zusammenleben zu labeln, etwa: Vernetzung, Verkabelung, WLANisierung&#8230; Aber ich denke, dass die Analogie zu &#8220;Web 2.0&#8243; den Begriff gut begründet und ihn vor allem kulturell verstanden wissen will, nicht &#8211; überhaupt nicht! &#8211; technisch.</p>
<p>Das Social Web ist nichts anderes als eine Kulturrevolution hin zu mehr Mitsprache und dezentraler, verteilter, &#8220;gesharedter&#8221; Verantwortungsübernahme der Stakeholder selbst. Also das Gegenteil der Null-Bock-Haltung, die meiner Generation der 89er (ich bin kein Soziologe und hoffe, mich richtig einzuschubladen) so gerne unterstellt wurde. Mitmachen und Ärmel hochkrempeln &#8211; und nicht auf die Behörden warten: Das ist City 2.0. Der Einzelne wird zum aktiven Player, das bürokratische &#8220;Verwalten&#8221; von gesichtslosen Groß-Bürger-Einheiten hat dort nichts mehr zu suchen, weil es dort nichts mehr finden wird.</p>
<p>&#8220;City 2.0&#8243; ist eine Reform der Gemeindeverwaltung hin zu mehr &#8220;Geselligkeit&#8221; &#8211; und die Verwaltung im Rathaus hat wieder mehr Zeit und Kraft für ihre Kernaufgaben. Eigentlich ein zutiefst helvetisches Modell, diese &#8220;City 2.0&#8243;, oddr? </p>
<p>Ich glaube, ich muss mich mal wieder von der <a href="http://www.ezuerich.ch/ezh/de/index.html" title="eZurich - eine Stadt der Zukunft">Stadt Zürich</a> dazu einladen lassen&#8230; <img src='http://www.blogille.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> )</p>
<p style="clear: both;"><a href="http://spread.ly/?url=http%3A%2F%2Fwww.blogille.de%2Fvom-web-two-o-zur-city-2-0%2F&title=Vom+Web+Two-O+zur+City+2.0&tags=City+2.0,Eigeninitiative,Mitmachen,Soziologie,Verwaltung,Web+2.0,Digitaler+Lebensstil,e-Government" rel="like"><img src="http://spread.ly/img/like-button.jpg" alt="Like" /></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>&#8220;Die Kommune muss zuhören können&#8221;</title>
		<link>http://www.blogille.de/die-kommune-muss-zuhoren-konnen/</link>
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		<pubDate>Sat, 29 Sep 2012 17:09:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Harald Ille</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fachveröffentlichungen]]></category>

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		<description><![CDATA[Interview zu kommunalen Social-Media-Erfahrungen mit Pia Hannappel von der Agentur "Quäntchen und Glück".]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>In Darmstadt werkelt eine junge und frische Agentur mit dem wirklich süßen Namen <a href="http://quaentchen-und-glueck.de">&#8220;Quäntchen und Glück&#8221;</a> &#8211; eine PR-Agentur, die sich direkt aus dem <a href="http://journalismus.h-da.de/oj/">Online-Studiengang der Uni Darmstadt-Dieburg</a> heraus gegründet hat. Für das Unternehmensblog hat mich eine der Agenturmitarbeiterinnen, <a href="http://www.yasni.de/person/hannappel/pia/pia-hannappel.htm">Pia Hannappel</a>, in einem langen <a href="http://quaentchen-und-glueck.de/allgemein/staedte-im-social-web-die-kommune-muss-zuhoeren-wollen/">Interview zu meinen Erfahrungen als kommunaler Social-Media-Fuzzi zu Wort kommen lassen</a>.</p>
<blockquote><p>Im Inter­view erklärt er, warum eine Stadt ihre Fans und Fol­lo­wer manch­mal ans Herz drü­cken muss, Behör­den­deutsch im Social Web tabu ist und nie­mand mit einer Büro­klam­mer befreun­det sein will.</p></blockquote>
<p>Tja, dem habe ich nichts hinzuzufügen&#8230;</p>
<p>Hier geht es direkt zum Interview: <a href="http://quaentchen-und-glueck.de/allgemein/staedte-im-social-web-die-kommune-muss-zuhoeren-wollen/">http://quaentchen-und-glueck.de/allgemein/staedte-im-social-web-die-kommune-muss-zuhoeren-wollen/</a></p>
<p style="clear: both;"><a href="http://spread.ly/?url=http%3A%2F%2Fwww.blogille.de%2Fdie-kommune-muss-zuhoren-konnen%2F&title=%26%238220%3BDie+Kommune+muss+zuh%C3%B6ren+k%C3%B6nnen%26%238221%3B&tags=Fachver%C3%B6ffentlichungen" rel="like"><img src="http://spread.ly/img/like-button.jpg" alt="Like" /></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Stadt und Netz II</title>
		<link>http://www.blogille.de/stadt-und-netz-ii/</link>
