„Die Zukunft hängt am Smartphone“

Die Messe „M-Days“ beschäftigt sich mit intelligenten Telefonen

Frankfurt am Main (pia) „Handy“ ist ein toller englischer Begriff: Er bedeutet „nützlich“, „bequem“ oder auch „griffbereit“. Alles das also, was ein Mobiltelefon beschreibt. Die stromsparenden Hochleistungscomputer für die Hosentasche, mit denen man früher nichts außer leidlich telefonieren konnte, sind mittlerweile zu unersetzlichen digitalen Assistenten gereift: Sie helfen Diabetikern bei der Produktsuche im Supermarkt und Schnäppchenjägern auch. Sie wissen mitten in der Ödnis, wo der nächste Bus fährt – das Ticket kann man auch gleich mit ihnen bezahlen. Und sie ersetzen immer mehr Gerätschaften wie TV-Fernbedienung und Barcode-Scanner, Wasserwaage und Teleskop und brauchen dazu nichts weiter als ein kleines kostengünstiges Programm, die „App“.

Zwei Tage Zukunft

Moderne „Smartphones“ verändern die Art, wie wir zukünftig leben, rapide, grundlegend und unumkehrbar. Daher schaut sich die Frankfurter Messe „M-Days“ am 1. und 2. Februar genauer an, was man mit diesen „intelligenten Telefonen“ und ihrer größeren Ausfertigung für das Fingerspitzensurfen, den Tablets, so alles anstellen kann. Vor allem ist die Frage: Wie können Unternehmen in der schönen neuen Welt des Überallinternets Geld verdienen, und die Arbeitnehmer in einem veränderten Arbeitsumfeld auch? „Das mobile Internet ist der Schlüssel“, sagt Carsten Szameitat von der Erdinger Agentur „11 Prozent Communication“, die die M-Days vor acht Jahren gegründet hat.

Das Handy informiert

Ein Schlüssel, der uns eine Welt aufschließt, die bis vor wenigen Jahren noch pure Science Fiction war: „Erweiterte Realität“ etwa. Man sieht im Wald einen unbekannten Pilz, richtet die Handykamera auf das potentiell giftige Gewächs – und erhält sofort ein Kochrezept, wenn der Röhrling wider Erwarten doch essbar ist. „Extended Packaging“ nennt sich ein Aspekt dieser Technik, der auf den M-Days präsentiert wird und der die „Verpackung erweitert“ mit zusätzlichen wichtigen Produkt-Informationen. Über den Barcode werden Allergiker damit vor Laktose oder Spuren von Nüssen im Produkt gewarnt – was im Zweifel ihr Leben retten kann.

Das Handy steuert

„Die Zukunft hängt am Smartphone“, postuliert denn auch Hamid-Reza Nazeman von der kalifornischen Mobilfunk-Forschungsfirma Qualcomm: „Ich bin sicher, dass auch das kommende Jahr ganz im Zeichen der drahtlosen Technologien und des mobilen Internets stehen wird und in unserem Alltag in den verschiedenen Bereichen – ob zu Hause, unterwegs oder im Auto – zum Einsatz kommt.“ Das Smartphone übernimmt dabei immer mehr die Aufgaben, die noch vor wenigen Jahren spezielle und damit teure Steuerungselektronik in grauen Schaltschränken übernommen hat; es verbindet Stereoanlage mit Zentralheizung und Flachbild-TV mit Waschmaschine und hilft so, die eigene Wohnung buchstäblich fernzusteuern. Autos vernetzen sich per Mobilfunk untereinander und verhindern damit Unfälle, Staus werden vermieden. Wenn’s doch mal kracht, ruft das „smarte Auto“ automatisch die „112“ an, was laut einer Studie der EU-Kommission die Zahl der Verkehrstoten signifikant senken könnte.

Das Handy kauft ein

Dass man mit dem mobilen Internet richtig Geld verdienen kann, ist schnell einsichtig: M-Commerce heißt eines der Schlagwörter der Messe, M-Couponing und M-Payment sind andere – digitale Rabattaktionen sollen die Smartphone-Nutzer in den eigenen Laden lenken, wo sie mit dem Handy bezahlen. Der gesamte Geschäftsablauf kann im „Mobile Commerce“ mit und über das Mobiltelefon abgewickelt werden. Besonders Tablet-Computer erweitern das Einkaufserlebnis mit einem Fingerwisch. „Durch anwenderfreundliche Bedienung steigt der Spaßfaktor – und mit ihm der Umsatz“, schreibt Angelique Szameitat im Branchenmagazin „GFM Nachrichten“.

Das Handy wird zum Büro

Dass das mobile Netz auch den Berufsalltag vieler Menschen umkrempelt, ist weniger offensichtlich. „Mobile Working“ heißt die „Fachkonferenz für mobile Arbeitswelten“, die an den beiden Messetagen dem Arbeitsplatz der Zukunft nachspürt. Dieser wird – folgt man dem Vortragsprogramm – von Social Media inspiriert sein, mit so genannten Cloud-Services und mobilen Apps operieren und neue Anforderungen an das eigene Zeitmanagement und die IT-Sicherheit stellen. Erstmalig auf den M-Days werden Experten die organisationspsychologischen und kulturellen Veränderungen erläutern, die auf die Unternehmen und ihre „Mobile Worker“ zukommen.

Show Your App Award 2012

Im Mittelpunkt der Messe steht auch ein kleiner Schnipsel Software: die beste App des Jahres. Diese wird – wie sonst? – durch ein Online-Voting auf http://showyourapp.com ermittelt. Die Abgeordneten-App des Bundestags, eine „Pocket-Fahrschule“ oder die eine App des SC Paderborn – es gibt natürlich nichts, was es nicht gibt in den ins Kraut schießenden App-Stores dieser Welt. Apps sind die treibende Kraft des mobilen Internets: Über 38 Milliarden Dollar Volumen soll der App-Markt 2015 weltweit verfügen, eine Verzehnfachung gegenüber 2011. Die „M-Days“ sehen sich mit 120 Ausstellern und über 200 Referenten denn auch als „Leitveranstaltung für das mobile Internet“, die auch Frankfurts Web-Gemeinde außerhalb der Messehalle 1.2 einbezieht: mit den Sonderveranstaltungen MobileMonday, MedienMittwoch und Twittwoch sowie einer exklusiveren „Mobile Media Night“ im SKYclub Frankfurt.

Harald Ille

[Der Text erscheint am 19. Februar 2012 als Feature des Presse- und Informationsamtes.]

Author: Harald Ille

Früher einmal Social Media-Beauftragter der Stadt Frankfurt am Main, dann in der Unternehmenskommunikation des Heidelberger Universitätsklinikums. Jetzt freiberuflicher "Digital Enthusiast". Journalist, Historiker, Dozent. Schreibt noch auf http://die-sharepointberater.de, auf http://kommunezwonull.de und auf http://www.abcdesjournalismus.de.

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