Es ist zwar schon alles gesagt worden, aber noch nicht von jedem. Deswegen sage ich es auch nochmal: Ich bin keine Zielgruppe. Und ich bin auch nicht Teil irgendeiner dieser Cluster. Punkt. Lasst mich in Ruhe, Ihr Werber, Ihr PR-Heinis, Ihr Sozialwissenschaftler. Ich gruppe nicht und ich ziele nicht, nehmt mich aus Euren Kriterien-Schubladen wieder raus, brecht mich aus Euren Kristall-Clustern.
Klar, Ihr wollt systematisieren und kategorisieren und mir Kriterien anheften, bis ich in eine Eurer Zielgruppen-Boxen passe. Ich lasse mich aber nicht einfach so zuordnen, einteilen, einsperren. Fragt mich vorher bitte, ob ich mitmachen möchte in Eurer Zielgruppentherapie.
Sprecht mit mir wie mit einem Menschen. Einzeln. Mit mir. Nicht zu einer Masse, die zufällig das gleiche Alter oder die gleiche Vorliebe für cremigen halbfetten Yoghurt hat. Nehmt mich als Individuum wahr, wenn Ihr mit mir ins Geschäft kommen wollt. Ich gehe schon häufig genug in der Menge unter, holt wenigstens Ihr mich wieder hervor aus dieser grauen Masse. Und sperrt mich nicht wieder ein in eine solche, und sei sie noch so lustig angestrichen.
“Zielgruppe” ist ein schrecklich entindividualisierender Begriff. Wollt Ihr, dass ich da mitmache? Pech für Euch, ich bleib hübsch außen vor. Ich hab beim Radio gelernt: Auch wenn draußen eine Million Hörer sitzen, man redet jeweils nur zu einem Einzelnen. Eine Million Mal individuelle Ansprache. So will ich angesprochen werden, Ihr PRler.
Und löscht mich aus Eurer, für Euch so komfortablen homogenen Zielgruppe. Jetzt. Macht Euch Gedanken, wir Ihr mich für Eure Produkte gewinnen könnt. Aber hört auf, mich in Kategorien zu packen!