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		<pubDate>Sat, 29 Sep 2012 17:05:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Harald Ille</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fachveröffentlichungen]]></category>

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		<description><![CDATA[Die zweite Ausgabe von "Stadt und Netz" hat am 26. September in Essen stattgefunden. Ich habe in zwangloser Runde von Frankfurts Social-Media-Erfahrungen erzählt.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die Geschichte ist schnell erzählt: Die beiden Agenturen <a href="http://www.cityandbits.de/">&#8220;City &#038; Bits&#8221;</a> und <a href="http://www.zebralog.de/">&#8220;Zebralog&#8221;</a> haben nordrhein-westfälische Kommunalvertreter ins Essener <a href="http://www.unperfekthaus.de/">Unperfekthaus</a> geladen, um dort über Social Media-Einsätze in Coburg, Köln und München zu informieren. Ich war eingeladen, bei einem Workshop am Nachmittag ein wenig von unseren Frankfurter Erfahrungen zu plaudern. Nichts Weltbewegendes; aber eine Präsentation, die ich eine Woche zuvor in einer schweizerischen Großstadt gehalten habe, kann auf der <a href="http://stadt-und-netz.blogspot.de/p/ruckblick-sun12-vortrage-und-eindrucke.html">Rückblicksseite</a> der Veranstaltung eingesehen werden.     </p>
<p><a href="http://stadt-und-netz.blogspot.de/p/ruckblick-sun12-vortrage-und-eindrucke.html">http://stadt-und-netz.blogspot.de/p/ruckblick-sun12-vortrage-und-eindrucke.html</a></p>
<p style="clear: both;"><a href="http://spread.ly/?url=http%3A%2F%2Fwww.blogille.de%2Fstadt-und-netz-ii%2F&title=Stadt+und+Netz+II&tags=Fachver%C3%B6ffentlichungen" rel="like"><img src="http://spread.ly/img/like-button.jpg" alt="Like" /></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Social Web Breakfast</title>
		<link>http://www.blogille.de/social-web-breakfast/</link>
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		<pubDate>Sat, 29 Sep 2012 17:00:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Harald Ille</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fachveröffentlichungen]]></category>

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		<description><![CDATA[Am 11. September 2012 war ich feudal frühstücken im Operncafé an der Alten Oper - und habe dabei von unserer Dialogorientierung und dem Newsroom erzählt.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt ja alle möglichen &#8220;Offline&#8221;-Treffen der Social-Media-Community. Eines davon, das weltweit Frühstückslocations bucht, um sich dort zwanglos mit Fachleuten und Praktikern bei Croissant und Latte auszutauschen, ist das &#8220;Social Web Breakfast&#8221;; in Deutschland schmiert die Firma <a href="http://www.kongressmedia.de/">Kongress Media</a> morgens in Hamburg, München, Köln und eben Frankfurt die Brötchen. Ein Jahr nach dem Start unseres <a href="http://www.smnr-frankfurt.de">Social Media Newsrooms</a> war also ich dran; und weil ich ein unverbesserlicher Vielredner bin, kam ich kaum dazu, mich mal richtig satt zu essen. <img src='http://www.blogille.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' />  Im kleineren Rahmen hat mich Björn Negelmann im <a href="http://www.operncafe-frankfurt.de/">Operncafé</a> zu unserer Social Media Strategie befragt und danach noch für ein Kurzvideo vor die Kamera gezerrt. (Leider ist der Ton nicht ganz so berauschend.)</p>
<p><iframe width="560" height="315" src="http://www.youtube.com/embed/hRW7qwB7MLY" frameborder="0" allowfullscreen></iframe>  </p>
<p>Die twitterbasierte <a href="http://storify.com/">Storify</a>-Berichterstattung aus dem Münchner KongressMedia-Büro findet sich zum Nachlesen hier: <a href="http://espresso-digital.de/blog/2012/09/11/social-web-breakfast-bundelung-der-social-media-aktivitaten-im-newsroom-starkt-die-burger-kommunikation/">http://espresso-digital.de/blog/2012/09/11/social-web-breakfast-bundelung-der-social-media-aktivitaten-im-newsroom-starkt-die-burger-kommunikation/</a>.</p>
<p style="clear: both;"><a href="http://spread.ly/?url=http%3A%2F%2Fwww.blogille.de%2Fsocial-web-breakfast%2F&title=Social+Web+Breakfast&tags=Fachver%C3%B6ffentlichungen" rel="like"><img src="http://spread.ly/img/like-button.jpg" alt="Like" /></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Medial hoch im Kurs&#8221;</title>
