Einmal nach New York…

Das Zeitalter des Wassermanns ist ja angebrochen, wie wir alle spätestens seit dem haarigen Broadway-Musical „Hair“ aus New York wissen.

Ich kenne den Wassermann persönlich. Seine Frau auch.

Wassermann persönlich. Und seine Frau, seine Kinder. Er hat meinen jüngsten Bruder getauft und mich konfirmiert, damals, als Gemeindepfarrer im schönen, aber ruralen Hößlinswart (<700 Einwohner). Dass solch ein „hamlet“ dem Wassermann viel zu klein ist, ist klar. Sein Ziel muss der Broadway sein. Oder wenigstens Manhattan. Er muss also nach New York (>8.000.000 Einwohner), der Weltmetropole schlechthin. Dort steht eine deutschsprachige Kirche, die St. Paul’s Church. Eine Kirche mit angeschlossener Gemeinde, die einen deutschen Pfarrer suchte, damals im Jahr 2003.

Up, up and away…

„Da musst Du Dich bewerben“, soll ihm seine Frau Barbara geraten haben. Und – schwupps – waren Wilfried und Barbara samt Sohn Paul in den USA. Dass einiges anders läuft in New York als im doch eher betulichen Schwabenland, kann man sich zwar denken – die Beweise dafür liefern Barbara und Wilfried Wassermann aber jetzt in einem kleinen Büchlein nach.

Einwanderers Bürokratie-Kampf

Ein nettes, humorvolles, sehr eingängig geschriebenes Büchlein, das den Kampf dreier deutscher Einwanderer mit der bürokratischen Wildnis der Führerscheinstelle sehr bildlich beschreibt. Oder den graduellen Unterschied in den Handwerksordnungen beider Länder – über dem großen Teich kann es durchaus zu einem Wasserschaden kommen, nachdem der Klempner da war…

Selbst Beerdigungen laufen in Amerika anders ab:

Bei einer Beerdigung, die mit einer Trauerfeier in der Kirche begann, vereinbarte ich mit dem Leiter des Beerdigungsinstituts, dass ich nicht in der Kolonne mitfahren, sondern alleine vorfahren würde. […] Es verging eine halbe Stunde, eine Stunde, eineinhalb Stunden. So langsam kamen Zweifel auf, ob ich auf dem richtigen Friedhof war. Nach ca. zwei Stunden tauchte die Kolonne aber doch noch auf und wir fuhren gemeinsam zum Grab. Von den Hollywoodfilmen her kennt man sie: die langen Kolonnen schwarzer Limousinen, die sich langsam Richtung Grabstelle bewegen. Das ist auch in New York so. […] Dort erfuhr ich dann den Grund für die Verspätung der Kolonne: Jemand musste noch schnell im Supermarkt einkaufen!
(Barbara und Wilfried Wassermann, Einmal New York und nicht wieder zurück, S. 104)

Wassermann in New York

Ein augenzwinkernd geschriebenes Büchlein, das ich allen sehr empfehlen kann, die Wilfried und Barbara Wassermann kennen und ein wenig über die Mentalität alteingesessener Deutscher in New York erfahren möchten…

Author: Harald Ille

Früher einmal Social Media-Beauftragter der Stadt Frankfurt am Main, dann in der Unternehmenskommunikation des Heidelberger Universitätsklinikums. Jetzt freiberuflicher "Digital Enthusiast". Journalist, Historiker, Dozent. Schreibt noch auf http://die-sharepointberater.de, auf http://kommunezwonull.de und auf http://www.abcdesjournalismus.de.

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