Bahnik!

Wann ist Rezession?

Wenn die Börsen ins Bodenlose stürzen? Oder: Wenn der Euro und der Ölpreis sinken? Wenn niemand mehr Autos kauft und Arbeitsplätze wieder wackeln?

Nein: Rezession ist, wenn die Bahn nicht mehr fährt. 70 ICE-Ts werden – buchstäblich – aus dem Verkehr gezogen. Die verkehren einfach nicht mehr ab morgen. Weil sie ein Sicherheitsproblem stoppt, notbremst. Wenn nun selbst die Loks nicht mehr dampfen, wer soll die Wirtschaft dann noch ziehen?

Und nicht nur die ICEs fahren nicht mehr. Auch meine Heimat-„U5“ soll eingestellt werden. Stand heute in der FAZ. Die U-Bahn soll zur Straßenbahn werden und an der Konstablerwache enden. Ich müsste zur Arbeit umsteigen. Und wäre abgehängt vom Hauptbahnhof. Was allerdings nicht mehr weiter schilmm ist, da ja eh keine Schnellzüge mehr fahren.

So gesehen entpuppt sich die Ankündigung, die U5 einzustellen, nachgerade als weitsichtige Vision. Und das alles ausgerechnet heute. An dem Tag, an dem ich erstmals in meinem Leben über 2.000 Bahn-Comfort-Punkte gutgeschrieben bekommen habe. Die bringen mir jetzt wohl nichts mehr.

Guthaben wird wertlos, Züge fahren nicht mehr und stoppen mitten auf der Strecke, Arbeitsstätten sind nicht mehr erreichbar und Hauptbahnhöfe vom Verkehr abgehängt: Das ist die moderne Definition von Rezession. Willkommen, Zukunft!

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Author: Harald Ille

Früher einmal Social Media-Beauftragter der Stadt Frankfurt am Main, dann in der Unternehmenskommunikation des Heidelberger Universitätsklinikums. Jetzt freiberuflicher "Digital Enthusiast". Journalist, Historiker, Dozent. Schreibt noch auf http://die-sharepointberater.de, auf http://kommunezwonull.de und auf http://www.abcdesjournalismus.de.

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