		<link>http://www.blogille.de/medial-hoch-im-kurs/</link>
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		<pubDate>Sat, 29 Sep 2012 10:00:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Harald Ille</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fachveröffentlichungen]]></category>

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		<description><![CDATA[Am 27. Juli 2011 hat mich Miriam Godau für das Spreadly-Blog befragt, welche Vorteile sich die Stadt Frankfurt von ihrem nagelneuen Social Media Newsroom erwartet.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Im schönen Weinheim an der Bergstraße basteln <a href="http://www.yasni.de/person/ripanti/marco/marco-ripanti.htm">Marco Ripanti</a> und seine Partnerin <a href="http://www.yasni.de/person/godau/miriam/miriam-godau.htm">Miriam Godau</a> an ihrem sehr innovativen Startup <a title="http://ekaabo.de/" href="http://ekaabo.de/">&#8220;ekaabo&#8221;</a>. Okay, ich will aus meinem Herzen keine Mördergrube machen: Die beiden haben sicherlich das innovativste und mutigste Startup, das ich kenne. Mittlerweile (Sommer 2012) haben die Weinheimer die großen Websites <a href="http://www.mister-wong.de/">Mr. Wong</a> und <a href="http://yigg.de/">YiGG</a> übernommen und inhaltlich neu ausgerichtet. Warum? Sie sind überzeugt, dass &#8220;gesellige Daten&#8221; das &#8220;neue Öl&#8221; darstellen. Und auf dieser permanenten Exploration habe ich sie kennengelernt, als ich im Jahr 2010 (oder war es sogar erst 2011?) über den Social-Sharing-Button der Firma gestolpert war: <a title="http://spreadly.com/" href="http://spreadly.com/">Spreadly</a>. Diesen habe ich als datenschutzkonformen Social-Sharing-Button auf unserem <a href="http://www.smnr-frankfurt.de">Social Media Newsroom</a> eingebaut &#8211; weswegen mich Miriam Godau damals gleich mal nach den Gründen gefragt hat&#8230;</p>
<p>Hier geht es direkt zum Interview: <a href="http://blog.spreadly.com/2011/07/27/medial-hoch-im-kurs-der-neue-social-media-newsroom-der-stadt-frankfurt-am-main-2/">http://blog.spreadly.com/2011/07/27/medial-hoch-im-kurs-der-neue-social-media-newsroom-der-stadt-frankfurt-am-main-2/</a></p>
<p style="clear: both;"><a href="http://spread.ly/?url=http%3A%2F%2Fwww.blogille.de%2Fmedial-hoch-im-kurs%2F&title=%26%238220%3BMedial+hoch+im+Kurs%26%238221%3B&tags=Fachver%C3%B6ffentlichungen" rel="like"><img src="http://spread.ly/img/like-button.jpg" alt="Like" /></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>4.333 tolle Tage</title>
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		<pubDate>Fri, 07 Sep 2012 14:29:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Harald Ille</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Journalisten lieben journalistische Zahlen. 2000 ist so eine, 2011 eine andere. Am 20.11.2000 war mein erster Arbeitstag nach dem Volontariat. Das Frankfurter Presse- und Informationsamt wollte mich damals haben.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Journalisten lieben journalistische Zahlen. 2000 ist so eine, 2011 eine andere. Am 20.11.2000 war mein erster Arbeitstag nach dem Volontariat. Das Frankfurter Presse- und Informationsamt wollte mich damals haben. Was natürlich leicht verständlich ist&#8230; *grins* Ich war dort &#8220;Mädchen für alles&#8221;, Onlineredakteur, Printjournalist, Event-Manager, Öffentlichkeitsarbeiter &#8211; und vor allem: Trainee. Also, nicht offiziell natürlich, aber ich fühlte mich wie ein Lernender, der täglich tiefer in diese seltsame PA-PR-Materie eintauchte (Public-Administrations-Public-Relations). Stoff zu lernen gab es schließlich Großen. Gleich die erste Veranstaltung war eine bundesweite: der Deutsche Evangelische Kirchentag 2001. Ein Riesen-Ereignis für mich Mann vom Dorf, Abertausende auf dem Römerberg, und ich mit einer Stange Brezeln und einem großen Bembel voller Apfelsaft mittendrin. Meine Stadt, Frankfurt am Main, hat die Besucherinnen und Besucher Frankfurt-typisch begrüßt; das ganze Kopfsteinpflaster der Innenstadt klebte&#8230; Ich durfte für einen Print-Artikel die Kirchentags-Geschäftsführerin interviewen und den U-Bahn-Kontrollören auf der Johann Wolfgang von Goethe lauschen. Toll, das, damals. Dann wollte Frankfurt London werden, 2003. Die Olympischen Spiele &#8211; eben die aus London &#8211; wollten wir an den Main holen. Mit einer Sechs-Millionen-Euro-Kampagne, einer Machbarkeitstudie, die Ideen für die nächsten fünfzig Jahre Stadtplanung lieferte, einer Kick-off-Veranstaltung im Frankfurter Kaisersaal und einem tollen Foto-Stand beim Sportpresseball in der Alten Oper (4. November 2001). Ich musste mir einen Anzug kaufen, Freitagnachmittags. Samstagmittags habe ich ihn bei der Schneiderin abgeholt und auf einem Personalklo der Alten Oper anprobiert. An unserem PIA-Stand wurden Fotos geschossen: Radost Bokel und Mutter Beimer, Elmar Wepper und ein kleiner Boxer aus dem Osten (Sven Ottke) liefen an mir und meinem Ständchen vorüber, ich war in der High Society angekommen.</p>
<p>Ein Jahr später waren der unsägliche Altherrenwitzler Gerd Rubenbauer und die viel zu dünne Sabrina Staubitz Gastgeber einer Samstagabend-Show im Freizeitpark Rust. Einfache Spielregel: Frankfurt (das an der Oder) gegen Frankfurt (meins). Unser Stargast war &#8211; neben der Frau Rauscher mit der Beul am Ei, die neben mir im VIP-Bereich Äpfelchen verteilte, Frank Lehmann. Der Börsenmoderator war immer unsere Allzweckwaffe, gegen den der Pate aus Frankfurt an der Oder nicht den Hauch einer Chance hatte. Lehmann hatte den großen Boxer aus dem Osten (Henry Maske) einfach weggepuncht. (Seit der Lehmann-Pleite ist er aber abgetaucht, unser Frank&#8230;) Da stand er nun, geschlagen, der arme Henry Maske, im Sand der Arena. Eine Kollegin wollte unbedingt, unbedingt ein Foto mit ihm &#8211; und ich sollte den Auslöser drücken. Da hat mich Maske gelehrt, was wahre Geduld ist: Minutenlang stoisch neben dem Fan stehen und lächeln, so lange der blonde Fotografennnovize hinter der Digicam verzweifelt versucht, ein einigermaßen scharfes Foto hinzubekommen. Eine Runde im Boxring konnte nicht länger und demütigender sein&#8230;</p>
<p>Und dann kam Franz Beckenbauer. Der Kaiser war unser Keynote-Speaker beim Neujahrsempfang der Stadt im Jahr 2006. Die Fußball-WM wurde von Frankfurt aus organisiert, und wir hatten ebenfalls einen wichtigen Part: Gute Stimmung für das Sommermärchen zu machen, die Fanmeile am Main zu bespielen und die internationalen Journalisten mit Freibier bei Laune zu halten&#8230; Doch zurück in den Kaisersaal. Der Kaiser stand unter dem Porträt Franz II., sprach und frug, ob denn auch der Hölzenbein im Saal sei? Was ein vielstimmiger Chor freudig bejahte, der Kaiser nach seiner Rede mit offenen Armen auf den Ausgerufenen zulief und ihn umarmte. Ich stand einem FR-Fotografen dabei so blöd im Bild, dass ich nicht rausretuschiert werden konnte. Das offizielle Beckenbauer-trifft-Hölzenbein-Foto dokumentiert nun: Ich habe an diesem denkwürdigen Abend meine Krawatte zu Hause vergessen&#8230;</p>
<p>Aber ich wollte ja eigentlich über Zahlen sprechen. 4.333 Tage lang werde ich in Diensten der Stadt stehen. Vom 20. November 2000 bis zum 30. September 2012. Eine erstaunliche Zahl, wie ich finde. Okay, wir müssen noch die Samstage, Sonn- und Feiertage rausrechnen, die wenigen Kranktage und die viel zu wenigen Urlaubstage. Und die Tage, an denen ich zwar offiziell frei hatte, aber dennoch mit Verve für meine Stadt gearbeitet habe, wieder reinrechnen. Aber das mache ich ein andermal.</p>
<p>Ich wollte eigentlich nur verkünden, dass ich ab 1. Oktober einen neuen Job habe, auf den ich mich schon riesig freue. Und wollte sagen, dass ich Frankfurt und meine Kolleginnen und Kollegen sehr, sehr, sehr vermissen werde. Ganz im Gegenteil zu den zweistündigen Bahnfahrten jeden Tag, meistens stehend, oft schwitzend, und gar nicht so selten mit netten Überraschungen. Doch, die Bahn gibt sich Mühe, für Abwechslung zu sorgen. Mal ist die Lok kaputt, mal die Klimaanlage, mal gibt es keinen Strom im Bistrowagen, wenn es überhaupt einen gibt, und manchmal, wirklich nur manchmal, kommt die Bahn auch mal zu spät. Aber das sind wirklich Ausnahmen. Rede ich mir ein. Ich kann jetzt zur Arbeit laufen.</p>
<p>Das Lustige ist, dass die Kennzahlen meines neuen Arbeitgebers denen der Stadt sehr ähnlich sind. Die Stadt hat 700.000 Einwohner, meine neue Arbeitsstelle 700.000 Patienten pro Jahr. 7000 Mitarbeitern hier stehen ungefähr 10.000 in Frankfurt gegenüber. Ich muss mal die Zahl der Doktortitel hüben wie drüben erfassen&#8230; </p>
<p style="clear: both;"><a href="http://spread.ly/?url=http%3A%2F%2Fwww.blogille.de%2F4-333-tolle-tage%2F&title=4.333+tolle+Tage&tags=Allgemein" rel="like"><img src="http://spread.ly/img/like-button.jpg" alt="Like" /></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>2200 Tonnen rechtwinklig gedreht</title>
		<link>http://www.blogille.de/2200-tonnen-rechtwinklig-gedreht/</link>
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		<pubDate>Wed, 15 Aug 2012 15:20:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Harald Ille</dc:creator>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Feature]]></category>
		<category><![CDATA[Frankfurt ist Spitze]]></category>
		<category><![CDATA[Frankfurtensia]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist Frankfurts derzeit größtes Verkehrsprojekt, wofür mehrere Tage lang sogar die Schifffahrtsverbindung von Rotterdam ins Schwarze Meer unterbrochen werden muss: Die neue Mainbrücke im Osten der Stadt, unmittelbar neben dem Neubau der EZB, wird Ende August „eingeschwommen“. Die „Osthafenbrücke“ ist der „missing link“ der Verkehrsplanung dort.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h4>Frankfurt erhält nach über 100 Jahren eine neue Mainquerung im Ostend</h4>
<p>Frankfurt am Main (pia) Genau <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Mainquerungen_in_Frankfurt_am_Main">27 Brücken</a> verbinden das Südufer des Mains mit dem Norden, vom <a href="http://www.honsellbruecke-frankfurt.de/frankfurter-mainbruecken/arthur-von-weinberg-steg/">Arthur-von-Weinberg-Steg</a> ganz im Osten der Stadt bis zur <a href="http://www.honsellbruecke-frankfurt.de/frankfurter-mainbruecken/mainbruecke-sindlingen/">Sindlinger Mainbrücke</a> weit im Westen. <a href="http://offenbach.wikia.com/wiki/Staustufe_Offenbach">Zwei</a> <a href="http://offenbach.wikia.com/wiki/Staustufe_Offenbach">Staustufen</a> und eine <a href="http://frankfurt.de/sixcms/detail.php?id=4628&amp;_ffmpar[_id_inhalt]=42049">Fähre</a> kommen hinzu, zwei Tunnel für <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/U-Bahn-Strecke_A_(Frankfurt)#Tunnelbau">U-</a> und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/City-Tunnel_Frankfurt#Mainunterquerung">S-Bahn</a> graben sich unter dem Fluss hindurch. Dieser Tage bekommt Frankfurt eine weitere wichtige „Mainquerung“ hinzu, wie es korrekt im Planerdeutsch heißt: die Mainbrücke Ost, informell bereits „<a href="http://www.frankfurt.de/sixcms/detail.php?id=2855&amp;_ffmpar[_id_inhalt]=10297154">Osthafenbrücke</a>“ getauft. Sie löst ein hundert Jahre altes Verstopfungsproblem im Osten Frankfurts und beweist Ende August, welch grandiose Ingenieursleistungen nötig sind, um einen 175 Meter langen Stahlkoloss an seinen künftigen Platz zu hieven. Einen Koloss, der die Kleinigkeit von 2.200 Tonnen auf die Waage bringt, 24 Meter breit ist und 21 Meter hoch über dem Fluss thronen wird. Zusammengeschweißt wurde das Stahlskelett am nördlichen Mainufer, am Morgen des 20. August wird die Brücke dann zu Wasser gelassen: Voraussichtlich zweieinhalb Tage wird das „Einschwimmen“ dauern.</p>
<h4>2.200 Tonnen einschwimmen</h4>
<p>Der Vorgang ist selbstverständlich komplex. Zuerst wird die Brücke auf einer Seite angehoben und auf zwei Lastwagen gesetzt, die jeweils 1.400 Tonnen tragen können. Diese drehen das 175 Meter lange Ungetüm um 90 Grad und schieben es auf den Main hinaus, wo es auf schwimmenden Plattformen in seine Position zwischen den Widerlagern links und rechts des Mains gezogen wird. Bis zu neun Seilwinden halten die Brücke auf Kurs, die, wenn sie exakt am richtigen Platz zu stehen kommt, dann langsam auf die Widerlager absinkt. Dazu werden die schwimmenden Pontons geflutet.</p>
<h4>Hingucker im Ostend</h4>
<p>Die neue Osthafenbrücke wird in unmittelbarer Nachbarschaft zum <a href="http://www.ecb.int/ecb/premises/html/index.de.html">Neubau der Europäischen Zentralbank</a> am <a href="http://www.hfm-frankfurt.de/osthafen1.html">Osthafen</a> den Fluss überspannen: Eine besonders filigran gestaltete Bogenkonstruktion, die zur Skyline passt, so ihr Architekt <a href="http://www.ferdinand-heide.de/FHA/FerdinandHeide.html">Ferdinand Heide</a>. „Eine speziell abgestimmte Illumination wird bei Dunkelheit die filigrane Optik des Brückenbauwerks und seine Besonderheit, die Vielzahl von dünnen Hängeseilen, unterstreichen.“ Für Frankfurts <a href="http://feldmann-frankfurt.de/html/-1/welcome/index.html">Oberbürgermeister Peter Feldmann</a> ein Hingucker wie in Lyon und anderen bedeutenden Großstädten: „Der Frankfurter Osten entwickelt sich prächtig. Er öffnet sich wieder zum Main hin, und die Stadtplanung sorgt für die richtige Mischung aus Arbeiten, Wohnen und Wohlfühlen.“</p>
<h4>Hundert Jahre alte Idee</h4>
<p>Der Frankfurter Osthafen wird in diesem Sommer <a href="http://www.100jahreosthafen.de/event/home.html">einhundert Jahre</a> alt, und seit dieser Zeit liegt die Brückenidee in den städtischen Schubladen: „Schon in den ersten Ausbauplänen des Osthafens Anfang des 20. Jahrhunderts war eine Brücke über den Main geplant, die aber nie errichtet wurde“, so <a href="http://www.frankfurt.de/sixcms/detail.php?id=2779&amp;_ffmpar[_id_inhalt]=9078609">Planungsdezernent Olaf Cunitz</a>. In einer Denkschrift zum neuen Handels- und Industriehafen haben sich Stadtpolitiker schon 1907 Gedanken über die Verkehrsanbindung des Hafens gemacht; „bemerkenswerterweise behalten einige Aussagen auch in Bezug auf die heutigen Planungen noch ihre Gültigkeit und sind auf den aktuellen Entwurf der neuen Mainbrücke übertragbar“, konnte sich das <a href="http://www.stadtplanungsamt-frankfurt.de/">Stadtplanungsamt </a>freuen. „Osthafenbrücke“ soll die neue Querung daher heißen, allerdings hat selbstverständlich die <a href="http://www.frankfurt.de/sixcms/detail.php?id=3509">Stadtverordnetenversammlung</a> hierbei das letzte Wort.</p>
<h4>„Missing Link“ im Osten</h4>
<p>Und in der Tat ist die Brücke der „missing link“ im Frankfurter Osten, der seit einem Jahrzehnt gehörig umgestaltet wird. Die beiden leicht ineinander verdrehten Türme der Europäischen Zentralbank schrauben sich hier in den Himmel, was unmittelbaren Einfluss auf die Nachbarschaft hat, die zu einem urbanen Bildungsstandort für Banker, Bürger und Beethoven-Jünger geworden ist: Die <a href="http://www.frankfurt-school.de/content/de">Bankakademie</a> und das <a href="http://www.dr-hochs.de/">Frankfurter Konservatorium</a> haben sich hier niedergelassen, die <a href="https://www.vhs.frankfurt.de/">Volkshochschule</a> zieht wissbegierige Frankfurterinnen und Frankfurter in die <a href="http://www.fr-online.de/rhein-main/die-ewig-baustelle-sonnemannstrasse,1472796,3269016.html">frisch sanierte Sonnemannstraße</a>. Der Weg dorthin wird jetzt einfacher, die ebenfalls attraktiver gestaltete Hauptverkehrsachse <a href="http://www.hanauerlandstrasse.com/">Hanauer Landstraße </a>wird entlastet. Auch großräumig steht der Frankfurter Osten dem überregionalen Verkehr ein wenig im Weg: Die hessische Ost-West-Verbindung <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bundesautobahn_66">A 66 von Fulda nach Wiesbaden</a> endet heute noch abrupt an einer roten Ampel am Riederwald – ein <a href="http://www.riederwaldtunnel.de/riederwaldtunnel_data/riederwaldtunnel.pdf">Tunnel</a> wird die Lücke zur A661 schließen, der Verkehr muss sich dann nicht mehr durch die überlastete <a href="https://maps.google.de/maps?q=Borsigallee+Frankfurt&amp;ie=UTF-8&amp;hq=&amp;hnear=0x47bd0e4ea64caa9b:0x9b3844a0d0863c2d,Borsigallee,+D-60388+Frankfurt+am+Main&amp;gl=de&amp;ei=3rgrUNihAsbMswbLx4DwDg&amp;ved=0CB4Q8gEwAQ">Borsigallee</a> quälen.</p>
<h4>Der GrünGürtel schließt sich</h4>
<p>Die Brücke führt auch zwei Teile des Frankfurter Grüngürtels zusammen, die derzeit noch getrennt waren: Unmittelbar an der neuen EZB ist in den vergangenen Monaten der neue „Hafenpark“ entstanden – ein Erholungsraum mitten im Ostend, dessen Uferpromenade den großen Ostpark mit der City verbindet. „Der Hafenpark krönt die Entwicklung von 25 Jahren – Frankfurts Rückbesinnung auf den Fluss“, sagt Frankfurts Umweltdezernentin Rosemarie Heilig. „Wir können nun nicht nur die Mainuferpromenade nach Osten verlängern, sondern auch die letzte Lücke im GrünGürtel schließen – Mainufer und GrünGürtel wachsen zusammen. Das ist ein echter Durchbruch in der Stadtentwicklung.“ Das Ostend, das ursprünglich von Industrie und Gewerbe geprägt war, wird neu strukturiert – nicht alleine durch, sondern zusammen mit der neuen Brücke. Vom 20. bis 22. August wird sie „eingeschwommen“.</p>
<p>Harald Ille</p>
<p>Mehr zur neuen Mainbrücke unter <a href="http://www.neue-mainbruecke-frankfurt.de">http://www.neue-mainbruecke-frankfurt.de</a></p>
<p style="clear: both;"><a href="http://spread.ly/?url=http%3A%2F%2Fwww.blogille.de%2F2200-tonnen-rechtwinklig-gedreht%2F&title=2200+Tonnen+rechtwinklig+gedreht&tags=Artikel,Feature,Frankfurt+ist+Spitze,Frankfurtensia" rel="like"><img src="http://spread.ly/img/like-button.jpg" alt="Like" /></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>&#8220;Roll doch das Ding, Blödmann!&#8221;</title>
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		<pubDate>Tue, 31 Jul 2012 10:00:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Harald Ille</dc:creator>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Feature]]></category>
		<category><![CDATA[Komische Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Frankfurt]]></category>
		<category><![CDATA[Heidelberg]]></category>
		<category><![CDATA[Künstlerin]]></category>
		<category><![CDATA[Porträt]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor rund fünfzig Jahren hat Marie Marcks angefangen, Karikaturen zu zeichnen. Brigitte, Titanic, Zeit, Stern haben unzählige ihrer Zeichnungen gedruckt, über dreißig Bücher hat sie selbst gestaltet, in drei Dutzend Ausstellungen weltweit sind ihre Werke gezeigt worden. Anlässlich ihres neunzigsten Geburtstags widmet ihr das Frankfurter Museum für Komische Kunst eine Ausstellung.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<h3>Das Caricatura Museum zeigt das zeichnerische Lebenswerk von Marie Marcks</h3>
<p>Frankfurt am Main (pia) Die Einfälle kamen beim Spazierengehen im Wald. Immer einen Zettel in der Tasche, um den Geistesblitz festhalten zu können – auch heute, mit fast neunzig Jahren, hat sie den Zettel dabei. „Aber jetzt schreibe ich natürlich andere Dinge auf“, kokettiert Marie Marcks mit ihrem angeblich nachlassenden Gedächtnis, das gleichwohl präziser arbeitet als bei manchem Enddreißiger. Den runden Geburtstag feiert sie am 25. August, und weil ihr ihre Heimatstadt Heidelberg dazu nur eine Mini-Ausstellung mit neun Werken ausrichtet, rächt sie sich auf ihre typische Weise: Sie hat die Stadtspitze kurzerhand ins Caricatura nach Frankfurt eingeladen, „damit die mal sehen, wie man eine Ausstellung macht“. Auch mit Neunzig hat sich Marie Marcks ihre rechtschaffene Empörung bewahrt – diese treibt sie an, und sie macht ihr ohne falsche Scheu Luft.</p>
<h4>Karikaturistin aus Atomangst</h4>
<p>Der Ärger über die politischen Um- und Zustände war es auch, der sie Anfang der Sechziger Jahre zur Karikaturistin werden ließ. „Mein erstes Interesse war die atomare Hochrüstung: Die Amis wären bereit gewesen, den Erstschlag zu machen – das hat man heute längst vergessen.“ Die Grafikerin und Illustratorin, bereits Anfang Vierzig, greift zum Stift und zeichnet gegen die atomare Bedrohung an – zur Kubakrise 1962 etwa einen Adam, der sich inmitten von Trümmern in einem Bunker zu verschanzen sucht, während Eva an einem zerborstenen Stamm nach dem letzten verbliebenen Apfel angelt. Mann und Frau, Natur und Atom werden zu Hauptmotiven der Satirikerin, wobei sie die Frauen als außergewöhnlich stark und das Atom als außerordentlich perfide darstellt, weil es sich zu verstecken weiß: in harmlos weggeblasenen Pusteblumen oder – nach Tschernobyl ganz konkret – im alltäglichen Gemüse auf dem Wochenmarkt.</p>
<h4>Politisch und parteilos</h4>
<p>Aber natürlich wehrt sich Marie Marcks sogleich, wenn man solche „Hauptmotive“ zu entdecken glaubt: „Die Schwerpunkte meines Werkes wurden alle von anderen erfunden!“. Selbstverständlich ist sie eine Ikone der Frauenbewegung, aber: „Ich habe der Frauenbewegung nie angehört und keiner Partei. Das kann ich mir als Karikaturistin nicht leisten.“ Um die Sache geht es, etwa eine Frauenquote für Vorstände: „Ohne Quote funktioniert es nicht. Die Frauen haben so zum ersten Mal die Gelegenheit, sich zu bewähren.“ In der Komischen Kunst hat es auch lange gedauert, bis Frauen akzeptiert wurden – sie signiert bis heute mit einem geschlechtsneutralen „M. Marcks“. „Es is&#8217; ja nüscht, was &#8216;ne Frau macht“, sagt sie provokativ-nachdenklich und im Berliner Idiom ihrer Kindheit, „weil es auf jeden Fall in Frage gestellt wird“.</p>
<h4>Rollenbilder vom Kopf auf die Füße gestellt</h4>
<p>Was Männer machen, scheint indes kaum profunder zu sein. Der alte Atlas etwa schleppt sich seit Jahrtausenden sinnlos mit der schweren Erdkugel ab. Marie Marcks mütterlicher Rat an den Titanen: „Roll doch das Ding, Blödmann!“ Fünf Kinder hat sie großgezogen, weitgehend als Alleinerziehende, und ihr Familienleben schrieb die besten Geschichten – kein Wunder, dass „Frauen“ und „Jugend“ ihre wohl wichtigsten Themen wurden. Die Verlegerin Antje Kunstmann hat daran großen Anteil; noch keine zwanzig Jahre war sie alt, als sie Marie Marcks auf der Buchmesse ansprach. „Weißt Du, dass Du schön bist?“ hieß 1974 beider erstes Buch mit Marckschen Frauen-Bildern, das das traditionelle Rollenverständnis auf den Kopf stellte. Es war eine Frau, die den schüchternen Jüngling verführte mit dem, „was sonst eine Frau dauernd zu hören bekommt“.</p>
<h4>Zeichnungen zum Übers-Bett-hängen</h4>
<p>Was Marie Marcks selbst auf der Straße zu hören bekommt, wird oftmals prompt ein Buchtitel. „Niemand welkt so schön wie Du!“ (2005) war ein etwas verunglücktes Kompliment, das der Verehrer ihrer gleichaltrigen Nachbarin dieser zugedacht hat. Oder die lächerliche pädagogisch-verkopfte Ersetzung von „Mutter“ und „Vater“ in „Ich habe meine Bezugsperson verloren!“ (1974). Ihre Themen weisen meist über den Tag hinaus. Die Heidelbergerin musste ihre Zeichnungen für die „Süddeutsche“, die „Zeit“ und die „Brigitte“ ja mit der Post nach Hamburg oder München schicken, ein geografischer Nachteil gegenüber ihren dort wohnenden Kollegen: „Ich war immer einen Tag in Verzug, da habe ich mir längerfristige Sachen rausgepickt.“ Dadurch sind die Werke aber auch gefälliger als manch garstige tagespolitische. Ihre Szenen aus dem Familienleben, vor allem aus der Pubertät der Sprösslinge, bleiben zeitlos aktuell, „alle finden sich wieder“.</p>
<h4>Mit Lobhudelei nichts am Hut</h4>
<p>Zum neunzigsten Geburtstag ehrt sie nun das Caricatura – Museum für Komische Kunst im Frankfurter Leinwandhaus mit einer Ausstellung von rund 300 Werken. Und natürlich hat Marie Marcks an dieser überbordenden Lobhudelei etliches auszusetzen – zu viele Werke, zu falsches Logo, zu kühles Wetter bei der Eröffnung. Aber ein bisschen stolz ist sie schon, dass das Museum sie nicht nur ehrt, sondern auch seit längerem schon Werke von ihr aufkauft. Ein Museum, in dem sie mit anderen Heroen ausgestellt ist: der viel jüngeren Franziska Becker, von der sie immens viel hält, und dem leicht jüngeren Hans Traxler: „Den finde ich in Deutschland den King schlechthin.“ Antje Kunstmann und F.W. Bernstein, ein weiterer Heroe der Komischen Kunst, werden bei der Vernissage am 8. August eine Lobrede auf sie halten, Emil Mangelsdorff und Thilo Wagner umrahmen die Eröffnung musikalisch. Bis 21. Oktober ist die Werkschau dann zu sehen.</p>
<p>Harald Ille</p>
<p>Weitere Informationen auf http://www.marie-marcks.de und http://www.caricatura-museum.de</p>
<p>[erschienen am 31. Juli 2012 als <a href="http://www.frankfurt.de/sixcms/detail.php?id=8656&#038;_ffmpar[_id_inhalt]=10192148&#8243;>Feature des Presse- und Informationsamts</a>.]</p>
<p style="clear: both;"><a href="http://spread.ly/?url=http%3A%2F%2Fwww.blogille.de%2Froll-doch-das-ding-blodmann%2F&title=%26%238220%3BRoll+doch+das+Ding%2C+Bl%C3%B6dmann%21%26%238221%3B&tags=Frankfurt,Heidelberg,Komische+Kunst,K%C3%BCnstlerin,Portr%C3%A4t,Artikel,Feature,Komische+Kunst" rel="like"><img src="http://spread.ly/img/like-button.jpg" alt="Like" /></a></p>]]></content:encoded>
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